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Robert Halver Finanzmarktanalyse: Ausfall des Zinsvermögens sind Aktienargumente

Düsseldorf, 27.09.2016 10:05 Uhr (Robert Halver)

Insgesamt halten sich die fundamentalen Argumente für Aktien allerdings in engen Grenzen. So hat die OECD jüngst ihre globale Wachstumsprognose für 2016 auf 2,9 nach 3,0 Prozent und 2017 auf 3,2 nach 3,3 Prozent gesenkt.

Selbst die erholte Konjunkturstimmung im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands und der Eurozone sollte nicht als Trendwende interpretiert werden. Es fehlen noch die harten Fakten. Insbesondere die Stimmung im Dienstleistungssektor - in Deutschland fiel der Einkaufsmanagerindex auf ein 16-Monats-Tief von 51,7 auf 50,6 - leidet stark unter den Symptomen einer konjunkturell und geopolitisch verunsicherten Nachfrage. Insgesamt bleibt die Konjunkturerholung der Eurozone blutleer.

Robert Halver Konjunktur Gewerbe

Unter normalen Bedingungen wäre eine gesunde Skepsis der Anleger dem Aktienmarkt gegenüber auch mit Blick auf geopolitische Gefahrenherde grundsätzlich angebracht. „Unnormalerweise“ kommen jedoch anhaltend starke Aktienargumente von der Geldpolitik als alles überstrahlende Faktoren. Der nachhaltige Ausfall des Zinsvermögens als attraktive Alternativanlageklasse bleibt ein massiv aktienstützendes Element.

Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 - Stabilisierungsversuche nach dem Rutsch

Charttechnisch trifft eine fortgesetzte Erholung im DAX bei 10.679 Punkten auf ersten Widerstand. Darüber warten Barrieren bei 10.743 und 10.802. Im Falle einer fortgesetzten Korrektur trifft der Index bei 10.535, 10.490 sowie 10.420 auf erste Unterstützungen. Darunter treten die Haltelinien bei 10.383, 10.250 und schließlich 10.128 Punkten in den Vordergrund.

Deutsche Börse Frankfurt DAX
Chartquelle: Börse Frankfurt

Im Euro Stoxx 50 kommt es zur weiteren Entspannung, wenn der Widerstand bei 3.063 überwunden wird. Kommt es zu einer Gegenreaktion, warten erste Unterstützungen bei 3.043 und 2.992 Punkten. Darunter liegt eine Unterstützungszone zwischen 2.950 und 2.930. Wird diese spürbar unterschritten, drohen weitere Kursverluste bis zur nächsten nennenswerten Auffanglinie bei 2.690 und darunter in Richtung des bisherigen Jahrestiefs bei 2.672 Punkten.

Börse Frankfurt Euro Stoxx 50
Chartquelle: Börse Frankfurt

Der Wochenausblick für die KW 39 - Was macht der ifo?

Auf dem Treffen der OPEC-Staaten mit Russland vom 26. bis 28. September in Algier dürfte es erneut zu keiner Einigung auf Öl-Fördergrenzen kommen, die den Ölpreis nachhaltig nach oben stabilisieren.

In China signalisiert die Verstetigung des vom Finanzdatenanbieters Caixin veröffentlichten Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe eine Konjunkturstabilisierung auf allerdings niedrigem Niveau.

In den USA verdeutlichen im August erneut rückläufige Auftragseingänge für langlebige Güter die angeschlagene Situation der US-Industrie. Hinzu kommt, dass sich auch das US-Konsumentenvertrauen laut Daten des Conference Board eintrübt.

In der Eurozone bestätigen schwache Inflationsschätzungen für September die EZB in ihren Bestrebungen einer nachhaltigen geldpolitischen Lockerung. Auch das von der EU-Kommission veröffentlichte Industrievertrauen bleibt verhalten.

In Deutschland dürfte die ifo Geschäftsklimadaten ihren Abwärtstrend der letzten beiden Monate stoppen, ohne jedoch einen nennenswerten Aufwärtstrend einzuschlagen. Währenddessen zeigt sich die Binnenkonjunktur gemäß GfK Konsumklimaindex und Einzelhandelsumsätzen robust.

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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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