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Baader Markets Anleihen: Türkische Anleihen und Währungspaar USD/EUR

FrankfurtMain/München, 04.08.2016 10:54 Uhr (Klaus Stopp)

In dieser Handelswoche waren aufgrund der jüngsten Ereignisse rund um das Thema Türkei insbesondere Handelsaktivitäten bei Anleihen auf Türkische Lira zu beobachten.

Zu stark sind die Auswirkungen der „Entdemokratisierung“ auf die Wirtschaftsleistung des Landes, um diesen Faktor außer Acht zu lassen. Bereits durch den gescheiterten Putschversuches soll der Türkei ein Schaden von umgerechnet 90 Mrd. € entstanden sein. Unter diesen Voraussetzungen ist es sogar beachtlich, dass die türkische Landeswährung gegenüber dem Euro recht stabil bei ca. 3,3670 TRY gehandelt wird. Die infolge des Putschversuchs erreichten 3,4074 TRY wurden bisher nicht mehr überboten und das vorherige Niveau bei ca. 3,21 TRY gilt als realitätsfremd. Doch das kann sich in den nächsten Wochen noch ändern.

Baader Markets Fremdwährungsanleihen

Trotz aller Sonderfaktoren ist allerdings das Währungspaar USD/EUR weiterhin das aus europäischer Sicht am meisten beobachtete und gehandelte. Nach dem jüngsten Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank Fed und infolge diverser US-Konjunkturdaten konnte die europäische Gemeinschaftswährung von dem Tiefpunkt bei 1,0959 USD in der Spitze auf 1,1233 USD klettern. Zu groß ist die Unsicherheit, ob und wann der US-Leitzins angehoben wird, aber auch die nicht zu starke negative Auswirkung des Brexit ließen den Euro auf ein 6-Wochen-Hoch klettern. Am Tag vor den US-Arbeitsmarktdaten notiert die Währung der Euroländer aktuell bei 1,1140 USD.

Privatanleger setzen weiterhin verstärkt auf Fremdwährungsanleihen, um einerseits dem Niedrigzinsumfeld im Euroland zu entgehen und andererseits die damit verbundenen Devisenkursveränderungen bewusst in Kauf zu nehmen. Im Fokus standen insbesondere Anleihen auf Türkische Lira, US-Dollar, Brasilianische Real und Australische Dollar.

Gesamtlage am Anleihenmarkt eher seitwärts

Nachdem das Rentenbarometer in den beiden ersten Handelstagen der neuen Woche einen leichten „Schwächeanfall“ erlitten hat, wurde dieser Trend am gestrigen Mittwoch zumindest vorübergehend gestoppt. Die kleine Gegenreaktion endete allerdings bei 166,92%, knapp oberhalb der Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrends. In Erwartung der heutigen Zinsentscheidung aus London und der morgigen US-Arbeitsmarktdaten ist von einer Seitwärtsbewegung im Niemandsland auszugehen.

Das bedeutet unter charttechnischen Gesichtspunkten eine Tradingrange zwischen 166,38% (Tief vom 2.8.) und 167,37% (Hoch vom 2.8.). Erst beim Verlassen dieses Korridors kommen die Widerstandslinie bei 168% (mehrere Hochs im Juli) und die Unterstützung bei ca. 166,00% zum Tragen. Es ist zu befürchten, dass also auch der Euro-Bund-Future, der aktuell bei 166,75% notiert, eine kleine Sommerpause einlegt.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
Baader Bank AG
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www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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