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Neuemissionen Anleihen: Daimler Bond mit Minusrendite und Neues von Nokia Oyj

Düsseldorf, 09.03.2017 12:20 Uhr (Klaus Stopp)

Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland kann aktuell Anleihen mit negativer Rendite begeben. Auch Daimler International Finance B.V. hat es mit einem 2-jährigen Bond geschafft, dass Anleger bei einem Investment am Ende der Laufzeit von dem Automobilhersteller weniger Geld zurückbekommen, als sie ursprünglich investiert haben.

Die Anleihe (A19EJE) ist am 15.03.2019 fällig und Daimler zahlt seinen Gläubigern für das Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro keine Zinsen. Der Ausgabepreis lag bei 100,118 Prozent, was einem Emissionsspread von +81,90 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam. Die Mindeststückelung von 100.000 Euro spricht allerdings eher institutionelle Investoren an.

Mit einem Doppelpack machte in dieser Berichtswoche Nokia Oyj auf sich aufmerksam und sammelte insgesamt 1,25 Mrd. Euro am Kapitalmarkt ein. Die erste 500 Mio. Euro schwere Tranche (A19EGA), ein 4-jähriger Bond, ist am 15.03.2021 fällig und hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,00 Prozent. Der Emissionspreis wurde mit 99,895 Prozent festgelegt. Dies entsprach +165,7 bps über Bund. Mittels der zweiten Anleihe (A19EGB) sammelte der heutige Netzwerkausrüster Nokia sogar 750 Mio. Euro zu einem jährlichen Zins von 2,00 Prozent bei den Investoren ein. Fällig ist das Papier am 15.03.2024 und der Reoffer bei 99,458 Prozent kam einem Emissionsspread von +224,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleich. Nokia ließ für beide Titel eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen festschreiben und legte als Mindeststückelung 100.000 Euro fest.

Als letzter im Bunde reihte sich in dieser Woche Thermo Fischer Scientific ein und begab eine Anleihe (XS1578127778) mit einem Volumen von 500 Mio. Euro. Das US-amerikanische Technologieunternehmen mit Sitz in Waltham, Massachusetts, stattete den Bond mit einem Zins von 1,45 Prozent aus, welcher bis zur Fälligkeit am 16.03.2027 jährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu 98,824 Prozent (+87,7 bps über Bund). Auch Thermo Fischer entschied sich für eine Make Whole Option und eine Mindeststückelung von 100.000 Euro.

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? Was ist eine Anleihe

Bund erzielte in der Pause neuen Rekord mit seinen Anleihen

Nachdem in der Berichtspause bei der Auktion für die neuen Bundesschatzanweisungen (110467) ein Negativrendite-Rekord (-0,92 Prozent p.a.) aufgestellt werden konnte, war auch in dieser Handelswoche Deutschland mit der Aufstockung zweier Gattungen am Markt aktiv. Zum einen wurde die inflationsindexierte Anleihe (103055 / 2030) um 500 Mio. Euro auf insgesamt 8,5 Mrd. Euro und zum anderen die 5-jährige Bundesobligation (114175) um 4 Mrd. Euro auf nun 8 Mrd. Euro aufgestockt. Damit ist diese Bundesobligation endlich in den Future einlieferbar. Die Aufstockung des Linkers erfolgte zu einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,74 Prozent und bei der Bundesobligation zu minus (-) 0,45 Prozent. Allerdings hielt sich die Nachfrage nach der Bobl in Grenzen, denn es wurden lediglich Kaufaufträge für nominal 3,4 Mrd. Euro aufgegeben und somit gilt dieser Tender als technisch unterzeichnet.

Von den anderen Eurostaaten waren in diesen Tagen mit jeweils zwei Gattungen noch Österreich (A18X6P / 2026 ; A1HJL6 / 2034), Portugal (A1ATN7 / 2020 ; A18W15 / 2026) und Irland (A18WS0 /2026 ; A1ZVUJ / 2045) am Kapitalmarkt präsent, bevor Italien am morgigen Freitag den Schlusspunkt setzt. Insgesamt beläuft sich das Emissionsvolumen in der Eurozone allerdings nur auf ca. 10 Mrd. Euro.

Das stellt sich in den USA ganz anders dar. Alleine in dieser Woche werden für 69 Mrd. USD T-Bills mit Fälligkeit in 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten offeriert. Die länger laufenden T-Notes mit Laufzeit von 3 bzw. 10 Jahren sowie die 30-jährigen T-Bonds runden die Emissionstätigkeit in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. USD ab.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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