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Brexit Unternehmerumfrage: Investitionsverlagerung auf andere Märkte

Berlin, 31.03.2017 14:39 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Vier von zehn Unternehmen aus Deutschland erwarten schlechtere Geschäfte durch den Brexit. Fast jedes zehnte Unternehmen, das Investitionen im Vereinigten Königreich hat, plant eine Verlagerung auf andere Märkte.

"Der Brexit wird den Geschäften deutscher Unternehmen mit dem Vereinigten Königreich erheblich schaden", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bereits in den kommenden Monaten sei mit weiteren Rückgängen beim Handel zu rechnen. "Bemerkenswert: Vier von zehn Unternehmen erwarten schlechtere Geschäfte."

Auch bei den Investitionen werde es langfristig eine starke Abschwächung der bisherigen positiven Entwicklung geben, so Schweitzer. Fast jedes zehnte Unternehmen plane bereits heute Investitionsrückverlagerungen - "obwohl die Austrittskonditionen noch lange nicht bekannt sind". Damit sollten Nachteile durch den Austritt aus der EU ausgeglichen werden. In diesem Umfrageergebnis zeige sich auch die Unsicherheit der deutschen Unternehmen über die Folgen des Ausstiegs.

DIHK Brexit Geschäftsaussichten

Mit Blick auf die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort sind die Unternehmen sehr zurückhaltend. Die aktuelle Geschäftslage wird mit einem Saldo von plus drei Punkten zwar noch halbwegs solide eingestuft, für die nächsten Monate erwarten die Betriebe jedoch deutlich schlechtere Geschäfte. Der Saldo erreicht hier einen Wert von minus 31 Punkten. Im Vergleich mit den in der Going International Umfrage betrachteten Weltregionen ist dies der schlechteste Wert. Mit der Abkehr vom Binnenmarkt sehen die Unternehmen für Großbritannien größere wirtschaftliche Schwierigkeiten eintreten. Bereits die letzten wirtschaftlichen Zahlen deuten auf eine Verlangsamung der britischen Wirtschaft hin. Das Wachstum ging 2016 auf 1,8 Prozent zurück, nach 2,2 Prozent im Vorjahr. Durch den Aufbau von Handelshemmnissen oder eine Verschlechterung der Arbeitnehmerfreizügigkeit sehen die Betriebe jedenfalls ihre Geschäftspotenziale limitiert.

"Ich appelliere daher an die Politik: Hindernisse im Warenverkehr und zusätzliche Bürokratie sollten möglichst gering ausfallen", machte der DIHK die Position der Wirtschaft deutlich. Zu viele Zugeständnisse der EU bei den Verhandlungen dürften dabei den Binnenmarkt insgesamt nicht gefährden. "Denn das wäre dann ein noch größeres Problem für unsere international aufgestellten Unternehmen."

(Quelle: DIHK Berlin)

Auswirkungen des Brexit

 

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