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MFS Investmentstrategie: Qualitative Unternehmensanleihen oder Aktien?

Boston/FrankfurtMain, 14.10.2016 12:31 Uhr (Gastautor)

Investoren werden durch viele Ereignisse wie die Zinspolitk der Notenbanken oder Wahlen verunsichert. Vieles wird verkompliziert und häufig verlieren Anleger die Fundamentaldaten aus den Augen.

Julian Edelman, einer der in den USA landesweit bekannten American-Football-Spieler der New England Patriots, wurde kürzlich gefragt, welchen Rat ihm sein Vater Frank für seine Spielerkarriere mit auf den Weg gegeben hat. „Besinne dich auf das Fundamentale im Leben. Es ist ein hartes, aber einfaches Leben“, hat er geantwortet.

Von James Swanson, MFS Chief Investment Strategist.

Das Fundamentale spielt nicht nur im Leben eine wichtige Rolle, sondern auch am Markt. Manchmal neigen wir allerdings dazu die Finanzwelt zu verkomplizieren, indem wir uns auf die Politik der Zentralbanken versteifen, auf politische Wahlen, technische Trends oder Kapitalbewegungen. Jedoch sollte der Fokus stets auf den Fundamentaldaten liegen: Denn auf lange Sicht wollen Investoren ihr Geld dort investiert wissen, wo sie mit guten und wachsenden Kapitalflüssen rechnen können. Dieser Cashflow - ob nun gemessen am Nettoertrag, den Gewinnspannen oder an der Eigenkapitalrendite - ist letztlich der ausschlaggebende Treiber für Aktienpreise. Investoren nehmen sogar Preisschwankungen in Kauf, um an diesen soliden Geldbewegungen teilhaben zu können. Im Grunde ist dies eine ganz simple Rechnung.

Niedrige Energiepreise und biliiges Geld

Der aktuelle Konjunkturzyklus in den USA wird – bezogen auf den Free Cashflow – als einer der größten in die Geschichte eingehen. Denn Unternehmen konnten sich Dank technischer Schachzüge von überschüssigem Geld befreien, auf billige Arbeitskräfte zurückgreifen und haben von den niedrigen Energiepreisen, billigem Geld und dem moderaten weltweiten Wirtschaftswachstum profitiert.

Aufgrund der globalen Finanzkrise blieb der Markt über Jahre hinweg vorsichtig. Die Aktienkurse stiegen infolgedessen deutlich langsamer als die Erträge oder Cashflows. Gleichzeitig haben Zentralbanken weltweit die Aktienmärkte mit ihrer außerordentlich expansiven Geldpolitik indirekt unterstützt, um geringem Wachstum und niedriger Inflation entgegenzuwirken. Der Markt ist also von zwei Pfeilern getragen worden: hohen Gewinnen und geringen Zinsen. Beide haben zu der Rallye beigetragen, die den S&P 500 mit 666 Punkten vor der Finanzkrise auf heute 2.150 Punkte ansteigen ließ.

MFS Investment Finanzmarkt ist brüchig

Die Situation hat sich zuletzt jedoch geändert. Das stabile Fundament für eine langfristig positive Marktentwicklung aus wachsendem Cashflow und Ertrag wackelt. Fallende Rohstoffpreise, ein verlangsamtes globales Wachstum und die erodierende Preissetzungsmacht sorgen für schlechte Erträge. Die Unternehmen bewegen sich unterhalb der Wachstumsschwelle. Auch Kostenprogramme, um dem entgegenzuwirken, können dies nicht mehr auffangen. Vor allem Verkaufs- und Verwaltungskosten sind in den meisten Branchen gestiegen, ebenso Personalkosten, und das bei Jahr für Jahr kontinuierlich schwächer werdendem Ertragswachstum.

Investmentmöglichkeiten - Aktien oder Anleihen?

Sechs Jahre lang erhielt der Markt einen deutlichen Schub durch eine effiziente, wachsende Privatwirtschaft und mit dem Rückenwind niedriger Zinsen im Anleihemarkt. Mittlerweile bleibt uns jedoch nur noch eine dieser Säulen, die auf dem schwachen Fundament der Zentralbankliquidität steht. Im Niedrigzinsumfeld hat sich die Auffassung etabliert, Aktien böten die einzig gute Investmentmöglichkeit. Dies macht mir Angst. Was passiert wenn die Zentralbanken uns nicht mehr mit niedrigen Zinsen versorgen? Dass die Märkte ohne Profite oder niedrige Zinsen weiterhin wachsen, bezweifle ich.

Glücklicherweise wird der Markt nicht von Euphorie angetrieben. Von dieser Situation könnten wir aber nicht mehr weit entfernt sein. Oft führte eine spätzyklische, euphorische Stimmung zu Überschwang am Markt. Der aktuelle Marktzyklus ist mit seinen mittlerweile acht Jahren der drittlängste der Geschichte. Der längste im vergangenen Jahrhundert dauerte zehn Jahre. Auch wenn ich hoffe, dass die Fundamentaldaten sich nachweislich wieder erholen, ist es wohl das Sicherste, sich schrittweise von diesem turbulenten Markt zu verabschieden.

Nur, wohin? Hoch qualitative Unternehmensanleihen sind zwar auch keine optimale Anlageklasse. Sie könnten dem Portfolio jedoch zusätzliche Stabilität verleihen, da sie allgemein weniger volatil als Aktien und ihre Renditen ausreichend kalkulierbar sind, um das nötige Investoreninteresse zu wecken.

(Quelle: MFS® wurde 1924 gegründet und ist heute ein aktiver, globale Assetmanager mit Investmentniederlassungen in Boston, Hongkong, London, Mexico City, São Paulo, Singapur, Sydney und Toronto. MFS verfolgt einen einzigartigen partnerschaftlichen Ansatz, um Mehrwert für seine Kunden zu schaffen.)

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