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Anleihen Neuemissionen: Microsoft - Sixt Leasing SE und Auchan Holding SA

Düsseldorf, 02.02.2017 11:22 Uhr (Klaus Stopp)

Der Software Riese Microsoft zeigte den europäischen Unternehmen, wie spielend an den Kapitalmärkten Geld via Anleihen aufzunehmen ist. Am Montag sammelte das Unternehmen 17 Mrd. US-Dollar für allgemeine Geschäftszwecke ein.

Die Nachfrage nach den sieben Bonds belief sich laut den Konsortialbanken auf ca. 37,3 Mrd. US-Dollar. Nach Aussage der Analysten sollen damit Investitionen und Aktienrückkäufe getätigt werden. Die 3, 5, 7, 10, 20, 30 sowie sogar 40 jährigen Anleihen sind mit Kupons in Höhe von 1,85% bis 4,50% ausgestattet. Neben Microsoft refinanzierte der amerikanische Telekommunikations-Dienstleister AT&T ebenfalls mittels sechs Bonds mit unterschiedlichen Laufzeiten insgesamt 10 Mrd. US-Dollar.

Im Euroraum gab es lediglich nennenswerte Neuemissionen von Sixt Leasing SE, Auchan Holding SA und Louis Dreyfus Company in einer Gesamthöhe von 1,25 Mrd. €.

Der Leasing-Ableger des Autovermieters Sixt begab einen 4-jährigen Bond (A2DADR) mit einer Laufzeit bis zum 03.02.2021 und refinanzierte somit 250 Mio. €. Die Sixt-Leasing SE zahlt seinen Investoren jährlich 1,125% Zinsen und stattete das Papier mit einer Mindeststückelung von 1.000 € sowie einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aus. Emittiert wurde zu 99,099%, dies entspricht +188,50 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe.

Baader Markets Neuemissionen Anleihen
Quelle: Baader Bond Markets Neuemissionen Anleihen

Die Holding der französischen Warenhauskette Auchan sammelte 600 Mio. € frisches Geld am Kapitalmarkt ein. Die Anleihe (A19CN3) hat einen jährlichen Kupon von 0,625% und ist am 07.02.2022 fällig. Begeben wurde das Papier zu 99,971%, was einem Emissionsspread von +95,90 bps über Mid Swap entsprach.

Als dritter im Bunde legte Louis Dreyfus einen 5-jährigen Bond (A19CWC) mit einem Emissionsvolumen von 400 Mio. € auf. Der französische, private Mischkonzern mit Sitz in Paris ist im Agrarbereich, Metall- und Energiesektor, Schiffbau sowie im Immobilienmarkt tätig und muss für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 4% Zinsen p.a. an die Investoren zahlen. Der Emissionspreis belief sich auf 99,445%, was einem Spread von + 143,7 bps über Bund gleich kam.

Sowohl Auchan als auch Louis Dreyfus entschieden sich bei der Emission für eine Mindeststückelung von 100.000 € und eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten. Aufgrund der Mindeststückelung werden hier eher institutionelle Investoren angesprochen.

Staatsanleihen aus Deutschland, Italien und Frankreich

Zum dritten Mal in Folge hat am gestrigen Mittwoch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland eine neue fünfjährige Bundesobligation (114175) mit einem Kupon von 0,0% im Tenderverfahren begeben können. Insgesamt wurden den interessierten Investoren nominal 4 Mrd. € zum Kauf angeboten, die in der Summe von den eingereichten Kaufaufträgen übertroffen wurde. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,28%. Somit sind die Anleger weiterhin bereit, auf eine jährliche Verzinsung in den kommenden fünf Jahren zu verzichten und darüber hinaus weniger Geld bei der Rückzahlung zu erhalten als beim Kauf zu zahlen. Doch in dieser Handelswoche waren auch Eurostaaten am Kapitalmarkt aktiv, denen solche Konditionen zwar gefallen würden, die aber nur davon träumen können. So refinanzierten sich mittels diverser Anleihen neben Italien auch noch Frankreich (A1VQ1A / 2026, A1Z7JJ / 2031) und Spanien (A18W6G / 2019 , A1ZXQ6 / 2030 ; A0DW8E / 2037) und sammelten dabei ca. 20 Mrd. € ein.

In der Trump’schen Finanzwelt wurden in dieser Woche „nur“ Geldmarktpapiere im Volumen von 127 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei, sechs und 12 Monaten aufgelegt und gönnte somit den Investoren eine kurze Verschnaufpause, bevor in der kommenden Woche auch T-Notes wieder auf der Agenda stehen.

Währungen

Ein „Währungskrieg“ ist ein Wirtschaftskonflikt, bei dem Volkswirtschaften versuchen, ihre Währung abzuwerten und dadurch ihre jeweilige internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften zu verbessern, so die Definition bei Wikipedia.

Die aktuelle Nachrichtenlange und insbesondere die Meldungen aus Übersee scheinen dieses Thema erneut zu entfachen. So äußern sich die Vereinigten Staaten unmissverständlich, dass sie nicht an einem starken US-Dollar interessiert sind und werfen gleichzeitig anderen Volkswirtschaften vor, ihre Währung künstlich abzuwerten. Diese Aussagen zeigten sofort Wirkung und der Devisenmarkt reagierte entsprechend. In der Folge verlor der Greenback auf breiter Front gegenüber den zehn anderen wichtigen Währungen und die europäische Gemeinschaftswährung stieg zeitweise bis auf 1,0812 USD - ein neues Jahreshoch. Zur Stunde handelt die Einheitswährung nach wie vor robust um die Marke von 1,0790 US-Dollar.

Wie in der Woche zuvor präsentiert sich das Pfund Sterling stark und stieg zum US-Dollar in dem noch jungen Jahr 2017 auf eine neue Bestmarke von 1,2680 USD. Im Vergleich zum Euro handelt das Pfund auf Vorwochenniveau bei Wechselkursen um 0,8515 GBP.

Dieser Tage wiedererstarkt zeigt sich ebenfalls die Landeswährung Norwegens. So verbesserte sich die norwegische Krone im Vergleich zum Euro stetig und markierte in dieser Handelswoche ein neues 12-Monatshoch bei 8,8359 NOK, nachdem sie noch zu Jahresbeginn um die Marke von 9,10 NOK gehandelt wurde.

Ein sogenannter „Währungskrieg“ sorgt für eine Belebung der Handelsaktivitäten bei Fremdwährungsanleihen und so standen in dieser Berichtswoche Bonds denominiert auf US-Dollar, türkische Lira, südafrikanische Rand sowie norwegische Kronen im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
Baader Bank AG
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www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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