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Baader Anleihen News: Shell offeriert Sixpack und Spaniens 50-jährige Anleihe

FrankfurtRheinMain, 17.05.2016 11:54 Uhr (Klaus Stopp)

Das im Erdölraffinerie-Sektor tätige Unternehmen Shell rüstete sich für die Zukunft und refinanzierte sich am Kapitalmarkt. Um für zukünftige Projekte ausreichend mit Liquidität ausgestattet zu sein, entschied man sich zur Aufnahme einer Multitranche.

Es wurden insgesamt 6 Anleihen begeben, wovon 4 auf US-Dollar lauten, die sich zu einem Gesamtvolumen von 7,25 Mrd. USD addieren. Die Ausstattung der einzelnen US-Dollar Anleihen richtet sich nach der Laufzeit und stellt sich wie folgt dar: A181DU / 2019 mit 1,375% p.a., A181DS / 2021 mit 1,875% p.a., A181DT/ 2026 mit 2,875% p.a. sowie A181DR / 2046 mit einer Zinszahlung von 4,00% p.a.

Die beiden Euro-Anleihen hingegen belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von 1,75 Mrd. €. Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 750 Mio. € schwere 8-jährige Anleihe (A181L9) mit Fälligkeit am 12.05.2024. Der Anleger erhält eine jährliche Verzinsung von 0,75%. Das Pricing erfolgt mit +45 bps über Mid Swap und somit bei 99,899%. Die zweite Tranche, eine 12-jährige Anleihe (A181MA) hat ein Volumen von 1 Mrd. € und ist am 12.05.2028 endfällig. Der Investor erhält 1,25% p.a. Der Ausgabepreis lag bei 98,965% (Mid Swap +65 bps).

Shell entschied sich bei allen USD-Tranchen für eine Mindeststückelung von 1.000 USD und bei den Euro-Anleihen für die Mindestanlagesumme von 100.000 €.

Aber auch der europäische Luftfahrtkonzern Airbus sicherte sich insgesamt 1,5 Mrd. € als Doppelpack. Der erste Bond (A181L6) mit 600 Mio. € wird mit 0,75% p.a. bis zum 13.05.2026 verzinst. Der Emissionspreis wurde bei 99,278% und somit 81,3 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe fixiert. Die zweite Anleihe (A181L7) hat ein Volumen von 900 Mio. € und einen jährlichen Kupon von 1,375% bis zur Fälligkeit am 13.05.2031. Der Emissionsspread lag bei +135,3 bps über der entsprechenden Bundesanleihe gleicher Laufzeit und folglich betrug der Ausgabepreis 98,464%. Airbus ließ bei beiden Bonds nicht nur ein optionales Sonderkündigungsrecht (Make-Whole-Option), sondern auch die Mindestanlagesumme von jeweils 100.000 € in den Emissionsbedingungen festschreiben.

Baader Bank Anleihen Handelsraum

Die Zeit ist reif für eine technische Reaktion, aber ...

Es gibt Börsentage an denen sich die Verhaltensmuster der Investoren ähneln, aber manchmal auch nicht. So geschehen in den vergangenen Handelstagen. Obwohl sich der Aktienmarkt wieder stabilisieren konnte, hat sich das Rentenbarometer nicht von seinem Weg nach oben abbringen lassen. Die oft festgestellte Korrelation zwischen Aktien und Renten wurde also in dieser Handelswoche ad absurdum geführt und es kam zumindest phasenweise zu einem Gleichschritt der beiden Assetklassen.

Doch nun ist der Euro-Bund-Future nach sechs aufeinander folgenden Handelstagen in luftige Höhen vorgedrungen und schickt sich an, das Hoch vom 11. April (164,60%) zu testen. Sollte das nicht gelingen, so wäre eine technische Gegenreaktion um ⅓ der jüngsten Aufwärtsbewegung möglich. Die daraus resultierende Unterstützungslinie würde bei ca. 163,40% verlaufen und im Bereich von ca. 163,10% um eine aus mehreren Hochs und Tiefs Ende Januar gebildete Linie verstärkt werden. Obwohl sich bei der Aufwärtsbewegung die Anzeichen einer nachlassenden Dynamik mehren, ist ein Test des bisherigen Hochs bei 164,60% infolge der Entwicklung an den Aktienmärkten zu erwarten. Aktuell notiert das „Sorgenbarometer“ bei 164,47%.

Spanien verschuldet sich über Anleihe für 50 Jahre

In den USA wurde in dieser Woche den Investoren wieder einiges zum Kauf angeboten. Neben den üblichen Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten für insgesamt 102 Mrd. USD wurden auch Bonds für 62 Mrd. USD mit Fälligkeiten in 3, 10 und 30 Jahren aufgelegt. Die Anleger konnten also aus dem Vollen schöpfen.

In Euroland hingegen wurden von den zuständigen Stellen insgesamt lediglich ca. 15 Mrd. € aufgenommen. Hierbei emittierte die Slowakei eine neue Anleihe (A181DY / 2026) und Altemissionen der Niederlande (A1VNKY / 2026) und Österreichs (A18X6P / 2026 ; A1HJL6 / 2034) wurden aufgestockt. In Deutschland standen ebenfalls Zeichnungen für 2 Anleihen auf der Agenda. Zum einen wurde bereits am Dienstag die inflationsindexierte Anleihe (103055 / 2030) um 1 Mrd. € auf insgesamt 8 Mrd. € aufgestockt. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Gattung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,75%. Überzeichnet war allerdings der gestrige Tender der zweijährigen Bundesschatzanweisungen (110464) über 5 Mrd. €, die bei einer Durchschnittsrendite von -0,51% abgerechnet wurden. Auch Irland hat sich über die Aufstockung einer Altemission (A1ZUS5 / 2022) finanziellen Freiraum geschaffen.

Das europäische Highlight der Woche war allerdings die Auflegung einer 50-jährigen Anleihe durch Spanien im Volumen von 3 Mrd. €, für die Orders in Höhe von mehr als 10,5 Mrd. € vorlagen. Die Nominalverzinsung dieser langfristigen Mittelaufnahme beläuft sich auf 3,45%. Ob der Aufschlag gegenüber der 10-jährigen Anleihe, die momentan mit ca. 1,6% rentiert, angemessen ist, muss jeder Investor selbst entscheiden.

Bitcoin und die Gemeinde Zug

Die kleine Schweizer Gemeinde Zug zeigt sich innovativ und als globaler Technikpionier. Als weltweit erste Stadt akzeptiert sie die Digitalwährung Bitcoin bis zu 200 SFR in einem Pilotprojekt ab dem 1. Juli als Zahlungsmittel für Leistungen des Einwohneramtes. Dennoch gelten weiterhin die Währungen Euro und US-Dollar als die besser etablierten Leitwährungen.

In der vergangenen Berichtswoche zeigte sich eben dieses Währungspaar kaum verändert. Zum Wochenausklang sorgte der US-Arbeitsmarktbericht kurzzeitig für Bewegung am Devisenmarkt. So stieg der Euro bis auf 1,1479 USD, um nur kurz danach seine Gewinne allesamt wieder abzugeben und sich mit 1,1404 Dollar ins Wochenende zu verabschieden. Seither bewegt sich der Eurokurs in sehr ruhigem Fahrwasser. Aufgrund fehlender Impulse lag die Tradingrange der vergangenen Handelstage zwischen 1,1359 USD und 1,1446 USD.

Für mehr Aufregung sorgte wieder einmal die ziemlich volatile Kursentwicklung des brasilianischen Reals aufgrund der zunehmenden politischen Unsicherheit im Land. Zudem hat die Ratingagentur Fitch das Rating Brasiliens von BB+ auf BB gesenkt, mit negativem Ausblick. So hatte die Währung zu Wochenbeginn massive Kursverluste zu verkraften und fiel zum Euro bis auf 4,1829 BRL, konnte diese jedoch in kürzester Zeit wieder wettmachen und handelt nun bei 3,93 BRL.

Auf der Suche nach rentablen Investments standen in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen in norwegischen Kronen auf den Kauflisten. Aber auch Fremdwährungsanleihen in US-Dollar, südafrikanischen Rand und brasilianische Real fanden ihre Käufer.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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