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Baader Bank Anleihenmarkt | Günstige Finanzierungskonditionen für Unternehmen

Düsseldorf, 08.04.2016 12:35 Uhr (Klaus Stopp)

Klaus Stopp ist Leiter Skontroführung Rente bei der Baader Bank. Er meint: Verwunderlich ist es nicht, dass sich nahe dem Renditetief diverse Unternehmen die günstigen Finanzierungskonditionen am Kapitalmarkt sichern wollen. Ein Überblick.

Nachdem erst vor kurzem die Deutsche Post aktiv wurde, hat sich nun das ebenfalls im Transportwesen tätige US-amerikanische Unternehmen Fedex Corporation mittels vier Bonds insgesamt 3 Mrd. Euro beschafft.

Die Ausstattung der einzelnen Anleihen richtet sich nach der Laufzeit und stellt sich wie folgt dar: A18ZZ5 / 2019 als Floater (3-Monats-Euribor +55 bps), A18ZZ6 / 2020 mit 0,50% p.a., A18ZZ7 / 2023 mit 1,00% p.a. sowie A18ZZ8 / 2027 mit einer Zinszahlung von 1,625% p.a. Bei allen Anleihen wurde eine Mindestanlagesumme von 100.000 € festgelegt und mit Ausnahme des Floaters wurde auch immer ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) festgeschrieben.

Ebenso aktiv war das im Pharmasektor ansässige französische Unternehmen Sanofi. Es wurden spielend 1,8 Mrd. € als Tri-Bonds am Markt platziert. Bei der ersten Anleihe handelt es sich um einen Zerobond (A18ZSB) im Volumen von 500 Mio. € mit Fälligkeit am 05.04.2019. Das Papier wurde mit 99,85% und somit +17 bps über Mid Swap emittiert. Die zweite im Bunde ist eine 8-jährige Anleihe (A18ZSC), die 600 Mio. € schwer ist. Das Papier bietet dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,625% bis zum Laufzeitende am 05.04.2024. Die Anleihe wurde mit +37 bps über Mid Swap gepreist und folglich zu 99,38% emittiert. Eine 12-jährige Anleihe (A18ZSD) im Volumen von 700 Mio. € komplettiert das Dreigestirn. Es werden jährlich Zinsen in Höhe von 1,125% bis zum Laufzeitende am 05.04.2028 bezahlt. Gepreist wurde mit +50 bps über Mid Swap bzw. bei 99,133%. Sanofi entschied sich bei allen hier aufgeführten Anleihen für die Mindeststückelung von 100.000 € und mit Ausnahme des Zerobonds besitzen alle Papiere ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).

Anleihen profitieren von Angst vor BigBang am Aktienmarkt

In den vergangenen Handelstagen war das Geschehen im Rentenhandel von der Angst vor einem „Big Bang“ am Aktienmarkt geprägt und die deutschen Bundesanleihen sowie der damit korrelierende Euro-Bund-Future profitierten von der Flucht in Sicherheit. Es war also nicht verwunderlich, dass die psychologische Marke bei 164% nach oben durchbrochen werden konnte. Hierbei wurde ein neues Hoch bei 164,43% erreicht. Die dabei erzielte Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe belief sich auf 0,105% und näherte sich dem knapp vor einem Jahr erreichten Rekordtief bei 0,07% an. Somit lässt sich konstatieren: Geschichte wiederholt sich doch!

Die Frage wird nun allerdings sein, ob sich der zweite Teil der Ereignisse von 2015 ebenfalls wiederholt. Damals stieg die Rendite innerhalb von 1½ Monaten auf 0,99%. Es darf trotz der Gefahr eines Zinsschocks allerdings bezweifelt werden, dass sich dieser Teil ebenfalls wiederholen wird. Daher bleibt nur die Chartanalyse, um die künftige Entwicklung zu prognostizieren.

Baader Bank Anleihen Handelsraum

Nachdem am gestrigen Handelstag das Hoch vom Dienstag nicht mehr erreicht werden konnte, besteht grundsätzlich die Gefahr von Gewinnmitnahmen beim Rentenbarometer. Die erste Unterstützung verläuft im Bereich der psychologischen Marke bei 163% und besteht aus mehreren Mitte März erreichten Hochs und Tiefs. Nach oben blickend gilt es die 164%-er Hürde zu überwinden, um dann das bisherige Renditetief nochmals zu testen. Doch aufgrund der hohen Bewertung beim Euro-Bund-Future ist die Aufwärtsbewegung ohne massive Eingriffe von außen begrenzt.

Es bleibt also spannend, denn zumindest am Rentenmarkt klettert immer etwas. Entweder der Kurs oder die Rendite!

Eurostaaten kochen auf Sparflamme

In den USA wurde den Investoren eine Verschnaufpause gegönnt und „lediglich“ T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten zum Kauf im Gesamtvolumen von 87 Mrd. USD angeboten. Doch bereits in der kommenden Woche werden T-Notes mit Laufzeiten von 3 und 10 Jahren bzw. T-Bonds mit einer Endfälligkeit in 30 Jahren neu aufgelegt werden.

Baader Bank Anleihen Neuemisson

Griechenland hat sich in dieser Woche trotz diverser Vorwürfe bezüglich des nicht vorhandenen Reformwillens ca. 1,14 Mrd. € für 6 Monate am Geldmarkt beschaffen können. Die dafür zu akzeptierende Rendite belief sich auf unverändert 2,97%. Ansonsten waren in Euroland lediglich Deutschland, Österreich und Spanien am Kapitalmarkt aktiv geworden. Die Neuemissionen im Gegenwert von ca. 9 Mrd. € entsprechen nur der Hälfte der Rückzahlungen von ca. 18 Mrd. €, was wiederum der guten Kassenlage geschuldet sein könnte. Österreich stockte 2 Altemissionen (A18X6P / 2026 ; A18X6Q / 2047) auf und Spanien plant die Refinanzierung bei 3 Anleihen (A18YPG / 2021 ; A18W1C / 2026 ; A18YZ6 / 2046). In Deutschland wurde bereits am gestrigen Mittwoch das Emissionsvolumen der aktuellen 2-jährigen Bundesschatzanweisung (110463) um 4 Mrd. € auf insgesamt 13 Mrd. € erhöht. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,48%.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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