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Kreditgeschäft - die Folgen der europäischen Geldpolitik

Düsseldorf, 22.06.2016 10:28 Uhr (Finanzredaktion)

Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken wirkt sich auch auf die Kreditvergabe der Banken aus. Hier existieren nach wie vor erhebliche Unterschiede bei den Konditionen.

Die Banken leiden unter der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) - besonders durch den negativen Einlagezins verdienen die Banken weniger an ihrem Kreditgeschäft.

Grund dafür sind die Gebühren, die die Banken an die EZB zahlen müssen, wenn sie Gelder bei der Zentralbank lagern. Seit März zahlen Banken für jeden geparkten Euro einen Negativzins von -0,4 Prozent. Dadurch verringern sich die Gewinne der großen deutschen Banken momentan - alleine im ersten Quartal sind die Erträge der Commerzbank um knapp 90 Millionen Euro gesunken. Bleibt dieser Trend bestehen, werden die Gewinne der fünf börsennotierten deutschen Banken bis 2018 um weitere 2,1 Milliarden Euro schmelzen. Diese Entwicklung wird sich noch weiter verschärfen, wenn viele Kreditverträge mit hohem Zinsniveau aus den letzten Jahrzehnten auslaufen und durch die heutigen Niedrigzinskredite ersetzt werden.

Aus Kundensicht

Was die Banken ärgert, freut jedoch die Menschen, die aktuell nach einem Darlehen suchen. Denn viele Banken versuchen, die niedrigen Zinsen durch pure Masse auszugleichen, und sind daher aggressiv auf der Suche nach Neukunden. Dabei entsteht ein Konkurrenzkampf unter den Finanzdienstleistern. Die Konditionen für Kredite werden stetig besser. Seit 2010 sind die Zinsen in Deutschland um 39 Prozent gesunken und erreichen in diesen Tagen ein Rekordtief – teilweise sind sogar Darlehen mit Null-Prozent-Finanzierung auf dem Markt vorhanden. Trotz des Konkurrenzkampfes gibt es erhebliche Unterschiede bei den Konditionen der verschiedenen Banken.


Bildrechte: Flickr Euro Steve Collis CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Norisbank bietet beispielsweise die Möglichkeit die aktuellen Kredit-Konditionen einzusehen - dazu gibt man lediglich die gewünschte Summe ein und erhält direkt die zu zahlenden Zinsen. Ähnliche Services bieten auch andere Banken, wodurch die Kosten für Kredite tagesaktuell eingesehen und verglichen werden können.

Auch Städte freuen sich

Von dem aktuellen Negativzins profitieren nicht nur Privatkunden, sondern auch Städte und Kommunen. Aufgrund der Niedrigzinspolitik schwimmen Banken momentan im Geld, allerdings können sie es nicht parken, dann wäre ein Negativzins fällig. Aus diesem Grund vergeben Banken Kredite an Städte und Kommunen mit Zinsen von bis zu minus 0,3 Prozent und belohnen sie mit einem Negativzins. Die Banken sparen dadurch die Strafgebühren der EZB und minimieren ihre Verluste durch Draghis Geldpolitik. Die Stadt Menden erhielt dadurch beispielsweise ein Darlehen über 15 Millionen Euro mit einem Zinssatz von minus 0,3 Prozent - dadurch bekommt die Stadt 1.600 Euro Negativzins als Belohnung überwiesen.

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