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Emerging Markets: Schwellenländer-Aktien und die Zukunft Indiens

London/Düsseldorf, 05.01.2017 11:07 Uhr (Gastautor)

Analysen von Experten der Jupiter Asset Management. Wichtiger als politische oder makroökonomische Entwicklungen in Emerging Markets ist das Niveau der Bewertungen von Schwellenländer-Aktien.

Mehr Vertrauen in Schwellenländer-Aktien. Von Ross Teverson, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained SICAV.

2016 war ein Jahr dramatischer politischer Veränderungen – angefangen mit der Amtsenthebung von Dilma Rousseff in Brasilien, der Wahl des selbst ernannten „The Punisher“ Rodrigo Duterte auf den Philippinen bis hin zur EU-Austrittsentscheidung Großbritanniens. Und schlussendlich der Wahl eines Mannes ohne jegliche politische Erfahrung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Viel wichtiger für Anleger sind jedoch meiner Meinung nach die langfristigen Investmentchancen in Schwellenländer-Aktien, die sich aus einer Kombination aus attraktiven Bewertungen, fortlaufenden strukturellen Veränderungen und sich verbessernden Fundamentaldaten von Unternehmen ergeben. Gelegentlich kann eine zu starke Konzentration auf politische Entwicklungen diese Chancen verdecken.

Nach unserer Auffassung besteht kein Mangel an Aktien aus Frontier Markets und Schwellenländern, die 2017 und in den Jahren danach ein erhebliches Gewinnwachstum erzielen könnten. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Titel ist so groß, dass sie in unserer Strategie um ihre Position konkurrieren müssen – ein Zeichen für die Attraktivität von Aktien aus Schwellenländern mit Blick auf das neue Jahr.

Dennoch sind einige Anmerkungen zu den politischen Entwicklungen und Auswirkungen auf Kapitalanlagen in Schwellenländern angebracht. In Brasilien öffnete der Petrobras-Skandal, der den Hintergrund für die Amtsenthebung von Dilma Rousseff bildete, dem Volk die Augen für das Ausmaß der Korruption in ihrem Land. Zudem sollte die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft ihre Befugnisse endlich wirksam einsetzt, auf lange Sicht als positiv betrachtet werden. Kurzfristige politische Unwägbarkeiten in Brasilien könnten sich letztendlich positiv auf die Staatsführung ausführen und einige der langfristigen Risiken für Anleger verringern. Was den Brexit anbelangt, haben uns das Ergebnis des Referendums und die darauf folgende Schwäche des britischen Pfunds daran erinnert, dass Schwellenländer kein Monopol für politisches Risiko besitzen. Sie weisen in mehrfacher Hinsicht andere Risiken als Industriestaaten auf. Wir halten es für zentral, Kapitalanlagen mit unterschiedlichen Risiken für die Portfoliodiversifizierung einzusetzen.

Wichtiger als politische oder makroökonomische Entwicklungen ist allerdings das Niveau der Bewertungen von Schwellenländer-Aktien. Diese Bewertungen bleiben im Vergleich zur historischen Wertentwicklung und zu den Industriestaaten attraktiv, sogar nach der Erholung der Tiefständen im ersten Quartal 2016. Außerdem sind viele Anleger in dieser Anlageklasse untergewichtet. Betrachtet man diese Faktoren gemeinsam, besteht ein Potenzial für erhebliche Kapitalflüsse in Schwellenländer und für einen Aufwärtstrend bei Aktien. Hierfür müsste die Zuversicht der Anleger in die Zukunft noch weiter wachsen.

Was aber könnte hierzu veranlassen? Ich bin überzeugt, dass es eine Reihe von Unternehmen aus Schwellenländern gibt, die von den laufenden strukturellen Veränderungen auf eine Weise und in einem Umfang profitieren können, die bzw. der nur in weniger reifen Volkswirtschaften möglich ist. Hierzu gehören die günstigere demografische Entwicklung in vielen Schwellenländern, die steigende Marktdurchdringung von Gütern oder Dienstleistungen und leicht zu erzielende Produktivitätsgewinne aus Kapitalanlagen in Technologien und Infrastruktur. Das Problem in den vergangenen Jahren war die Tatsache, dass die Gewinne in dieser Anlageklasse trotz der geschilderten positiven langfristigen Veränderungen als Ganzes enttäuschend waren. Aber das ändert sich jetzt. Das letzte Jahr dürfte sich als das erste Jahr seit 2013 erweisen, in dem Aktien aus Schwellenländern im Jahresvergleich einen steigenden Gesamtgewinn je Aktie erzielen und dieser Trend der Gewinnsteigerung wird wohl auch 2017 anhalten.

Rosige Zukunft für Indiens Wirtschaft

Von Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV.

Die indische Wirtschaft wird 2017 infolge der unerwarteten Demonetarisierung der Regierung voraussichtlich einigen kurzfristigen Turbulenzen ausgesetzt sein. Entwicklungen, wie die Einführung einer nationalen Steuer auf Güter und Dienstleistungen (GST) sowie mögliche niedrigere Zinssätze, dürften sich auf lange Sicht für die Zukunft des Landes jedoch positiv auswirken.

Anfang November gab Premierminister Modi bekannt, dass größere Banknoten künftig kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr sein werden. Insbesondere die alten 500-Rupien- und 1.000-Rupien-Scheine werden in Geschäften nicht mehr angenommen. Sie können jedoch bei Banken eingezahlt werden. Die aus dem Umlauf genommenen Scheine entsprechen ca. 86 Prozent des in Indien im Umlauf befindlichen Bargelds bzw. etwa 220 Mrd. USD.(1) Die Regierung will damit nicht erfasste Vermögen bzw. Schwarzgelder eindämmen.

Indien Government Webseite

Dies führt kurzfristig zu Problemen, da die indische Wirtschaft überwiegend mit Bargeld funktioniert und vor dieser Änderung 98 Prozent der Geschäftstransaktionen in bar erfolgten. Doch andererseits dürften auf lange Sicht enorme positive Auswirkungen auf die indische Wirtschaft erkennbar werden. Die Maßnahme wird zu einer Vermögensübertragung von den Schwarzgeldbesitzern auf die Regierung führen. Letztere kann diese Gelder für höhere Investitionen in die Infrastruktur oder höhere Leistungen für die ärmeren Bevölkerungsschichten verwenden, die einen größeren Konsumbedarf haben.
Die Regierung legte den Grundstein für diese Maßnahme bereits durch die Eröffnung von fast 270 Mio. neuen Bankkonten im Rahmen ihrer Initiative Pradhan Mantri Jan – Dhan Yojana (2). Auf diese Weise kann sie leichter Geld an Menschen mit niedrigem Einkommen ausgeben. Das neue „Direct Benefit Transfer Scheme“, das als weltweit größtes Sozialversicherungssystem angekündigt wurde, ermöglicht der Regierung, Unterstützungszahlungen direkt auf die Bankkonten der Begünstigten zu überweisen, anstatt sie in Subventionen fließen zu lassen.

Die nationale Steuer auf Güter und Dienstleistungen wird bis April 2017 umgesetzt. Die gestaffelte Steuertabelle ist bereits fertiggestellt und ein Entwurf des GST-Gesetzes wurde dem Parlament zur Erörterung vorgelegt. Indien wird aus dieser bahnbrechenden Reform voraussichtlich erheblichen und weitreichenden Nutzen ziehen. Die Überführung der unterschiedlichen Regelungen für Steuern in den einzelnen indischen Bundesstaaten in ein einheitliches Steuersystem erhöht nicht nur die Einnahmen der Zentralregierung, sie treibt auch die Wirtschafts-Formalisierung beträchtlich voran, senkt die Logistikkosten der Unternehmen und steigert so die Effizienz erheblich. Zusammengenommen werden diese Maßnahmen das Steuereinkommen des Staates deutlich erhöhen.

Es wird einige Monate dauern, bis diese langfristigen positiven Faktoren greifen und während dieser Phase wird eine gewisse Unsicherheit vorherrschen. In den nächsten beiden Quartalen wird das Bruttoinlandsprodukt wahrscheinlich nicht wachsen, da sich die Konsumausgaben aufgrund mangelnder Liquidität voraussichtlich abschwächen werden. In den kommenden Monaten zeichnen sich aber auch positive Entwicklungen ab, wie eine Verschiebung von Sachanlagen zu Finanzanlagen, die öffentlichen Banken und Finanztechnologieunternehmen zugutekommen dürfte. Der organisierte, Steuer zahlende Sektor wird auf Kosten der Steuerhinterzieher profitieren. Und eine Zinssenkung hätte für viele Unternehmen niedrigere Fremdkapitalkosten zur Folge. Wir werden es hier mit einem Szenario zu tun haben, in dem auf kurzfristige Nachteile auch langfristige Vorteile folgen. Unsere langfristige Prognose für die Binnenwirtschaft und den Aktienmarkt in Indien ist jedenfalls nach wie vor sehr positiv.

(1) Citi Research (Economics), India Economics View, 15.11.16
(2) Pradhan Mantri Jan Dhan Yojana, http://www.pmjdy.gov.in/account

Zum ersten Teil: "Mit Long-Short-Strategien gegen die Unsicherheit" ... geht es hier ...

Zum zweiten Teil: "Fiskalstimuli begünstigen globale Aktienmärkte" ... geht es hier ...

Zum dritten Teil: "Positive Aussichten für den Asien-Pazifik Raum und Japan" ... geht es hier ...

Zum vierten Teil: "Aufwärtsdruck bei den Renditen von Staatsanleihen" ... geht es hier ...

 
(Quelle: Der börsennotierte Investmentmanager mit boutique-ähnlichem Anlagestil und Sitz in London wurde 1985 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 400 Mitarbeiter (davon rund 35 Fondsmanager). Jupiter gehört heute zu den renommiertesten Vermögensverwaltern Großbritanniens.)

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