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Börsenexperte Robert Halver: Angst vor dem bösen Aktien-Monat Mai?

Frankfurt am Main, 02.05.2016 13:17 Uhr (Robert Halver)

Aus Gründen der Saisonalität muss für die deutschen Aktienmärkte die Börsenweisheit Sell in May and go away nicht gefürchtet werden.

Dazu fehlt schlicht und ergreifend der Gewinnpuffer, der sich im Tertial der ersten vier Monate 2016 nicht aufgebaut hat. Massive Gewinnmitnahmen zur Sicherung von Aktienrenditen scheitern mangels Masse.

Trotz einer zurückhaltenden konjunkturellen Lagebeschreibung ist der ifo Index in seiner Erwartungskomponente zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Daneben haben die Themen Asien-Krise und Preisschwäche bei Rohstoffen an Brisanz verloren. Risikoentspannend für die Aktienmärkte ist auch die zinserhöhungsunwillige US-Notenbank. Ohnehin bleibt das Sicherheitsnetz der internationalen Geldpolitik angesichts unübersehbarer Stabilitäts- und politischer Risiken wie Brexit eng geknüpft. Saisonalitätsrisiken im Sinne der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ sind auch nicht zu erwarten. Es fehlt an Kursgewinnen, die realisiert werden können.

Baader Markets Robert Halver Entwicklung DAX

Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes geben der konjunkturellen Lage zwar kein gutes Zeugnis. Doch zeigen sich die Geschäftserwartungen mit einem Anstieg auf 100,4 nach zuvor 100 - im Einklang mit ebenfalls aufgehellten ZEW Konjunkturerwartungen - freundlicher.

Ein Wermutstropfen ist sicherlich das nachgebende Geschäftsklima im Handel. Die sich weiter verbessernde Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe als wesentlicher Treiber der deutschen Wirtschaft zeigt jedoch, dass die weltkonjunkturellen Unsicherheitselemente - China, Schwellenländer, Rohstoffbaisse - an Bedeutung verlieren.

Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 - Verschnaufpause auf dem Weg nach oben

Aus charttechnischer Sicht ergeben sich im DAX neue Chancen, wenn die Widerstände bei 10.300 und schließlich 10.485 Punkten dynamisch überwunden werden. Darüber warten die nächsten Hürden bei 10.743, 11.154 und 11.430. Auf der Unterseite weitet sich die laufende Konsolidierung zu einer Korrektur aus, wenn die Unterstützung bei 10.123 Punkten durchbrochen wird. Darunter warten wichtige Haltelinien bei 9.893 und an der unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei 9.835 Punkten.

Im Euro Stoxx 50 liegt auf dem Weg nach oben die erste starke Widerstandszone zwischen 3.137 und 3.200 Punkten. Wird diese überwunden, treten die Hürden bei 3.198, 3.290 und 3.325 in den Vordergrund. Auf der Unterseite verläuft die erste Auffangzone bereits zwischen 3.090 und 3.063 Punkten. Wird diese durchbrochen, kann es zu einer Korrektur in Richtung der Unterstützungen bei 2.990 und 2.950 kommen.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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