Derivate-Kolumne: Scheibchenweiser Vermögensaufbau mit Zertifikaten. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

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15.07.2009 22:57 Uhr
STRUKTURIERTE FINANZPRODUKTE

Derivate-Kolumne: Scheibchenweiser Vermögensaufbau mit Zertifikaten

Frankfurt/Main, 15.07.2009 22:57 Uhr (Lars Brandau)

Zerti­fi­kate eröffnen dem Privat­an­leger beste Anla­gemög­lich­keiten und Anla­ge­stra­te­gien. So kann es nicht wundern, dass auch Zerti­fi­kate-Spar­pläne mit belie­bigen monat­li­chen Einzah­lun­gen - meist schon ab 50 Euro-ange­boten werden

Informationen zum Autor:
Lars Brandau
Lars Brandau ist Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes.

Hier paaren sich folglich die von der Investment-Seite her altbekannten Vorteile einer regelmäßigen, meist festen monatlichen Sparrate mit den besonderen Möglichkeiten, die Zertifikate bieten. Auf dem Sparplankonto werden dann monatlich, oder aus Kostengründen evtl. auch quartalsweise, die erworbenen ganzen oder auch Bruchstücke an Zertifikaten genau verrechnet bzw. gutgeschrieben. Und logischerweise sollten für solche Langfristverträge, nach Meinung des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) endlos laufende Zertifikate im Mittelpunkt stehen.

Der regelmäßige gleiche Sparbetrag sichert günstige durchschnittliche Einstandspreise. Beträgt die Sparrate z.B. 50 Euro, so kauft der Anleger bei einem Zertifikat-Preis von 12,50 Euro vier Zertifikate. Geht der Zertifikat-Preis in einer Baisse auf 10 Euro zurück, so werden auf dem ermäßigten Niveau dann fünf Zertifikate für die gleiche monatliche Sparrate erworben. Antizyklisch erwirbt der Anleger beim niedrigen Preis also mehr Anlagesubstanz als beim hohen Preis. Zwei Faktoren sind dabei vom Anleger vorab zu beachten:
Das Zertifikat, z.B. ein Index-Zertifikat, muss auf einen Performance-Index laufen, es müssen also die Dividenden mit im Spiel sein. Ansonsten geht, vor allem bei dividendenstarken Werten bzw. Indices, der Zinseszinseffekt der Dividendenzahlungen verloren. Zum anderen ist bei einem solchen langfristig ausgelegten Sparplan von hoher Bedeutung, auf die absolute Qualität des Emittenten zu achten. Denn schließlich soll dieser auch in 20 oder sogar 30 Jahren noch solvent und nicht das Zertifikat wertlos sein.

Der Anleger selbst bleibt ständig liquide, da seine Zertifikate ja börsennotiert, also täglich veräußerbar sind. Allerdings sollte diese Flexibilität nicht zu spontanen Entnahmen – für ein neues Auto statt für das Alter – verleiten.

Ganz wichtig ist die Auswahl des oder der richtigen Zertifikate. Das muss der Anleger sich nun entsprechend seinen Anlage-Intentionen auf den Leib schneidern. Angeboten werden von den Banken meist eine ganze Reihe von Index-Zertifikaten, Branchen- und Themen-Zertifikaten, oft auch Renten-Zertifikate sowie Strategie-Zertifikate und verschiedentlich auch Hedgefonds-Zertifikate. Das muss er abwägen, wobei hier neben der generellen Risikobereitschaft auch das Alter des Sparers bzw. der Abstand zu der ins Auge gefassten Entnahme – evtl. auch in Form eines Entnahme-Planes – eine Rolle spielt. Je näher die Entnahme rückt, desto solider bzw. risikoärmer und damit stetiger sollte die Anlage werden. Denn bei einer regelmäßigen Entnahme wirkt der oben beschriebene Durchschnittspreiseffekt in umgekehrter Form.

Bei niedrigen Kursen müssen nämlich viele Zertifikate veräußert werden, um den gewünschten monatlichen festen Auszahlungsbetrag zu ergeben.

 

Weiterführender Link: www.derivateverband.de


  • Vorsorge
  • Zertifikate
 
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