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Innovatives Management von Geschäftsprozessen im Mittelstand

Düsseldorf, 30.06.2014 19:02 Uhr (Frank Schulz)

"Veränderung ist die einzige Konstante" - in der freien Übersetzung des Heraklit von Ephesus. Sich ändernde Wertschöpfungsketten führen zwangsläufig auch zu Veränderungen der Geschäftsprozesse. Wie können diese wettbewerbsorientiert abgebildet werden?

"Die organisatorische Kompetenz der Führungsspitze bildet die Grundlage für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Aber nur knapp acht Prozent der befragten Unternehmen schätzen die Qualität des eigenen Geschäftsprozessmanagements als so gut ein, dass sie Geschäftsprozesse bei Veränderungen in der unternehmerischen Umwelt schnell und zielgerichtet anpassen können". Das ist eine Kernaussage der Studie "Zukunftsthema Geschäftsprozessmanagement" von PricewaterhouseCoopers (PwC).

Veränderungen abbilden

Wo kommen die Veränderungen eigentlich her? Nach Aussagen von Unternehmen sind es der zunehmend globale Wettbewerbsdruck und vor allem die Komplexität der Geschäftsmodelle. Einmal erlernte Kompetenzen reichen heute nicht mehr aus. Vor allem Führungskräfte stehen unter einem enormen Druck ständig "In-Market" sein zu müssen und immer einen Schritt voraus zu sein. Da reichen so manche Vorgehensmodelle und so manche Methodiken nicht mehr aus.

Die Herausforderung der Unternehmen ist die Schaffung einer integrierten Geschäftsprozesslandschaft und eine Interoperabilität im Handeln. Gleichzeitig müssen Methoden schnell und effektiv anpassbar sein. Zudem liegt die entscheidende Lösung nicht mehr im Top-Down, also das die Führungskräfte alles alleine entscheiden; die relevanten Abteilungen und Personen sollten eingebunden werden.

PwC Studie zur Bedeutung von Geschäftsprozessen
PwC Studie zur Bedeutung von Geschäftsprozessen

Diese Grafik lässt erkennen, welchen Stellenwert das Geschäftsmodellmanagement in ausgewählten Branchen ausmacht und...

PwC Studie zum Umsetzungspotenzial bei Geschäftsprozessen
PwC Studie zum Umsetzungspotenzial bei Geschäftsprozessen

...wie der aktuelle Stellenwert ist. Eine gravierende Lücke zwischen Erkennen und Umsetzung!

Selbst öffentliche Institutionen wenden vermehrt klar definierte Geschäftsprozesse an. Man vermutet es nicht, aber es geht hier "nur" um die individuelle Erstellung von Statistiken. Beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz heißt es: "Die Qualität statistischer Daten hängt nicht zuletzt davon ab, wie ihr Herstellungsprozess organisiert ist".

Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) hat ein Generisches Geschäftsprozessmodell für die amtliche Statistik entwickelt (Generic Statistical Business Process Model, GSBPM).

Rheinland Pfalz Statistiken

Um statistische Daten auf die Nutzerbedürfnisse auszurichten, sollten Datenproduzenten und Kunden zunächst vereinbaren, worüber eine Information gewünscht wird!

Modern und Effektiv

Selbst in der Entwicklung von Software für das Prozessmanagement gibt es Unterschiede in der Vorgehensweise. Es werden im Kern drei Methoden genannt: Modellierung mit UML (Unified Modeling Language), EPK (ereignisgesteuerten Prozessketten) und BPMN (Business Process Model and Notation).

Bei der Prozessmodellierung geht das BPMN Modelleinen innovativen Weg: die Einbindung möglichst vieler Teams von Beginn an. Und das mit einem flexiblen Benutzerinterface auf Basis des Webbrowsers. Ein Kauf und die Installation in unternehmenseigene IT-Strukturen müssen hierbei nicht erfolgen. Ein kurzes Erklärvideo gibt Klarheit:

* Begriffserklärung: Die Business Process Modelling Notation (BPMN) wurde von der Business Process Management Initiative (BPMI) entwickelt, einem Non-Profit-Konsortium bestehend aus einer Reihe von Unternehmen wie z.B. In talio, Adobe, Cap Gemini, SAP, PeopleSoft. Die BPMI hat sich zum Ziel gesetzt, einen ganzheitlichen offenen Standard für die Modellierung, Implementierung und Ausführung von Geschäftsprozessen zu entwickeln. Dabei wird ein Ansatz verfolgt, bei dem die geschäftsseitige wie auch die IT-seitige Betrachtung der Geschäftsprozesse berücksichtigt wird. (Quelle: Dr. Schniz GmbH).

Unternehmen wie Signavio bieten moderne BPM Software als sogenannte SaaS Lösung an. D.h., beim Software-as-a-Service mietet der Kunde die Software und muss diese nicht unbedingt kaufen. Diese Lösungen haben Vorteile: Der Kunde kann immer auf eine aktuelle Version zugreifen und die Kosten sind transparent.

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz / PricewaterhouseCoopers / Signavio / Dr. Schniz GmbH)

 

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