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Private Krankenversicherung: Wie Kunden auf Beitragsanpassungen reagieren können

Düsseldorf, 11.12.2013 11:21 Uhr (Gastautor)

Es ist wieder so weit. Zum Jahr 2014 haben zahlreiche private Krankenversicherer erneut Beitragserhöhungen angekündigt. Dies haben ARAG, LKH, Hallesche, AXA, HanseMerkur, UniVersa und Deutscher Ring bereits öffentlich mitgeteilt. Dabei haben einige dieser Gesellschaften erst im letzten Jahr ihre Beiträge drastisch erhöht.

Die Debeka, Barmenia und Allianz dagegen haben für ihre Bestandskunden zunächst eine Beitragsgarantie ausgesprochen. Aber auch die scheinbar garantierte Stabilität sieht zahlreiche Ausnahmen vor. Wer ist von den Beitragsanpassungen betroffen?

Betroffen von den Beitragssteigerungen in der PKV sind insbesondere langjährige Bestandskunden, die noch in den alten Bisex-Tarifen versichert sind. Männer mussten in den alten Bisex-Tarifen in der Regel deutlich niedrigere Beiträge zahlen. Grund hierfür waren die geringere Lebenserwartung und weniger Inanspruchnahme von Leistungen. Nun müssen vor allem sie mit einer Erhöhung ihrer Beiträge rechnen. Bei der AXA beispielsweise sollen in 18 von 33 Tarifen zur Vollversicherung für Männer die Beiträge steigen, bei den Frauen gilt dies nur in 11 Tarifen.

Kunden sollten über einen Tarifwechsel nachdenken!

Anders als die GKV kann die private Krankenversicherung bei steigenden Gesundheitskosten keine Leistungskürzungen vornehmen. Deshalb müssen Monatsbeiträge nach oben hin angepasst werden. Eine Möglichkeit für die rund neun Millionen PKV-Kunden, höhere Beiträge auch ohne Leistungseinbußen abzumildern, ist der Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft.

Pixelio Bild mit Stetoskop

Nach § 204 VVG hat jeder Versicherte das Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb seiner Gesellschaft, auch ohne erneute Gesundheitsprüfung. Der Vorteil eines internen Tarifwechsels liegt im Erhalt der angesparten Altersrückstellungen sowie der erworbenen Rechte. Ist kein interner Tarifwechsel möglich, bleibt als möglicher Ausweg auch der Wechsel der Versicherungsgesellschaft. Dieser Schritt sollte jedoch gut durchdacht sein, da er mit Nachteilen und Risiken behaftet sein kann.

Gründe für Beitragsanpassungen

Während 2013 vor allem die Einführung der Unisex-Tarife zu steigenden Prämien für Neukunden geführt hat, sind die Gründe für die Beitragserhöhung zum nächsten Jahr andere. Nicht nur steigende Kosten im Gesundheitswesen und die Zunahme des durchschnittlich erwarteten Lebensalters belasten zunehmend Versicherer und somit auch Versicherte. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase macht bei vielen privaten Krankenversicherern für 2014 eine Beitragsanpassung notwendig.

Grund für die Absenkung des sogenannten Rechnungszinses ist die aktuelle Marktlage, die das Verzinsen der Alterungsrückstellungen mit 3,5 Prozent schwierig macht. Diese Zinsen werden jedoch von den Versicherern benötigt, um die Gesundheitskosten ihrer Kunden im Alter zu decken. Wird der Rechnungszins von 3,5 auf 2,75 Prozent gesenkt, müssen Krankenversicherer die normalerweise durch einen höheren Rechnungszins gewonnenen Einnahmen nun anderweitig erwirtschaften.

Zunächst waren bei den meisten Versicherungsgesellschaften zwar nur Neukunden von einer Beitragserhöhung betroffen. Jedoch mussten durch die anhaltende Zinsflaute über kurz oder lang auch für Altverträge Konsequenzen gezogen werden.

Denken Sie über einen Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV nach, setzt sich die DGFP - Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten mbH gern intensiv mit Ihrem Krankenversicherungsschutz auseinander und steht Ihnen mit Unterstützung durch professionelle und unabhängige Berater bei einem Tarifwechsel zur Seite.


(Beitragsfoto: Thorben Wengert/pixelio.de)
(Artikelbild: Halina Zaremba/pixelio.de)

 

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