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Markt & Branchen: Der Trend bei e-Zigaretten scheint ungebrochen

Düsseldorf, 18.02.2014 11:26 Uhr (Frank Schulz)

Was hat die Nebelmaschine in Diskotheken mit der elektronischen Zigarette gemeinsam? Sie arbeitet nach dem gleichen Prinzip. Akku und Verdampfer. Genuss oder Verdruss - Raucher sehen in der e-Zigarette eine Alternative zur Papierzigarette.

Um das Rauchen ging es im vergangenen Herbst heiß her. In der EU-Politik wurde die neue Tabakrichtlinie beschlossen. Abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln, präventive Maßnahmen für junge Menschen um sich nicht erst an das Nikotin zu gewöhnen. Und immer saßen den EU-Abgeordneten die Vertreter der Tabaklobby im Nacken.

Es ging auch um die elektronische Zigarette (e-Zigarette) als Neuerscheinung am Raucherhimmel. Ist sie nun verschreibungspflichtig, also nur in der Apotheke erhältlich oder kann sie sich parallel zum Tabak etablieren? Die EU-Kommission wollte sie in die Apotheke verbannen, manche EU-Länder komplett verbieten. Schließlich setzte sich das EU-Parlament durch und die e-Zigarette inkl. Verdampfer-Flüssigkeit ist laut EU-Entscheidung vom Herbst 2013 (Tabakrichtlinie) kein Arzneimittel und darf in der EU frei verkauft werden.

Statista: Anzahl der Raucher in ausgewählten Ländern
Statista: Anzahl der Raucher in ausgewählten Ländern

China - das Land des aufgehenden Dampfes. Von diesem Land, das im Durchschnitt 400 Millionen rauchende Einwohner hat, ging der Akku-Verdampfer seinen Weg gen Westen. In Deutschland gibt es nach Schätzungen rund 2 Millionen Personen, die regelmäßig zur e-Zigarette greifen.

Fraunhofer Institut Bild der e-Zigarette

Aufbau einer elektrischen Zigarette. (Quelle: Fraunhofer Institut WKI).

Die Geräte bestehen aus einer Stromquelle, einem elektrischen Vernebler und einer auswechselbaren Kartusche mit einer Flüssigkeit (Liquid), die durch das Saugen am Mundstück vernebelt und inhaliert wird. Hauptbestandteile der Flüssigkeit sind Propylenglykol und/oder Glyzerin, Aromen (Fruchtaromen, Schokolade, Rum, und viele andere) und in der Regel Nikotin; es gibt aber auch nikotinfreie Liquids.

Einer der großen Unterschiede zur Papierzigarette ist auch, das es nicht zu einer Verbrennung, sondern zu einem "verdampfen" kommt. Insofern fallen weitaus weniger Schadstoffe an.

Wer nutzt die e-Zigarette?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) hat eine umfangreiche Ausarbeitung zum Thema e-Zigarette im Jahr 2013 erstellt. Elektrische Zigaretten werden vor allem von Rauchern und Rauchern, die einen Rauchstopp erwägen, sowie von ehemaligen Rauchern verwendet. Und: Elektrische Zigaretten werden in erster Linie aufgrund der geringeren Gesundheitsgefährdung, die ihr zugeschrieben wird, als Alternative zu herkömmlichen Zigaretten verwendet. (Quelle: Band 19, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg).

Mehr Dampf weniger Schadstoffe?

Das Fraunhofer-Institut WKI (2012) hat eine Untersuchung durchgeführt, welche freigesetzten Substanzen während des Einsatzes einer e-Zigarette in der Raumluft enthalten sind. Eine Probandin hat eine e-Zigarette mit drei unterschiedlichen Liquids und eine Tabakzigarette getestet. Das Ergebnis: "Generell waren die Emissionen der elektronischen Zigarette geringer als die der klassischen Tabakzigarette...[]... somit ist die elektronische Zigarette eine schwächere Quelle für Raumluftverunreinigungen als eine klassische Tabakzigarette. Allerdings ist auch sie nicht emissionsfrei."

Till Hermann, Geschäftsführer der steamo GmbH vergleicht die e-Zigarette anhand neuester Erkenntnisse mit der Tabakzigarette.

Qualität schützt auch hier die Gesundheit

Nach Auskunft von Personen, die bereits e-Zigaretten anwenden, sind zwei wesentliche Dinge wichtig:
1. Das sogenannte Liquid, die verwendetet Flüssigkeit, sollte aus vertrauensvollen Quellen stammen
2. Die Minderbelastung durch den typischen Tabakgeruch und die Verringerung des Passivrauchens

Wie bei allen Angeboten am Markt sollten sich Interessenten rundum informieren - man muss sich mit dem Thema befassen.

Fazit: Während sich Politiker auf nationaler Ebene immer noch mit Gastwirten über Raucherecken streiten und an überarbeiteten Gesetzen basteln, nutzen die Bürger Alternativen zum blauen Dunst. Und eines ist ebenso absehbar: Die großen Tabakkonzerne rüsten sich für die Vermarktung von e-Zigaretten.


(Quellen/Fotos: Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz), Fraunhofer Institut WKI, Statista, EU-Parlament, steamo)

 

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