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Baader Anleihenmarkt: Neuemissionen für Privatanleger von der Daimler AG

FrankfurtMain/München, 30.06.2017 14:17 Uhr (Klaus Stopp)

In der aktullen Berichtswoche für Anleihen wagten sich jeweils mit einem Doppelpack Daimler und BP Capital an den Kapitalmarkt. Klaus Stopp von der Baader Bank stellt die aktuellen Neuemissionen vor.

Daimler legte neben einem Floater über 1,25 Mrd. € noch zwei weitere Bonds mit insgesamt 2,8 Mrd. € auf. Die erste Tranche (A2GSCW), ein 12-jähriger Bond, ist am 03.07.2029 fällig und hat einen Kupon in Höhe von 1,5%. Das Emissionsvolumen beträgt 1,5 Mrd. €. Der Emissionspreis lag bei 99,913%, was +60 bps über Mid Swap entsprach. Eine zweite 1,3 Mrd. € schwere 20-jährige Anleihe (A2GSCX) mit Fälligkeit am 07.03.2037 zahlt dem Anleger Zinsen in Höhe von 2,125% jährlich und konnte zu einem Preis von 99,855% ausgegeben werden. Dies entspricht einem Emissionsspread von +85 bps über Mid Swap. Beide Anleihen sind mit einer privatanleger-freundlichen Mindeststückelung von 1.000 € ausgestattet.

Ebenfalls einen Doppelpack über 1,5 Mrd. € emittierte BP Capital. Mit Fälligkeiten am 26.06.2025 und 26.06.2029 refinanziert sich das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien langfristig am Kapitalmarkt. Dabei ist der 8-jährige Bond (A19KJG) mit einem Zins von jährlich 1,077% ausgestattet, was wiederum bei einem Emissionspreis von pari einen Spread von +57 bps über Mid Swap ergab. Diese erste Tranche ist 850 Mio. € schwer. Das zweite Papier (A19KJH) mit einem Emissionsvolumen von 650 Mio. € zahlt den Investoren jährlich Zinsen in Höhe von 1,637%. Emittiert wurde ebenfalls zu 100%, was einem Spread von +72 bps über Mid Swap entsprach. Die gewählte Mindeststückelung von 100.000 € spricht eher institutionelle Investoren an. BP ließ sich bei beiden Anleihen ein optionales Kündigungsrecht seitens des Emittenten jeweils 3 Monate vor Endfälligkeit zu 100% in die Anleihebedingungen festschreiben.

Baader Bank Anleihen Neuemissionen

Übersicht Anleihenmarkt

Zum Wochenauftakt herrschte bei den Rentenhändlern noch Friede, Freude, Eierkuchen. Aber dann kam es am Dienstag zu einem ersten Stresstest für die Futuremärkte. Denn Mario Draghi ließ mit seinen Kommentaren zur Geldpolitik die Marktteilnehmer aufhorchen und diese schickten das Rentenbarometer im Stile von „Geier-Sturzflug“ auf Talfahrt. Über zwei Punkte büßte der Euro-Bund-Future (165,33% auf 163,13%) ein, der Buxl-Future sogar fast vier Punkte (170,32% auf 166,36%) und auch der Bobl-Future notierte ca. einen Punkt tiefer.

Nachdem seit Monaten seitens der EZB den Besitzern von „hochwertigen“ Bonds ein Gefühl der Sicherheit vermittelte wurde, zeigen diese Reaktionen auf inzwischen durch EZB-Insider dementierte Äußerungen wie nervös die Marktteilnehmer sind. Jedoch haben die Investoren entsprechend der alten Weisheit: „Kein Rauch ohne Feuer“ das Gottvertrauen vorerst verloren. Auch hat die Marktreaktion gezeigt, dass es keine spiegelbildliche Gegenbewegung gab, sondern beide Assetklassen miteinander, also Hand in Hand, marschierten.

In solchen ungewöhnlichen Marktphasen lohnt sich jedoch immer ein Blick auf die Charttechnik des angeknacksten Sorgenbarometers. Als Unterstützungslinie fungiert momentan das gestrige Tief bei 162,78% und nach oben verläuft der erste nennenswerte Widerstand bei 163,89%. Sollte diese Leitplanke in den kommenden Tagen wieder überwunden werden, so bietet sich eine Absicherung alter Longpositionen an. Denn die Welt ist nicht stabiler geworden. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei ca. 162,70% und hat zumindest im frühen Handel bereits mit 162,59% die Downside getestet.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Herausgeber:
Baader Bank AG
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Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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