Der Sachverständigenrat stellt seine Wirtschaftsprognose für das Jahr 2018 vor und fordert einen Digitalisierungs-Plan von der Bundesregierung. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
22.03.2018 07:54 Uhr
WIRTSCHAFTSWEISEN IM BUNDESTAG

Deutsche Wirtschaft | Konjunkturprognose für 2018 sieht BIP bei 2,3 Prozent

Berlin, 22.03.2018 07:54 Uhr (redaktion)

Bei einem Gespräch am Mitt­woch im Wirt­schafts­aus­schuss des Bundes­tags hat der Sach­ver­stän­di­genrat (Wirt­schafts­wei­sen) seine Konjunk­tur­pro­gnose für das Jahr 2018 bekannt gegeben.

Am gestrigen Mittwoch hatte der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose für 2018 leicht angehoben und geht nun von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent aus. Zugleich warnte er vor wirtschaftlichen Risiken auf globaler und nationaler Ebene - von Brexit und drohenden US-Strafzöllen bis hin zu fiskalpolitischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung. Entlastungen in Steuerfragen sollten allenfalls behutsam durchgeführt werden, sagte Schmidt. Das Gremium sei der Meinung, dass es weiterhin Konsolidierungsanstrengungen brauche. Bofinger riet außerdem dazu, angesichts der guten Wirtschaftslage den Mindestlohn über den Tariflohn anzuheben - so könnten sowohl die Inlandsnachfrage angekurbelt als auch die Verteilungsunterschiede verringert werden.

Sachverständigenrat Statistik Wirtschaft 2018

Ein neuer Protektionismus im Welthandel, ausgelöst etwa durch US-Zölle, wäre nach Auffassung der Experten eine ernsthafte Bedrohung für die globale und für die deutsche Wirtschaft. Weltoffenheit im internationalen Handel nutze vor allem auch den unteren Einkommensschichten, erklärte Schmidt. Insofern sah er im freien Handel eine der zentralen Aufgaben für den neuen Wirtschaftsminister, neben der Energiepolitik und einer Vision für mehr Wohlstandssicherung. Bofinger wiederum wünschte sich, dass bei ausländischen Investitionen in deutsche Firmen mehr hingeschaut werde, wer hinter den Investoren stecke. Auch die Frage, wie ein internationaler Steuerwettbewerb nach unten vermieden werden kann, steht für Bofinger weit oben auf der Tagesordnung.

Ökonomen fordern zudem Digitalisierungs-Plan

Führende Ökonomen haben die Bundesregierung dazu aufgerufen, mehr Anstrengungen in einen durchgreifenden digitalen Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft zu unternehmen. Es gehe um mehr als nur die Frage nach einer modernen Infrastruktur, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Christoph M. Schmidt, bei einem Gespräch am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Bundestags.

(Quelle: Deutscher Bundestag)

 

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