In einem von Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) für einen Turmcenter-Geschädigten geführten Gerichtsverfahren hat das Landgericht Köln mit Urteil vom 26.08.2008 – 37 O 757/07 – die beklagte Anlageberatungsgesellschaft zum Schadensersatz verurteilt. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
04.09.2008 14:15 Uhr
RECHT UND STEUERN

CAM Turmcenter: Anlageberatungsgesellschaft zu Schadensersatz verurteilt

Köln, 04.09.2008 14:15 Uhr (redaktion)

In einem von Hahn Rechts­an­wälte Part­ner­schaft (hrp) für einen Turm­cen­ter-Geschä­digten geführten Gerichts­ver­fahren hat das Land­ge­richt Köln mit Urteil vom 26.08.2008 – 37 O 757/07 – die beklagte Anla­ge­be­ra­tungs­ge­sell­schaft zum Scha­denser­satz verur­teilt.

Danach ist die Beklagte verpflichtet, dem Anleger den Schaden in Höhe der Einlage zzgl. Agio abzüglich der Ausschüttungen zu erstatten.

Der betroffene Anleger aus Mörlenbach hatte sich im Jahre 1999 auf Empfehlung der beklagten Beratungsgesellschaft an der mittlerweile insolventen CAM Grundstücksverwaltung GmbH & Co. Vermietungs KG, Frankfurt a.M. (Turmcenter), mit einer Beteiligungssumme von 52.500,00 DM inkl. Agio. beteiligt. Dabei war das Fondskonzept nach Auffassung von hrp von Beginn an betrügerisch ausgerichtet. Dies wurde insbesondere auch durch das von Hahn Rechtsanwälte in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten bestätigt.

Bereits kapital-markt intern hatte in einem Prospektcheck aus dem Jahre 1998 bemängelt, dass das Angebot mangels aussagefähiger Berechnungen nicht nachvollziehbar sei und sich daraus erhebliche Haftungsrisiken für den Vertrieb ergäben. Dieses Risiko hat sich nunmehr für die beklagte Beratungsgesellschaft realisiert: Das Landgericht Köln verurteilte diese zu Schadensersatz, weil der beratende Anleger nicht darüber informiert worden war, dass von dritter Seite bereits massive Bedenken an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Turmcenters geäußert wurden. Das Landgericht führt in seiner Begründung aus, dass die Beklagte schon auf Grund der Angaben im Fondsprospekt Zweifel an der wirtschaftlichen Plausibilität des Konzeptes hätte haben müssen. Jedenfalls hätte der Beklagten durch die negative Berichterstattung in kapital-markt intern klar sein müssen, dass es sich beim Frankfurter Turmcenter um ein spekulatives und fragwürdiges Anlageprodukt handelt. Die veröffentlichte, sachlich gerechtfertigte Kritik habe die Beklagte zum Anlass nehmen müssen, sich näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen und den Anleger über die Kritikpunkte zu informieren. Da sie dies nicht getan hatte, habe sie ihre Pflichten als Anlageberaterin verletzt und hafte für den entstandenen Schaden.

Weiterhin stellt das Landgericht Köln in seiner Urteilsbegründung klar, dass die Schadensersatzansprüche nicht verjährt sind.

Hahn Rechtsanwälte vertritt eine größere Anzahl von Turmcenter-Geschädigten und konnte bereits in mehreren Fällen Schadensersatzleistungen an betroffene Anleger im Wege des gerichtlichen Vergleichs durchsetzen. „Das Urteil des Landgerichts Köln bestätigt unsere Auffassung, dass die Geschädigten des Turmcenters grundsätzlich gute Chancen auf Schadensersatz haben“, sagt Rechtsanwalt Murken von hrp. Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft empfehlen deshalb allen betroffenen Anlegern, ihre möglichen Ansprüche von einem spezialisierten Anwalt prüfen zu lassen.

 

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