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Telematik-Lösungen ermöglichen Versicherungen Fahrzeug-Scoring

Dokument: Köln/Düsseldorf, 05.03.2013 11:24 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Die Kombination von Datensammlungen zum Fahrverhalten des Kunden und der geeigneten Telematik-Lösung lässt laut Versicherungen individuelle Kfz-Tarife zu.

Aktuell sind die Unternehmensberatung Towers Watson und Vodafone eine strategische Partnerschaft eingegangen um eine nutzungsabhängige Autoversicherung anbieten zu können. Das hört sich einfach an, jedoch müssen dazu einige technische Prozesse analysiert werden.

Die Funktion:
Kfz-Versicherer müssen zuerst einmal ein Gerät zur Datenaufzeichnung auswählen. Diese übermitteln detaillierte Fahrzeugdaten und verbinden diese beispielsweise mit relevanten externen Informationen wie Verkehrsabläufen oder Wetterdaten und soll so die Genauigkeit eines Fahrzeug-Scores verbessern.

Das Telematik-Programm „DriveAbility“ von Towers Watson entwickelt, unterstützt Versicherer bei der Gestaltung von Telematik-Versicherungsprodukten. Inhalte sind Strategieberatung, die Auswahl des Telematikgerätes, die Datenanalyse und sowohl gemeinsame als auch individuelle Pilotprogramme. Erstmals wurde „DriveAbility“ im Übrigen in den USA eingeführt, wo derzeit mehrere Versicherer in der Pilotphase teilnehmen.

Letztlich werden Versicherungen auch Instrumente an die Hand gegeben, um diverse Risikopotenziale auswerten zu können.

Weitere Informationen zur Telematik-Lösung: https://m2m.vodafone.com/home/

Hintergrund Telematik
Aus Telekommunikation und Informatik entstand der Begriff Telematik: In der Versicherungstelematik ist damit gemeint, dass ein Endgerät Informationen zum Fahrverhalten aufzeichnet, die Daten an einen zentralen Server sendet, der diese dann speichert. Im Anschluss daran werden die Daten dann analytisch ausgewertet. Bei diesen Daten handelt es sich einerseits die Daten zum Fahrverhalten (Bremsen, Geschwindigkeit, Kurvenverhalten u.v.m.), andererseits können diese auch um externe Informationen zu Wetter, Verkehrslage, Tageszeit etc. ergänzt werden. Dabei gilt: Je detaillierter (granularer) die Daten, desto mehr Zusatzleistungen kann der Versicherer erbringen.

Der Versicherer analysiert die Daten mittels einer Software und zieht Rückschlüsse für einen individuellen Kfz-Tarif. Somit kann er dem Kunden eine Autoversicherung anbieten, die auf seinem tatsächlichen Nutzungsverhalten basiert.

Neue gesetzliche Regelungen treiben die Entwicklung bei den Versicherern voran: Der EU-Unisex-Beschluss hat die Autoversicherung weiter zum Einheitsprodukt gemacht – ein Grund mehr für die Versicherer, sich im Wettbewerb abzugrenzen. Darüber hinaus soll bald europaweit der eCall eingeführt werden: Bis 2015, so der EU-Beschluss, soll in jedem Neuwagen ein Sensor stecken, der bei einem Unfall einen automatischen Anruf an Rettungsdienste und Notrufzentralen absetzt.

(Quelle: Towers Watson)
(Foto: Kurt Michel/pixelio.de)

 
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