Einen aktuellen Überblick zur Situation an den Anleihenmärkten gibt Klaus Stopp von der Baader Bank. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
18.02.2016 12:50 Uhr
FINANZEN UND ANLEIHEN

Baader Markets Anleihen | War das der Anfang einer Korrektur?

FrankfurtamMain, 18.02.2016 12:50 Uhr (Klaus Stopp)

Endlich durften sich auch die Bären unter den Anlei­hen­händ­lern mal wieder freuen. Denn nach einem Allzeit­hoch von 166,16 Prozent beim Euro-Bund-Future am vergan­genen Donnerstag, folgte zum Wochen­start infolge der Erho­lung an den Aktien-und Rohstoff­märkten ein Rück­setzen bis auf 163,79 Prozent.

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Klaus Stopp
Klaus Stopp ist Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

Ob allerdings die Freude über diese Korrektur von langer Dauer ist, wird sich erst in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Die Finanzwelt leidet weiterhin unter den Symptomen der jüngsten Vergangenheit und die Notenbanken versuchen - mit Liquidität und Worten - die Kapitalmärkte in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Folglich könnte schon bald wieder künstliche Nachfrage die Renditen drücken und der Korrektur ein Ende setzen. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 164,56 Prozent.

Chartanalysten beschwören stets ihre Betrachtungsweise als die einzig richtige, da alle relevanten Daten im Kursverlauf enthalten sind. Somit ergeben sich aus dem bisherigen positiven Trend mehrere Unterstützungslinien. Eine erste, schwächere Linie verläuft aktuell bei 164,22 Prozent mit einem täglichen Anstieg von 0,22 Prozentpunkten. Ein Schlusskurs unterhalb der Marke würde den Blick auf eine zweite Linie lenken. Diese untere Begrenzungslinie des seit Jahresbeginn vorherrschenden Aufwärtstrends verläuft momentan bei 162,58 Prozent und steigt täglich um 0,14 Prozentpunkte an. Bezeichnend ist allerdings, dass man den Blick zuerst nach unten schweifen lässt und nicht wie in den Handelswochen zuvor nach oben. Dies ist sicherlich nicht zuletzt dem deutlichen Anstieg der Credit Default Swaps für Deutschland geschuldet. Dennoch sollte man der Vollständigkeit halber auch die Widerstände bei 165,23 Prozent (Hoch vom 9.2.) und 166,16 Prozent (Hoch vom 11.2.) erwähnen.

Euroland legt Zurückhaltung bei Anleihen ab

Zum Wochenbeginn blieben die US-amerikanischen Finanzmärkte infolge eines Feiertages geschlossen und somit wurden neben den üblichen Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten lediglich langlaufende (2/2046) inflationsindexierte T-Bonds den interessierten Investoren zum Kauf angeboten. Das Gesamtvolumen aller Refinanzierungsmaßnahmen belief sich auf 129 Mrd. US-Dollar.

Obwohl in Euroland gleich mehrere Staaten ihre Zurückhaltung ablegten, wurden in dieser Woche lediglich Anleihen für nominal ca. 17 Mrd. € emittiert. So stockte die Slowakei zwei Altemissionen (A1HLL8 / 2018 ; A1ZUZV / 2027) und Deutschland die aktuelle 10-jährige Benchmark-Anleihe (110239) auf. Für den anvisierten Aufstockungsbetrag von 5 Mrd. € wurden lediglich Orders von ca. 4,9 Mrd. € abgegeben. Die Zuteilung der somit technisch unterzeichneten Bundesanleihe erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,26 Prozent und als Marktpflegequote wurden 952,5 Mio. € zurückbehalten. Den Schlusspunkt in puncto Emissionen von Staatsanleihen werden am heutigen Donnerstag Frankreich (A1GMH7 / 2027 ; A0LPPD / 2040 ; A1Z6WT / 2020 ; A18W2C / 2019) und Spanien (A18W6G / 2019 ; A1Z23N / 2020 ; A18W1C / 2026) setzen und dabei die Investitionsbereitschaft der institutionellen Anleger ausloten.

Brasilianischer Real verliert weiter an Boden

Manchmal unterstützten sportliche Großereignisse Devisenkurse, aber im Falle Brasiliens kann davon nicht die Rede sein. Betrachtet man die vergangenen vier Jahre, so pendelte die Währung gegenüber dem Euro Anfang des Jahres 2012 bei ca. 2,30 BRL und verlor dann bis Mitte des Jahres 2013 kontinuierlich an Wert, um schließlich bei ca. 3,00 BRL zu notieren. Anschließend konnte zuerst noch eine Seitwärtsbewegung zwischen 3,00 BRL und 3,50 BRL registriert werden, die sich aber unmittelbar nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zu einer Talfahrt ausweitete. Aktuell notiert die europäische Gemeinschaftswährung um die Marke von 4,44 BRL.

Gründe sind sicherlich nicht in der vernichtenden Niederlage gegen den späteren Weltmeister zu sehen, sondern eher in der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes. So hat der Einzelhandel im gesamten Jahr 2015 Umsatzeinbußen in Höhe von 4,3% zu verzeichnen. Allein im Dezember sank der Wert zum Vormonat um 7,1%. Rechnet man zu dem Index noch die Verkäufe von Autos und Baumaterialien hinzu, verdoppeln sich die Einbußen sogar auf 8,6%, was hauptsächlich auf den Rückgang im Fahrzeugabsatz mit ca. 18% zurückzuführen ist. Wagt man einen Blick auf den Einzelhandel im Jahr 2016, sehen die Prognosen nicht viel besser aus. Es wird sogar ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf Werte um die 9,5% (Vorjahr 6,9%), ein negatives Wachstum von 3,5% im Einzelhandel sowie die Verschärfung der Kreditkonditionen aufgrund von Zinserhöhungen erwartet. Sollte der private Konsum nicht ansteigen, wird von einem negativen Wachstum der gesamten Volkswirtschaft von 2,8% ausgegangen. Somit ist keine Entwarnung für die brasilianische Währung in Sicht und gestern hat S&P auch noch das Rating Brasiliens von BB+ auf BB gesenkt.

In dieser Berichtswoche zeigte sich der USD gegenüber dem Euro wieder etwas stärker. Die Gemeinschaftswährung konnte die Gewinne der vergangenen Woche nicht verteidigen und fiel gegenüber dem Hoch vom 11. Februar bei 1,1377 USD auf aktuell 1,1150 USD zurück. Dies ist u.a. auf die unterschiedlichen Erwartungen bezüglich der weiteren Geldpolitik in Euroland und den USA zurückzuführen und verhilft dem Greenback zu Kräften zu kommen.

Gefragt waren in dieser Handelswoche insbesondere Anleihen lautend auf brasilianische Real, russische Rubel und polnische Zloty.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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