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Investmentstrategien: Privatanleger wünschen persönliche Finanzberatung

Düsseldorf, 30.05.2016 08:12 Uhr (Gastautor)

Privatanleger sind laut einer Umfrage der Natixis Global Asset Management offen für neue Investmentstrategien und gehen wieder mehr auf den persönlichen Finanzberater zu.

Angesichts komplexer und volatiler Märkte halten die meisten deutschen Investoren (68%) eine traditionelle Asset Allokation von 60% Aktien und 40% Anleihen mittlerweile für überholt. Die Mehrheit der Befragten (72%) hält deshalb nach neuen Anlagestrategien Ausschau, die eine geringere Korrelation zum breiten Markt aufweisen und gleichzeitig bessere risikobereinigte Anlagechancen bieten (weltweit: 77%). Darüber hinaus setzen fast drei Viertel der Anleger (74%) bevorzugt auf Strategien, die ihnen dabei helfen, ihre Portfolios noch breiter zu diversifizieren und vor Marktschocks zu schützen (weltweit: 75%).

Den Umfrageergebnissen zufolge ist praktisch die Hälfte der deutschen Privatanleger (48%) bis dato nicht in alternativen Investments engagiert. Allerdings geben über 53% der Befragten an, mit ihrem Finanzberater bereits über diese Anlageformen gesprochen zu haben. Dieser Anteil ist im Vergleich zur Vorjahresumfrage angestiegen. So gaben 2015 lediglich 46% der Investoren aus Deutschland an, mit ihren Beratern schon einmal über alternative Anlageformen diskutiert zu haben. Dies zeigt, dass man diesem Thema aufgeschlossener gegenübersteht und die Investoren für alternative Anlagestrategien inzwischen offener sind. Nichtsdestotrotz geben 34% der deutschen Investoren an, immer noch nicht genug über alternative Anlageformen zu wissen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Anleger mehr Know-how benötigen, um bessere Investmententscheidungen zu treffen und ihre Portfolios dadurch verbessern zu können.

Der Wunsch nach individueller und persönlicher Finanzberatung

Die meisten befragten Investoren aus Deutschland (59%) sind davon überzeugt, dass sie ihre Anlageziele, einschließlich ihrer Altersvorsorge, nur mit Hilfe eines professionellen Finanzberaters erreichen können (weltweit sind es 62%). Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer wünscht sich auch ein persönliches Treffen mit ihren Beratern, um ihre eigene Finanzexpertise dadurch noch auszubauen (42%) und Produktangebote zu erhalten, die auch zu ihren persönlichen Auffassungen passen. So würden beispielsweise viele Investoren von ihren Finanzberatern gerne mehr Informationen zu sozial verantwortungsbewussten Investments erhalten. Lediglich 42% der deutschen Anleger geben an, mit ihren Beratern bereits über nachhaltige Investments gesprochen zu haben (weltweit: 51%).

Mehr denn je scheint die Rolle des Finanzberaters von entscheidender Bedeutung zu sein, damit Anleger wirklich fundierte Anlageentscheidungen treffen können. Neben der Portfolioperformance finden die Investoren bei einer persönlichen Finanzberatung folgende Kriterien besonders wichtig:

Für die Mehrheit der deutschen Anleger hat Sicherheit oberste Priorität

Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, dass deutsche Privatanleger keine höheren Risiken eingehen möchten. Die meisten Befragten (75%) geben der Sicherheit ihres Kapitals Vorrang vor den Investmenterträgen. Diese Auffassung teilen auch 79% der weltweit befragten Investoren. Außerdem bezeichnen 74% der Anleger aus Deutschland ihr Anlageverhalten als defensiv (gegenüber 26%, die sich als aggressiv einschätzen).

Natixis Global Studie Privatanleger

In deutlichem Widerspruch dazu stehen jedoch die Ertragserwartungen. So hält die Mehrheit der deutschen Privatanleger (66%) einen durchschnittlichen Jahresertrag von 10% für langfristig realistisch (im Vergleich dazu streben 64% der Umfrageteilnehmer weltweit einen Ertrag von 9,5% an). Im Gegensatz dazu findet es jedoch mehr als die Hälfte der deutschen Investoren (55%) schwierig, bei Marktschwankungen nicht emotional zu reagieren (gegenüber 56% weltweit). Gleichzeitig fühlen sich 67% (weltweit sind es 66%) machtlos, wenn es um den Schutz ihrer Portfolios gegen Marktschocks geht.

Was die Finanzplanung der Investoren betrifft, so offenbart die Studie außerdem eine große Kluft zwischen den Anlagezielen und den konkreten Investitionsaktivitäten der Anleger. Obwohl etwas mehr als die Hälfte der deutschen Investoren (56%) Anlageziele anstrebt (im Vergleich zu 49% weltweit), verfügt nur eine Minderheit der Befragten (33%) auch über einen konkreten Finanzplan, um diese Ziele zu erreichen (weltweit: 37%).

Hintergrund:

Im Zuge der Studie wurden insgesamt 7.000 Privatinvestoren aus 21 Ländern, davon 400 aus Deutschland, befragt. Die aktuelle Umfrage liefert interessante Erkenntnisse über deutsche Privatanleger - beispielsweise zu ihrer Einstellung gegenüber Index-Investments.

(Quelle: Jörg Knaf, Executive Managing Director von Natixis Global Asset Management für Deutschland, Österreich und der Schweiz.)

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