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Insolvenzen in Deutschland: Höhere Schäden durch Unternehmensinsolvenzen

Düsseldorf, 05.12.2016 10:54 Uhr (Gastautor)

Eine aktuelle Studie des weltweit tätigen Kreditversicherers Euler Hermes zeigt: Trotz stagnierender Insolvenzen steigen die finanziellen Schäden durch Insolenzen in Deutschland.

Schäden aus Insolvenzen liegen in den 12 Monaten bis August 2016 ganze 48 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. "Ende letzten Jahres hatten wir in Deutschland bereits für 2016 mit stagnierenden Insolvenzzahlen gerechnet“, sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Zwar sind die Fallzahlen dieses Jahr nochmals rückläufig, dennoch war unsere Einschätzung von steigenden Risiken richtig. Die Schäden durch Unternehmensinsolvenzen sind 2016 in die Höhe geschnellt. In den 12 Monaten bis August 2016 lagen diese mit 26 Milliarden (Mrd.) Euro ganze 48 Prozent höher als noch 12 Monate zuvor. Das sind durchschnittlich 1,2 Millionen pro Insolvenz.“

Euler Hermes Insolvenzen Schäden

Trend der Großinsolvenzen wird sich fortsetzen - 2017 zudem stagnierende Fallzahlen

„Es sind vor allem mehr wirtschaftlich bedeutende, große Unternehmen in die Pleite geschlittert“, begründet Van het Hof die Entwicklung. „Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar – zumal wir 2017 in Deutschland mit stagnierenden Fallzahlen rechnen.“

Besonders im Bereich Wissenschaft und Technik, im produzierenden Gewerbe, im Handel, im Bau, im Finanzbereich und im Transportgewerbe sind die entstandenen Verluste durch Pleiten in Deutschland 2016 überproportional gestiegen. Das Risiko für einzelne Unternehmen ist in diesen Sektoren entsprechend hoch.

Vorsicht vor Dominoeffekt im In- und im Ausland

"Too big to fail‘ gibt es nicht mehr“, sagte Van het Hof. „Das gilt sowohl in Deutschland als auch im Ausland, auch dort gehen vermehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen in die Insolvenz. Das bedeutet auch hier deutlich höhere Schäden. Zudem steigen die Fallzahlen weltweit bereits. Für Exporteure sind das keine guten Nachrichten. Ein aus diesem Trend resultierender Dominoeffekt auf Lieferanten und Partner kann eigentlich stabile Unternehmen leicht in Schwierigkeiten bringen und im schlimmsten Fall mit in den Abwärtsstrudel ziehen.“

Insolvenzen Deutschland 2016: Fallzahlen steigen in Sachsen, Schleswig-Holstein und Bremen

Schaut man bei den Tendenzen der Insolvenzen in Deutschland 2016 genauer hin, sinken die Fallzahlen in fast allen Bundesländern. Am stärksten ist der Rückgang in Thüringen (-24%), Hamburg und Rheinland-Pfalz (jeweils -15%). Sachsen (+8%), Bremen (+6%) und Schleswig-Holstein (+5%) verzeichnen gegen den Trend einen Anstieg der Fallzahlen (September 2015 bis August 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Die absolut meisten Fälle verzeichnen Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Euler Hermes Insolvenzen Regionen
Euler Hermes Insolvenzen Regionen

Bei der Insolvenzrate, also den Insolvenzfällen pro 10.000 Unternehmen, liegen Bremen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Berlin und Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Bei den Branchen ist die Insolvenzrate im Finanzdienstleistungssektor, in der Transportbranche, Gastronomie, bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleitungen, Baubranche und dem produzierenden Gewerbe überdurchschnittlich hoch, auch wenn die Fallzahlen fast überall rückläufig sind.

Schaut man im produzierenden Gewerbe jedoch auf die Untersektoren, fällt auf, dass in der Fertigung pharmazeutischer Produkte gegen den Trend die Pleiten um 43% angestiegen sind. Steigende Pleitefälle verzeichnet Deutschland 2016 zudem im Bildungs-, Energie- und Agrarsektor.

(Quelle: Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.)

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