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Baader Markets Anleihen: Neuemissionen von Tennet, Globalworth und Compass Group

FrankfurtMain/München, 16.06.2017 11:20 Uhr (Klaus Stopp)

Der Primärmarkt für Unternehmensanleihen hat sich eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Neuemissionen gab es vom Netzbetreiber Tennet Holding BV, der Immobilien-Investmentgesellschaft Globalworth und vom Catering-Konzern Compass Group.

Erwähnenswert war die Begebung zweier Anleihen der Tennet Holding BV, einem niederländischen Netzbetreiber mit Sitz in Arnheim. Die erste Tranche (A19J8L) ist am 26.06.2025 endfällig und mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet. Die 500 Mio. € große Emission wurde bei 99,268% (+33 bps über Mid Swap) begeben. Die zweite Anleihe gleichen Volumens (A19J8M) verfügt über einen Kupon von 1,375% und ist am 26.06.2029 zur Rückzahlung fällig. Gepreist wurde dieser Bond bei 99,784% (+45 bps über Mid Swap). Beide Gattungen sind mit einer Make Whole Option und einer Mindeststückelung von 100.000 € ausgestaltet worden.

Sein Kapitalmarktdebüt feierte die 2013 gegründete Immobilien-Investmentgesellschaft Globalworth mit Sitz auf Guernsey. Die begebene High-Yield Anleihe (A19J8N) ist am 20.06.2022 fällig, hat ein Emissionsvolumen von 550 Mio. € und war 3-fach überzeichnet. Den Investoren zahlt das Unternehmen jährlich einen Zins in Höhe von 2,875%. Der Emissionskurs von 99,427% entsprach einem Spread von +345 bps über Mid Swap. Auch dieses Unternehmen ließ sich in den Anleihebedingungen eine Make Whole Option festschreiben.

Für die Zeit nach den Zinsentscheidungen scheint allerdings die Pipeline wieder prall gefüllt zu sein. So bewerben aktuell das französische Unternehmen Plastic Omnium und der weltweit größte Catering-Konzern Compass Group auf Roadshows die geplanten Neuemissionen.

Baader Markets Anleihen Neuemissionen

Tendenzen am Anleihenmarkt

Die von Mario Draghi nur sehr verhalten angedeutete Zinswende hat dazu geführt, dass die Bären kapitulierten und den Bullen fast kampflos das Feld überließen. War vor Monaten noch alles auf steigende Zinsen infolge der Fed-Geldpolitik ausgerichtet, so hat sich das Sentiment des Euro-Bund-Future gänzlich gedreht. Die Ankündigung, die Zinsen noch für lange Zeit auf diesem Niveau zu belassen und auch nur in ganz kleinen Schritten die Trendwende einzuleiten, hat die Investoren zum Umdenken veranlasst. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass sich mit Frankreich ein starker Bündnispartner proeuropäisch ausrichtet, hat wiederum viele Investoren veranlasst insbesondere französische, aber auch deutsche Staatsanleihen zu kaufen. Was nicht fallen will, muss steigen! Diese alte Börsenweisheit gilt also immer noch.

Zugleich kann man die Tendenz am Rentenmarkt auch auf Basis der Rendite-Entwicklung für 10-jährige Bunds begründen. Nachdem es lange Zeit danach aussah, dass die 0,50% in Angriff genommen werde, hat sich die Rendite inzwischen wieder auf einem Niveau von ca. 0,25% eingependelt. Sollte es in naher Zukunft nicht wieder zu einem Renditeanstieg in Richtung 0,38% kommen, so ist mit einem erneuten Test des Bereichs um 0,15% zu rechnen. Aktuell rentiert die deutsche Benchmark-Anleihe in etwa der Mitte der angegebenen Tradingrange.

Für das Rentenbarometer, das aktuell bei 165,38% notiert, bedeutet dies eine Unterstützungslinie bei 164,10% und einem Widerstand bei 166,40%.

Währungen - die Zinsentscheidungen strahlen aus

Diese Woche steht im Zeichen der Notenbanken. So eröffnete die amerikanische Notenbank (Fed) am gestrigen Mittwoch den Reigen, am heutigen Donnerstag folgen die Schweizerische Notenbank (SNB) und die Bank of England (BoE). Zum Wochenschluss tagen dann noch die Bank of Japan und Russlands Notenbank. Es wird also trotz des heutigen regionalen Feiertags nicht langweilig werden.

Nachdem am vergangenen Donnerstag die europäische Zentralbank (EZB) und gestern die Fed mit ihren Entscheidungen bzw. Ausführungen die Märkte nicht sonderlich überraschten, präsentierte sich das Währungspaar Euro/Dollar in sehr ruhigem Fahrwasser. So handelte die Einheitswährung seit vergangenem Donnerstag zwischen 1,1166 USD und 1,1237 USD und daran hat sich auch heute in der Früh - trotz des gestrigen, abendlichen Anstiegs auf 1,1296 USD - nichts geändert (aktuell: ca. 1,1190 USD).

Anders erging es der Währung Großbritanniens seit der Bekanntgabe des Ergebnisses der Parlamentswahlen. Das Pfund Sterling kam gegenüber allen wichtigen Währungen unter Druck. Entsprechend konnte der Euro von der Schwäche des Pfund Sterling profitieren und stieg auf ein neues Jahreshoch bei 0,88664 GBP. Vor den Wahlen lag der Devisenkurs noch bei 0,8650 GBP. Zur Stunde handelt der Euro um die Marke von 0,8780 GBP und somit gut behauptet.

In dieser Berichtswoche standen Währungsanleihen lautend auf britische Pfund, US-Dollar, türkische Lira, norwegische Kronen und südafrikanische Rand im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.
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Herausgeber:
Baader Bank AG
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Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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