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Markenwerte: Audi ist beliebteste Automarke vor SAAB und Volvo

Dokument: Bochum, 02.12.2010 09:41 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Ruhr-Universität Bochum wertet über 3 Millionen Einträge im Online-Forum "Motor-Talk" aus. Für die Autoindustrie kann das ein wichtiger Indikator für den Absatz bedeuten.

Nach Jahren auf dem zweiten Rang hat Audi jetzt die schwedische Automarke SAAB überholt; zumindest in den Herzen der Fahrer. Das hat eine Analyse des Images als wichtigstem Pfund der Automarken durch Psychologen vom Projektteam Testentwicklung der Ruhr-Universität Bochum um Dr. Rüdiger Hossiep ergeben. Die Forscher brachten für das letzte Jahr über drei Millionen Einträge der mehr als 1,7 Millionen Nutzer des größten deutschsprachigen Autoforums im Internet "Motor-Talk“ zueinander in Relation. Die Ergebnisse der aktuellen Auswertung sind jetzt veröffentlicht.

Um die Leidenschaft zu untersuchen, mit der Autofahrer ihr Fahrzeug lieben, analysierten die Psychologen die Beiträge im Online-Forum „Motor-Talk“. „Wer sich da regelmäßig über sein Auto austauscht, beweist ein großes Engagement“, begründet Hossiep. „Wer bloß ein Problem hat, der postet nur einmal. Entweder er hat das Problem danach gelöst oder das Auto verkauft.“ Die Stichprobe der Untersuchung ist mit mehr als 1,7 Millionen „Probanden“ enorm. Anhand der Analyse und der Daten des Kraftfahrtbundesamtes über die Anzahl der jeweils zugelassenen Fahrzeuge jeder Marke berechnet das Projektteam Testentwicklung dann einen so genannten Involvement-Index, der das Engagement der Nutzer in den Foren in Relation zu der Zulassungsstärke der Marken in Deutschland setzt.

Audi überholt SAAB - RUB-Ranking ist Frühindikator für den Absatz
Audi überholt SAAB - RUB-Ranking ist Frühindikator für den Absatz

Seit vier Jahren berechnen die Forscher diesen Index mit stabilen Ergebnissen. Erstmals überholte Audi im Jahr 2010 die Marke SAAB, die jetzt den zweiten Rang belegt. Volvo befindet sich unverändert auf Rang drei. „Diese Spitzenplätze in den Herzen der Fahrer sind mit Grund dafür, dass es diese beiden krisengeschüttelten Marken überhaupt noch gibt“, meint Hossiep. „Die treue Liebe der Autofahrer macht den Wert der Marken aus.“ Auf den Rängen vier bis neun folgen Porsche, BMW/Mini, Mercedes-Benz, VW, Opel und Alfa Romeo. Daihatsu, Nissan und Seat bilden die Schlusslichter der Tabelle. Für die Zukunft plant das Bochumer Team, die Untersuchung weiter zu verfeinern und auch die Beliebtheit einzelner Typen aufzudecken.

„Das Marken-Image ist weit mehr als die Summe alle Fakten“, sagt der Experte. Beim Autokauf entscheidet das Gefühl. So konnte die Marke Mercedes-Benz seit 2007 von Platz zehn (unter dem Durchschnitt) auf Platz fünf aufsteigen – möglicherweise mit bedingt durch die emotionale Aufwertung der Marke durch das Engagement in der Formel 1. „Die Silberpfeile sind wieder da – das prägt sich ein“, sagt Hossiep. Die Forscher haben festgestellt, dass die Zulassungszahlen ihren Rankings folgen. So hat Porsche (Rang 4, zuvor 5) eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre hinter sich.

(Quelle: Ruhr-Universität Bochum)

 
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