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Anleihen Neuemission: Deutsche Telekom für Privatanleger und Imperial Brands

Düsseldorf, 27.01.2017 17:23 Uhr (Klaus Stopp)

Um die Finanzierungsstruktur zu optimieren, hat die Deutsche Telekom mehrere Euro-Anleihen begeben. Wie der Bonner Konzern zum Wochenstart mitteilte, handelt es sich hierbei um drei Anleihen.

Zum einen wird eine 1 Mrd. € schwere Anleihe (A19CF5), die am 30.10.2021 endfällig ist, mit 0,375% p.a. verzinst. Der Emissionspreis wurde bei 99,784% fixiert, was einem Spread von +33 bps über Mid Swap entsprach.

Die zweite Tranche (A19CF6), eine jährlich mit 0,875% verzinste Gattung, welche am 30.01.2024 fällig wird, hat ein Emissionsvolumen von 1,25 Mrd. €. Hier wurde der Emissionspreis bei 99,838% festgelegt (+53 bps über Mid Swap).

Mit dem gleichen Emissionsvolumen wurde auch die dritte Anleihe (A19CF7) - mit Laufzeitende 30.01.2027 - ausgestattet. Verzinst wird der Bond mit 1,375% p.a., was bei einem Kurs von 99,168% einem Emissionsspread von +117,1 bps über Bund entsprach.

Quelle: Baader Bank Anleihen Neuemissionen
Quelle: Baader Bank Anleihen Neuemissionen

Diese drei Tranchen wurden alle mit einer Mindeststückelung von nominal 1.000 € aufgelegt.

Doch auch der viertgrößter Anbieter im internationalen Tabakmarkt, die Imperial Brands, wurden am Primärmarkt für Corporates aktiv. Mit einer Dualtranche wurde insgesamt 1 Mrd. € am Kapitalmarkt zu gleichen Teilen refinanziert, wobei eine Anleihe (XS1558013014) am 27.07.2021 endfällig und mit einem Kupon von 0,50% ausgestattet ist. Emittiert wurde zu 99,422% (+112,6 bps über Bund). Die zweite Tranche (XS1558013360) ist am 27.01.2025 zur Rückzahlung fällig und wird jährlich mit 1,375% verzinst. Der Emissionspreis belief sich auf 99,617%, was einem Spread von + 143,7 bps über Bund gleich kam. Bei diesen beiden Wertpapieren wurde eine Mindeststückelung von 100.000 € und eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten festgeschrieben.

Entwicklung am Anleihenmarkt - die Zuversicht schwindet

Seit Jahren profitieren die Aktienmärkte von der Versorgung mit billigem Geld seitens der Notenbanken, was wiederum auch die Kurse der Anleihen nach oben trieb. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die Notierungen für Anleihen haben den Rückzug angetreten und die Aktien setzten alleine ihre Kletterpartie fort. Sicherlich ist der Preisverfall bei den Renten nicht im Sinne der Europäischen Zentralbank (EZB), aber am Markt setzt man mangels Alternativen weiterhin auf Aktien und verlässt sich nicht mehr nur auf das Ankaufprogramm der EZB.

Baader Markets aktuelle Entwicklung
Quelle: Baader Markets

Doch dieser Sentimentwechsel löst noch keine massiven Verkäufe aus, sondern es werden lediglich vorhandene Positionen mittels der unterschiedlichen Futures abgesichert. Viele Marktteilnehmer glauben nicht länger an die unendliche Rentenhausse, aber da sie eine Materialknappheit befürchten, haben sie sich für diese Vorgehensweise entschieden. Und sollte es in naher Zukunft doch zu einer technischen Reaktion an den Aktienmärkten kommen, so können diese Sicherungsmaßnahmen schnell wieder rückgängig gemacht werden, um von der Umkehr der Zahlungsströme zu profitieren.

Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 161,50%, was einer Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe von ca. 0,48% entspricht. Somit scheint die Marke von 0,50% nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was gleichbedeutend mit einem Test der Unterstützungslinie bei 161,05% wäre. Die Blockade auf dem Weg nach oben verläuft momentan in einem Bereich zwischen 162,20% und 162,49%. Nur ein nachhaltiges Überwinden dieser Hürde würde eine Trendwende initiieren. Darüber hinaus sind die jetzt zu erzielenden Renditen weder „Fisch noch Fleisch“ und helfen den Fondsmanagern nicht wirklich weiter. Somit scheint in den kommenden Tagen eher die Downside getestet zu werden und diesen Trend können nur neue Hiobsbotschaften jenseits des „Großen Teichs“ beenden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
Baader Bank AG
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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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