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Start-ups in Berlin oder München? Junge Unternehmer schwimmen gegen den Strom

Düsseldorf, 19.10.2015 16:02 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Wer in der heutigen Zeit eine gute Geschäftsidee hat, die er in einem eigenen Unternehmen umsetzen möchte, gründet ein Start-up.

Er sucht Kapitalgeber, vernetzt sich mit anderen Existenzgründern und hofft darauf, ein schnelles Wachstum in einem fruchtbaren Umfeld hinlegen zu können. Berlin hat eine enorme Strahlkraft und ist nach wie vor die Stadt, die die meisten Existenzgründer anzieht. Zahlreiche Inkubatoren haben sich in der Hauptstadt angesiedelt, um aus ihrer Sicht hoffnungsvollen Start-ups finanziell anzuschieben.

Berlin und München: Es hat nicht nur Vorteile, sich mit anderen Gründern zu umgeben

Nach Berlin ist München die zweite wichtige Stadt, in der deutsche Start-ups ihr Glück versuchen. Die Gründermesse Bits und Pretzels hat sich von einem Münchner Regionalprojekt längst zu einer international besetzten Veranstaltung entwickelt, deren Strahlkraft weit über Stadt an der Isar hinausgeht. Die Vorteile, in einem Umfeld zu gründen, in dem viele andere den Schritt in die Selbständigkeit wagen, liegen auf der Hand: Wer mit anderen vernetzt ist, kann Synergien bilden, beobachten, wer welche Fehler macht und auf ein großes Netzwerk aus Inkubatoren und Juristen zurückgreifen.

Statista Grafik Start-ups in Regionen
Quelle: Statista - CC BY-ND 3.0

Doch es gibt Risiken: Die Gründerszene in Berlin und München scheint sich manchmal nur um sich selbst zu drehen. Wer mehrmals pro Woche mit anderen Gründern zu Meetups und Workshops zusammentrifft, hat manchmal kaum genügend Zeit, sich um sein Kerngeschäft zu kümmern. Auch ist die Gefahr, dass die eigene Geschäftsidee kopiert wird, in einem regen Gründerumfeld relativ groß. Und schließlich ist es gar nicht so einfach, in einer regen Gründerszene mit der eigenen Idee aufzufallen und die Publicity zu erhalten, die im entscheidenden Moment der Gründung so wichtig ist.

Gegen den Strom schwimmen und die volle Aufmerksamkeit genießen

Wer gegen den Strom schwimmt und in einer kleineren Stadt gründet, muss bisweilen mit einem gründerskeptischen Umfeld vor Ort kämpfen und bei der Finanzierung statt auf einen Inkubator auf Crowdfunding setzen. Aber er kann sich voll auf sein Business konzentrieren.

Auch die Infrastruktur ist an den Nebenschauplätzen der Gründerszene weit besser, als viele vermuten: Kassel liegt vielleicht nicht am Nabel der Welt, aber doch relativ zentral in Deutschland und ist von Lieferanten und Co. deutlich besser zu erreichen als beispielsweise Berlin. Vielleicht gibt es hier nicht an jeder Ecke Coworking Spaces. Wer eine größere Veranstaltung organisiert und Firmenkunden einlädt, kann hier den Veranstaltungsraum miete
und die volle Aufmerksamkeit der Stadt genießen. Warum also nicht den großen Freiraum jenseits der Gründerzentren nutzen und sich ganz der eigenen Idee hingeben?

(Quellen: BZ Berlin/ Statista / Kongress Palais Kassel)

 

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