Finanzen Markt & Meinungen Startseite

 

Inflation: Investoren suchen Alternativen zu Aktien und Anleihen

FrankfurtamMain, 20.10.2016 17:36 Uhr (Klaus Stopp)

Die Verbraucherpreise steigen und des gibt weniger für den Euro. Auch bei der Inflation hat die EZB indirekt die Finger im Spiel. Investoren wie die Allianz gehen neue Wege und beteiligen sich an der Gebrauchtwagenplattform InstaMotion.

Als Hauptgrund für den Zuwachs der Inflation im September nennt das Statistische Bundesamt den Anstieg der Nettokaltmieten um 1,3 Prozent. Dies ist zumindest indirekt auf die Geldpolitik der EZB zurückzuführen, die deutlich steigende Immobilienpreise und damit im Endeffekt höhere Mieten zur Folge hat. Dämpfend wirkt zwar momentan noch die rückläufige Preisentwicklung beim Erdöl, was sich aber in den kommenden Monaten aufgrund des nicht mehr vorhandenen Basiseffekts ändern wird.

RZB Inflation seit 1961

? Was ist Inflation: Erhöhen sich die Güterpreise allgemein, und nicht nur die Preise einzelner Produkte, so spricht man von „Inflation“. Ist dies der Fall, so kann man für einen Euro weniger kaufen oder anders ausgedrückt: Ein Euro ist dann weniger wert als zuvor.

Die aktuelle Verabschiedung von negativen Renditen bei 10-jährigen Bundesanleihen ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass die US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten eine sanfte Zinswende vollziehen und den Basiszins zum ersten Mal nach Dezember 2015 erneut anheben wird. Aber nur, wenn die politischen Verhältnisse nach der US-Präsidentschaftswahl so stabil sind, dass hierdurch keine negativen Marktreaktionen zu erwarten sind.

Kein grundsätzlicher Rückzug der großen Investoren aus soliden europäischen Bonds trotz Inflation möglich.

Dass manche Marktbeobachter angesichts der Erwartung höherer Inflationsraten einen Rückzug von Investoren aus Anleihen sehen, kann aber in dieser Absolutheit nicht geteilt werden. Es stimmt zwar, dass die Renditen 10-jähriger Papiere aus Deutschland und Großbritannien zwischenzeitig auf den höchsten Stand seit dem Brexit-Votum von Ende Juni geklettert sind. Und auf Sicht von 12 Monaten scheint eine Rendite der 10-jährigen „Bunds“ in einer Range von minus 0,1 Prozent bis plus 0,5 Prozent möglich zu sein.

Druck auf Versicherer wird noch lange anhalten

Aber insgesamt kommen die Investoren mangels Alternativen um Engagements in soliden europäischen Staats- aber auch Unternehmensanleihen gar nicht herum. Dafür sorgen schon die engen, aufsichtsrechtlichen Vorgaben etwa für Banken und Lebensversicherungen, die Investments in risikoreicheren Anleihen verbieten. Der Druck auf Versicherer wird auch bei einer allmählichen Zunahme der Inflation und einer damit verbundenen leichten Entspannung auf der Zinsseite noch lange anhalten, da die für Altverträge ausgelobten Renditen nicht mehr gegenfinanziert werden können. Aus diesem Grund müssen neue Wege gegangen werden und dies verdeutlicht u.a. die Tatsache, dass die Allianz eine finanzielle Beteiligung an einer neu gegründeten Gebrauchtwagen-Plattform beabsichtigt - der InstaMotion Retail GmbH aus Grünwald bei München.

(Quellen: EZB / Baader Bank)

Disclaimer

Veröffentlichungen und Mitteilungen über Finanzprodukte und Kapitalmarktanalysen dienen der Informationsgebung, entweder durch Dritte oder durch eigene Beschreibungen. Die hier aufgeführten Äußerungen, Analysen und Produktbewertungen sind ausschließlich Meinungen und Ansichten des Herausgebers bzw. Produktgebers. FMM-Magazin.de führt keine Finanzberatung durch, ruft nicht zum Erwerb oder zum Verkauf von Anlageprodukten oder Wertpapieren auf. Interessierte Anleger sollten sich grundsätzlich Emissions-/Produktprospekte genau anschauen. Die Aufsichtsbehörde für das Versicherungs- und Finanzwesen ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn.

 

» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen