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Robert Halver zur aktuellen Finanzmarktlage und Anlegerstimmung

Frankfurt am Main, 01.06.2016 07:57 Uhr (Robert Halver)

Der Brexit bleibt ein theoretischer Elefant im Porzellanladen der Finanzmärkte. UND: Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 - Der Widerstand bei 10.250 DAX-Punkten ist markant.

Ein Brexit würde die strukturellen Risse im politischen Gemeinschaftswerk der EU deutlich offenbaren. Nicht zuletzt verlöre die EU einen starken Protagonisten für Marktwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit und auch an geostrategischer Bedeutung. Mittel- bis langfristig wären diese verschlechterten Rahmenbedingungen auch ein Damoklesschwert für europäische Aktien.

Laut Durchschnitt vieler Umfragen - die vom Datenanbieter Bloomberg angeboten werden - werden aktuell 50 Prozent der Briten für den Verbleib in und 38 Prozent für den Austritt aus der EU stimmen. Grundsätzlich hat es die Politik der EU ein gutes Stück weit selbst in der Hand, den Befürworten eines „Bremain“ über eine strikte Terrorbekämpfung vor allem im Rahmen der anstehenden Fußball-Europameisterschaft und eine EU-gemeinschaftliche Lösung der Flüchtlingskrise Wasser auf ihre Mühlen zu leiten. Immerhin, die griechische Schuldendramatik ist mit einem üblichen europäischen Husarenstück, das zumindest einen Zeitgewinn verspricht - da die Frage des Schuldenschnitts auf 2018 vertagt wurde - zunächst befriedet.

Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 - Der Widerstand bei 10.250 DAX-Punkten ist markant

Charttechnisch gilt es im DAX, auf dem Weg nach oben die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei 10.250 Punkten zu durchbrechen. Auf der Unterseite liegen erste Unterstützungen bei 10.128 und 10.080. Schließt der DAX deutlich unter der Unterstützung bei 9.753, dürften die nächsten Auffanglinien bei 9.498 und 9.332 angesteuert werden. Darunter bietet die noch nicht geschlossene Kurslücke zwischen 9.079 und 8.967 Punkten Halt.

Im Euro Stoxx 50 liegt der nächste Widerstand auf dem Weg nach oben am Anfang Mai durchbrochenen Aufwärtstrend bei derzeit 3.061, gefolgt von weiteren bei 3.106 und 3.137 Punkten. Werden auf der Unterseite hingegen die Unterstützungen zwischen 2.990 und 3.000 und schließlich 2.893 durchbrochen, müssen weitere Abgaben bis zunächst 2.860 und darunter bis rund 2.800 ins Kalkül gezogen werden. Darunter gibt eine noch nicht geschlossene Kurslücke zwischen 2.786 und 2.756 Punkten Halt.

Der Wochenausblick für die KW 22 - Wie viel Munition liefert die US-Konjunktur für eine Leitzinserhöhung im Juni?

Die OPEC wird auf ihrem bevorstehenden Treffen am 2. Juni 2016 wohl zu keiner Einigung in puncto Obergrenzen zur Rohöl-Förderung gelangen.

In China unterstreichen der erneut - wenn auch nur minimal - schwächere offizielle als auch der vom privaten Finanzdatenanbieter Caixin veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe die auf Nachhaltigkeit setzende, weiterhin verhaltene Konjunktursituation.

In den USA signalisieren verbesserte Konsumentenausgaben im April sowie eine Aufhellung des vom Conference Board ermittelten Verbrauchervertrauens Stabilisierungstendenzen beim Konsum. Der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor deutet ebenfalls auf eine Stimmungsverbesserung hin, während die harten Auftragseingänge in der Industrie diese jedoch noch nicht nachvollziehen. Der ebenfalls veröffentlichte Arbeitsmarktreport sowie der Konjunkturbericht der Fed werden vor der US-Notenbanksitzung am 15. Juni auf ihr Zinserhöhungspotenzial geprüft.

In der Eurozone suggeriert die Inflationsschätzung für Mai einen ungebrochenen Deflationsdruck und auch das von der EU-Kommission ermittelte Wirtschaftsvertrauen bleibt unbefriedigend. Entsprechend dürfte die EZB auf ihrer nächsten Sitzung die konjunkturellen Abwärtsrisiken benennen, ohne jedoch weitere geldpolitische Maßnahmen zu beschließen.

In Deutschland lassen verbesserte Einzelhandelsdaten auf einen weiterhin stabilen Konsum schließen.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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