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Banken in Not: FinTechs, Digitalisierung und ruinöser Niedringzins

Hamburg/FrankfurtamMain, 12.10.2016 16:16 Uhr (Finanzredaktion)

Zweidrittel der Entscheider in Banken sehen düstere Wolken am Kreditwirtschaftshimmel. Bankenaufsicht, Regulierung, Niedrigzinsen, Digitalisierung und IT bereiten Kopfzerbrechen. Die Konsolidierung naht.

Im Juli 2016 befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Sopra Steria Consulting insgesamt 120 Vorstandsmitglieder und Führungskräfte der bedeutendsten Banken Deutschlands und Österreichs. Davon 100 Institute aus Deutschland und 20 aus Österreich. Die Ergebnisse sind im neuen "Branchenkompass Banking 2016" zusammengefasst.

Branchenkompass Banken 2016

An der Not der Banken sind laut Sopra Steria Consulting hauptsächlich das ruinöse Zinsniveau, der wachsende Compliance-Druck und der verschärfte Wettbewerb mit zunehmender Konkurrenz aus der digitalen Welt schuld. Das Gros der Branche setzt als Ausweg auf verstärkte Digitalisierung. Doch wird auch dieser Rettungsring nicht lange oben schwimmen - wenn Banken ihr Geschäftsmodell nicht von Grund auf neu aus der Sicht des „digitalisierten Kunden“ umgestalten.

Ergebnisse des Branchenkompass Banken 2016

Zwei Drittel aller deutschen und österreichischen Banken rechnen damit, dass sich die Kreditwirtschaft bis 2019 schlechter entwickeln wird als die jeweilige Gesamtwirtschaft in beiden Ländern - vor zwei Jahren waren nur halb so viele derart pessimistisch gestimmt. Besonders negativ wirkt sich laut aktuellem Branchenkompass von Sopra Steria Consulting die fortgesetzte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank aus. Viele Banker sehen dadurch die Rentabilität mancher herkömmlichen Finanzprodukte grundsätzlich in Frage gestellt. Schwer belastet werden die Bilanzen aber auch vom steigenden Aufwand infolge immer neuer regulatorischer Anforderungen - zum Beispiel die anspruchsvollen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften im Risikomanagement-Framework von Basel III. Nicht zuletzt sehen viele Studienteilnehmer ihre Ertragslage durch branchenfremde Anbieter bedroht, die ihre digitalen Dienstleistungen direkt an die Wertschöpfungskette etablierter Banken andocken.

Fast alle (97 Prozent) glauben, dass der Regulierungsdruck die Prozess- und IT-Standardisierung weiter vorantreiben wird. Auch das Industrialisierungstempo dürfte in den kommenden zwei Jahren deutlich zulegen: 87 Prozent der befragten Entscheider planen bis 2019 entsprechende Investitionen im Bereich Gesamtbanksteuerung sowie 73 Prozent im Vertriebskanalmanagement. Durchschnittlich 20 Prozent der Investitionsetats fließen in die Erneuerung der IT-Anwendungslandschaft. Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind es mit 17 beziehungsweise 15 Prozent etwas weniger, bei Kreditbanken dagegen mit fast 30 Prozent deutlich mehr. Den größten Block im durchschnittlichen Investitionsbudget macht nach wie vor das Vertriebs- und Kundenmanagement aus. Hier stieg der Anteil in den vergangenen zwei Jahren von 20,9 auf 22,5 Prozent.

Neue Geschäftsmodelle der Banken 2016 vs 2014

Branchenkompass Banken Herausforderungen 2014

Die zentralen Herausforderungen der Banken in 2016 sind:

Um auf lange Sicht erfolgreich zu sein, genüge es allerdings nicht, traditionelle Servicekonzepte lediglich eins zu eins auf digitale Medien zu übertragen. Stattdessen sollten Banken die Beziehung zu ihren Kunden komplett überdenken, sagt Stefan Lamprecht, Division Director Banking bei Sopra Steria Consulting. Anspruchsvolle Serviceindividualisierung auf standardisierte Art und Weise umzusetzen ist die Herausforderung.

Der Branchenkompass Banken 2016 kann für Euro 75,00 inkl. MwSt (7%) hier erworben werden.

(Quelle: Sopra Steria Consulting zählt zu den Top Business Transformation Partnern in Deutschland. Als ein führender europäischer Anbieter für digitale Transformation bietet Sopra Steria eines der umfassendsten Angebotsportfolios für End-to-End-Services am Markt)

 

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