London/Berlin, 06.01.2013 18:33 Uhr (EU Redaktionsteam)
Lesen Sie einen ausgewählten Artikel unseres Kooperationspartners, der englischen Wochenzeitschrift The Economist, über das Debakel am Flughafen Berlin Brandenburg.
Der neue Flughafen hat ursprünglich eine Zulassung für rund 45 Millionen Passagiere pro Jahr erhalten. Jetzt sollen es aber nur 27 Millionen sein. Das sind ungefähr so viele, wie die bestehenden Flughäfen in Berlin bereits abwickeln. Der Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa geht laut einem Gutachten, das die CDU-Fraktion des Brandenburger Landtages in Auftrag gegeben hat, sogar von nur 17 Millionen Passagiere pro Jahr aus.
Kurze Zeit nachdem das wieder vereinigte Deutschland darüber entschieden hatte, die Hauptstadt von Bonn nach Berlin zu verlagern, begann die Diskussion über einen passenden Flughafen. Berlin hatte drei kleine Flughäfen, den berühmten Tempelhof (mittlerweile geschlossen), auf dem die amerikanischen und britischen Rosinenbomber während der Blockade 1948 – 1949 landeten. Tegel (noch in Gebrauch), der hauptsächlich den drei West-Alliierten diente und Schönefeld für die Ost-Deutschen.
Nahezu alle stimmten darin überein, dass die neue Hauptstadt einen modernen und strahlenden Flughafen brauchte. Die Planungen starteten 1996 und der Baubeginn 2006. Geplant war die Eröffnung für 2011.
Leider ist der Flughafen nach mehreren Verzögerungen noch immer nicht in Gebrauch. Die Gebäude im Bundesland Brandenburg, das Berlin umgibt, sind fertig. Aber der Zug, der viermal am Tag ins Terminal einfährt, macht nichts weiter, als die Luft zu ventilieren und bringt keine Passagiere. Der Flughafen soll nun am 27.Oktober 2013 eröffnen. Aber die meisten Berliner betrachten dieses Datum wie eine zweite Hochzeit, als Triumph der Hoffnung über die Erfahrung…
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(Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg)