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Börse: Robert Halver - US Konjunktur stark und Dollar stark

Düsseldorf, 15.11.2016 11:40 Uhr (Robert Halver)

Wie viel Konjunkturaufschwung in den USA ist mit Trump verbunden? Unter normalen Umständen hätte nach dem Wahlsieg Trumps und der mit ihm verbundenen (wirtschafts-)politischen Unsicherheit die als sicher geltende Anlageklasse „US-Staatspapiere“ profitieren müssen.

Diese Entwicklung ist jedoch ausgeblieben, die Anleiherenditen sind sogar gestiegen. Dahinter verbirgt sich die Einschätzung, dass die von Trump propagierte Renaissance der amerikanischen Basisindustrie, Steuersenkungen und erhöhte Rüstungsausgaben das US-Wirtschaftswachstum beflügeln und für Inflation sorgen werden.

Auch der US-Dollar spielt nicht die Rolle, die ihm das Lehrbuch bei politischer Unsicherheit zuschreibt. Er ist nur kurz gefallen, um anschließend gegenüber fast allen Währungen zu steigen. Insbesondere der mexikanische Peso hat wegen der geplanten Restriktionen gegen Mexiko verloren. Aber auch der Euro und japanische Yen - an sich die Alternativkrisenwährungen, wenn selbst Amerika mit Risiken behaftet ist - geben nach.

Zumindest im Augenblick kommt ebenso in der Währungsentwicklung die Einschätzung zum Ausdruck, dass die amerikanische Konjunktur zulasten der „Rest-Welt“ profitieren könnte.

Ein schwächerer Euro ist sicherlich ein unterstützender Faktor für deutsche Exportaktien.

Die Fed hält wohl an ihrer Zinserhöhung fest

Sicherlich wird die US-Notenbank die Risiken an den Finanzmärkten, die sich auch realwirtschaftlich negativ bemerkbar machen können, bis zu ihrer nächsten Sitzung am 14. Dezember genau beobachten. Gemäß Fed Fund Futures preisen die Finanzmärkte trotz der Unsicherheit über das Regierungsprogramm Trumps eine Leitzinserhöhung sogar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als vor der Präsidentenwahl ein. Sollten weiterhin spürbare Verwerfungen an den Finanzmärkten ausbleiben, wird die Fed an der ohnehin eingepreisten Zinserhöhung festhalten.

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Nicht zuletzt dürfte es der Fed darum gehen, ihre Handlungsfähigkeit auch angesichts der Kritik von Trump an einer angeblich besonderen Beziehung zwischen dem demokratisch regierten Weißen Haus und der US-Notenbank zu beweisen. Direkte Rücksichtnahme auf die neue politische US-Führung wird sie nicht nehmen, es sei denn, sie wäre mit finanz- oder realwirtschaftlichen Fehlentwicklungen verbunden.

Auch die Trump-Administration wird in den Genuss einer vermutlich freizügig bleibenden Geldpolitik kommen. Seine infrastrukturelle Offensive und Steuersenkungen sind ohne die Hilfe der kritisierten Fed nicht möglich. Trump dürfte noch sehr dankbar für eine dem Konjunkturaufschwung zugeneigte Fed-Präsidentin Yellen sein.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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