So wie eine Spinne ihr Netz spannt, so will die SCHUFA persönliche Daten, Jobprofile, Freizeitgestaltung und Sozialverhalten von Internetusern systematisch sammeln, zusammenführen und ihren Kunden (z.B. Banken, Versandhäuser, etc.) als Mehrwert zur Verfügung stellen.
Wer hat eigentlich welchen Nutzen?
- Die SCHUFA erweitert ihr Datenpotential und hat somit einen Mehr“wert“ , den sie Ihren Kunden anbieten kann. Auf Deutsch gesagt: die aufbereiteten Daten von Bürgern können schlussendlich noch gewinnbringender verkauft werden. Was anderes ist es nicht. Im Prinzip ist die SCHUFA ein Profil-Broker.
Der Rubel muss rollen. So einfach ist das.
Gibt es eigentlich eine Steigerung des Begriffes „Der gläserne Mensch“?
Schauen wir weiter - der ganz normale Alltag:
- Die Financial Times gibt den Hinweis auf die sogenannte „Privatsphäre“. Natürlich lässt sich diese bei Facebook, Xing, LinkedIn, Twitter & Co. einstellen. Aber nichts desto trotz: Das Internet verliert nichts! Alles was irgendwann, irgendwo einmal online war kann von Experten gefunden werden. Heißt, wenn ich jetzt meine Privatsphäre verändere, dann sind die Daten von zuvor mit der richtigen Technik dennoch aufspürbar.
- Ist es nicht auch eigentlich erschreckend, dass ich von Amazon Angebote bekomme, die eine Verknüpfung haben mit Produkten die ich dort zuvor erworben habe? Service schön und gut. Aber auch erschreckend!
- Google Streetview… was für ein riesen Aufschrei gab es vor noch nicht allzu langer Zeit bezüglich der Privatsphäre. Datenschützer liefen Sturm, Privatleute machten Front. Zu Recht!
Aber was ist das im Vergleich zu dem Webereien der Spinne „SCHUFA“?
Eine weitere Betrachtungsweise:
Gemäß Statistischem Bundesamt (letzter Stand 2010) gibt es in Deutschland rund 81 Millionen Bürger. Die unter 15-jährigen werden mit rund 11 Millionen Menschen beziffert. Daraus ergibt sich in Deutschland eine Bevölkerungszahl der über 14 (bzw. 15) -jährigen von zirka 70 Millionen Menschen.
Laut www.statista.com befinden sich bis 2012 rund 46.5 % der über 14-jährigen im Internet:
- Wie will die SCHUFA die rund 50 % der Bevölkerung bewerten die nicht im Internet sind?
- Oder anders gefragt, wird so eine neue Version der 2-Klassen-Gesellschaft geschaffen?
- Stellt sich hier nicht die Frage der Gerechtigkeit?
Neben allen datenschutzrechtlichen und ethischen Fragen ist das sicherlich
auch eine Betrachtungsweise die uns zu denken geben sollte.
Hinweis: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsethik
(Quelle: Statistisches Bundesamt,FTD.
Grafik: Statista)
(Foto: Gerd Altmann;pixelio.de)