Bonn/Düsseldorf, 26.12.2012 19:18 Uhr (FS)
Elektronikprodukte boomen zu Weihnachten. Mittlerweile können Smartphones wie kleine Computer komplexe Anwendungen und umfangreiche Kommunikationsaufgaben übernehmen. Täglich werden aber auch mehrere hundert kleine Helfer - Apps mit Viren und Trojanern verseucht.
Bereits im Jahr 2011 berichtete Google, das rund 100 mit Schadsoftware verseuchte Programme aus dem Android Market entfernt wurden. Ein besonders aggressives Programm wurde mehr als 260.000 Mal heruntergeladen, bevor es entfernt wurde.
In den USA haben im Jahr 2011 rund 38 Prozent der Erwachsenen ein iPhone, Blackberry oder ein Mobilgerät mit Android, Windows oder dem WebOS-Betriebssystem besessen. Zum Vergleich: Im Jahr 2007, in dem das iPhone herauskam - besaßen gerade einmal sechs Prozent in den USA ein Smartphone.
"Hüten Sie Ihr Smartphone besser als Ihren Schlüsselbund – dieser Tipp gilt erst recht, wenn Sie Ihr E-Mail-Postfach eingebunden haben oder Apps installiert sind. Denn dadurch bekommt das Smartphone die Funktion eines Generalschlüssels: Je nach installierter Software und gespeicherten Daten bietet es Zugang zu privaten und geschäftlichen Informationen – zu Fotos, Dokumenten, Passwörtern und vielem mehr...", so titelt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Problem Zugriffsberechtigungen
Neue App herunterladen - starten und ausprobieren. Kiffelig können die angeforderten Berechtigungen für Zugriffe der App sein. Je nach Betriebssystem können Sie vor Installation einer App sehen, welche Rechte die Anwendung nach Installation erhält. Achten Sie darauf, dass Apps nur auf die Smartphone-Funktionen zugreifen können, die für den Anwendungszweck nötig und plausibel sind. So ist Skepsis angebracht, wenn etwa eine Anwendung zum Speichern von Notizen auf die SMS-Funktion zugreifen will.
Seien Sie nicht nur bei der Installation neuer Apps, sondern auch bei Updates vorsichtig. Updates können vom Herausgeber genutzt werden, um eine App, der Sie nach einer gewissen Benutzungszeit vertrauen, mit zusätzlichen Zugriffrechten auszustatten. Verzichten Sie daher auf automatische Updates von Apps und installieren Sie die Updates manuell. Dann haben Sie je nach Betriebssystem die Möglichkeit sich die Rechte erneut anzeigen zu lassen.
Beobachten Sie die Statusleiste auf dem Smartphone-Bildschirm. An den Symbolen können Sie erkennen, wenn eine App Ortungsdaten sammelt oder Funkschnittstellen aktiviert. Sind etwa GPS oder Bluetooth aktiv, ohne dass Sie die Schnittstellen eingeschaltet oder bewusst genutzt haben, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen, indem Sie überprüfen, welche Apps gerade aktiv sind.
Keinen App-Friedhof: Löschen Sie Apps, die Sie nicht benutzen. Jede zusätzliche App birgt potenzielle Sicherheitslücken und Angriffsmöglichkeiten.
Und MMS...
Seien Sie vorsichtig beim Öffnen von MMS. Über MMS können Programme versendet werden, die Schadcode enthalten. So kann sich zum Beispiel ein Trojaner auf Ihrem Handy einnisten und Ihre Daten ausspionieren. Löschen Sie MMS von unbekannten Absendern am besten sofort.
Und ganz wichtig...
Setzen Sie – so weit aus vertrauenswürdiger Quelle für Ihr Betriebssystem verfügbar – eine aktuelle Virenschutzsoftware ein und halten Sie diese auf dem aktuellen Stand. So können Sie Sypware und Trojanische Pferde, die beispielsweise Bankdaten ausspähen könnten, von Ihrem Mobilfunkgerät fernhalten.
Tipp-Links:
Eine Liste mit Antivirenporgrammen für Android & Co. bietet heise.de. www.heise.de
WLAN-Hotspots - ein guter Bericht von Kaspersky Lab. www.kaspersky.eu
Drahtlose Kommunikation - Ein umfangreiches Wissenswerk vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (großes pdf-Dokument) zum Download: www.bsi.bund.de
(Quelle: BSI/Eigen)
(Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)