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Honorarberatung vs. Provisionsberatung: Die Qual der Wahl für Verbraucher

Düsseldorf, 13.03.2014 12:47 Uhr (Frank Schulz)

Es ist kein Geheimnis, das Verbraucher in Sachen Finanzwissen gewissen Nachholbedarf haben. In der Schule und Ausbildung - Fehlanzeige. Seit dem globalen Finanzdebakel 2008 ist das Thema Geld und Vorsorge größer denn je. Es gilt eine professionelle Finanzplanung aufzustellen, keine One-Shots.

Anleger, die auf legendäre Finanzprodukte wie die Kapitallebensversicherung gebaut haben, werden ihre Zielausschüttung eventuell nicht erreichen. Einige Versicherungen erwägen sogar die Kündigung von Verträgen. Auf der ganzen Welt suchen zudem Fondsmanager geeignete, vor allem renditestarke Anlageformen, die zumindest nicht von der Inflationsrate aufgefressen werden. Nicht ganz einfach bei Niedrigzinsen. Viele stürzen in das berühmte "Betongeld" - die Immobilie.

Was tun...?

Eines hat keinen Sinn: Vor lauter Panik irgendetwas "abzuschließen". Diese sogenannten "One-Shots", also einmalige Aktionen bringen kaum eine zufriedenstellende Deckung der Verbraucherbedürfnisse. Wie ein Leben verläuft, so verläuft auch die sinnvolle Geldanlage - sehr individuell.

Statista Grafik zu Informationsquellen für Finanzen

Die Umfrage thematisiert die genutzten und gewünschten Informationsquellen zu Finanzwissen. Es ist zu erkennen, dass die Verbraucher zunehmend mehr Wissen aneignen wollen! Das ist u.a. eine Aufgabe der Politik hier eine andere "Finanzkultur" aufzubauen...

Eines hat die Politik bereits aufgegriffen - das Thema der Finanzberatung. Seit jeher verdienen Banken und Makler durch die Vermittlungsprovision von Finanzprodukten ihr Geld. D.h., die Produktgeber, also Versicherungen oder Fondsgesellschaften schütten für jede Vermittlung an den Kunden (Verbraucher) einen geldwerten Vorteil aus.

Das hat immer wieder zu Diskussionen geführt, nämlich: Ist der Berater immer frei in seiner Entscheidung oder verkauft er auch Finanzprodukte, die ausschließlich die meiste Provision ergibt? Und somit nicht unbedingt dem individuellen Finanzplan des Kunden entspricht.

Die politischen Organe haben nun eine "Alternativkultur der Anlageberatung" in Form der Honorarberatung geschaffen. Es wird sogar ein Gesetz zur "Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente" Honoraranlageberatungsgesetz) geben.

Wie arbeitet eine Honorarberatung?

Beim Thema Geldanlage sollte eben nicht nur ein Finanzprodukt im Vordergrund stehen, sondern die ganzheitliche Sicht auf die Situation des Verbrauchers. Im besten Fall wird ein Finanzplan erstellt, in dem zeitliche Aspekte (kurz-mittel-langfristig) mit den finanziellen Aspekten verknüpft werden.

Im Honorarberatungsmodell erhält der Berater in der Regel keine Zuwendungen in Form von Vertriebsprovisionen vom Produkthersteller. Der Kunde bezahlt die ihm gegenüber erbrachte Beratungsleistung selbst. Bei Honorarberatern erfolgt die Bezahlung entweder auf Basis von festen Stundensätzen oder auch auf der Grundlage von prozentualen Anteilen am verwalteten Vermögen.

"Vom Finanzcheck zur wirtschaftlichen Lebensbetreuung" ist eine interessante Aussage eines Familienunternehmens in der Honorarberatung. Frerk und Frank Frommholz haben sich zur Aufgabe gestellt, dieses Motto gemeinsam mit ihren Kunden umzusetzen.

Honorarberatungsmodell Frommholz

Ein Beratungsprozess muss mit dem intensiven gegenseitigen Kennenlernen beginnen. Ziele, persönliche Werte und Daten werden abgeglichen.

Um nochmals auf das eingangs erwähnte Finanzwissen einzugehen ist es grundsätzlich wichtig, das sich Verbraucher Know-how aneignen. Es sind im Grunde ein paar Parameter, über die sich in der Geldanlage Gedanken gemacht werden sollte. Wie viel Geld habe ich, für welchen Zweck (Vorsorge, Bauen...), in welchem Zeitraum. Und ein Mix, also nicht alles in ein Finanzprodukt anlegen ist wichtig - das wäre dann Totalverlust.

(Quelle: STATISTA / Bundesfinanzministerium)

 

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