FrankfurtMain/München, 16.03.2018 12:50 Uhr (Klaus Stopp)
Eines der ältesten Unternehmen der Welt, Compagnie de Saint-Gobain, refinanziert sich mit 750 Mio. Euro. Weitere Anleihen gab es von Orange und Telefónica Europe.
Die Compagnie de Saint-Gobain ist ein französisches Unternehmen und vereint unter ihrem Dach mehrere Unternehmen mit knapp 180.000 Mitarbeitern. Der Konzern wurde bereits im Jahre 1665 gegründet und hatte 2017 einen Jahresumsatz von 40,8 Mrd. Euro. Auch am Kapitalmarkt erfreuten sich die Investoren über die neue, 750 Mio. Euro schwere Anleihe (A19X3C), die am 23.03.2026 endfällig wird. Für ein Investment erhalten die Gläubiger jährlich 1,125% Zinsen. Ausgegeben wurde das Papier zu 99,598%, was einem Emissionsspread von +32 bps über Mid Swap gleichkam. Die kleinste handelbare Einheit wurde in den Emissionsbedingungen mit 100.000 Euro festgelegt.
Aber nicht nur die Compagnie de Saint-Gobain wurde in dieser Woche am Kapitalmarkt aktiv. So emittierten auch Orange und Telefónica Europe je einen Bond und entschieden sich ebenfalls für die bei Privatanlegern eher unbeliebte Mindeststückelung von 100.000 Euro. Der größte französische Telekommunikationsanbieter Orange dürfte vielen Investoren bekannt sein. Der neue Bond (A19X3V) spülte dem Unternehmen 1 Mrd. Euro in die Kassen und ist mit einem jährlichen Kupon von 1,375% ausgestattet. Fällig wird das Wertpapier am 20.03.2028 und kann seitens des Emittenten ab dem 20.12.2027 jederzeit zu 100% gekündigt werden. Der Reoffer lag bei 99,648%, was einem Emissionsspread von +35 bps über Mid Swap entsprach. Orange ließ sich zusätzlich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen.
Komplettiert wird das Trio in dieser Woche von Telefónica Europe, das seit 2006 eine Tochtergesellschaft der spanischen Telefongesellschaft Telefónica ist und unter dem bei Investoren bekannten Markennamen O2 das gesamte Europa-Geschäft außerhalb Spaniens betreibt. Das Unternehmen legte einen Perpetual Bond (XS1795406658) mit einem Emissionsvolumen von 1 Mrd. Euro auf. Die börsennotierte Gruppe mit Sitz in den Niederlanden zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 22.09.2026 einen festen Zins in Höhe von 3,875% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richtet sich der Zinssatz bis zum 22.09.2028 nach dem 8-Jahres-Euribor +2,967 PP. Bis zum 22.09.2046 erhöht sich der Aufschlag auf +3,217 PP und ab diesem Datum werden dann +3,717 PP fällig. Die Zinsen werden weiterhin jährlich gezahlt und die Anleihe ist ab dem 22.09.2026 jährlich zum Zinstermin zu 100% kündbar. Der Emissionspreis belief sich auf pari (+296,7 bps über Mid Swap).
Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de
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Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG
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