Düsseldorf, 17.06.2013 10:37 Uhr (Finanzredaktion)
Wenn Gläubiger in das Arbeitnehmer-Gehalt pfänden, steht der Schuldner nicht selten vor einem Existenz-Problem. Der Gesetzgeber hat nun neue Pfändungsfreigrenzen festgelegt.
Arbeitnehmern bleibt in Zukunft also mehr Geld zum Leben, wenn ihre Gläubiger das Arbeitseinkommen laut Gerichtsbeschluss pfänden dürfen. ARAG Experten nennen die Einzelheiten.
Sie werden wichtig, wenn es um die Pfändung von Gehaltsforderungen, Renten oder Versorgungsbezügen geht. Alles, was unterhalb dieser Grenze liegt, darf vom Gläubiger im Rahmen der Zwangsvollstreckung nicht gepfändet werden. Es soll dem Schuldner als Existenzminimum und zur Erfüllung seiner gesetzlichen Unterhaltspflichten verbleiben. Gleichzeitig soll damit vermieden werden, dass der Schuldner auf Sozialhilfe angewiesen ist und so letztlich der Staat für die privaten Schulden aufkommen muss. Die Pfändungsfreigrenzen werden alle zwei Jahre jeweils zum 1. Juli an den steuerlichen Grundfreibetrag angeglichen. Der Grundfreibetrag wurde seit Juli 2011 um 1,57 Prozent erhöht. Entsprechend wurden jetzt auch die Pfändungsfreigrenzen angehoben.
Daraus ergeben sich folgende Änderungen:
Ein Beispiel:
Der Schuldner hat eine Ehefrau und ein Kind, denen er unterhaltspflichtig ist. Sein monatliches Nettoeinkommen beträgt 1.800 Euro. Davon werden ab dem 1. Juli 2013 der Grundbetrag von 1.045,04 Euro und weitere 612,42 Euro (393,30 Euro für die erste und 219,12 Euro für die zweite unterhaltsberechtigte Person) abgezogen. Verbleiben zunächst 142,54 Euro. Hiervon sind jedoch nur 40 Prozent pfändbar. Der Gläubiger hat also nur Zugriff auf einen monatlichen Betrag von 57,02 Euro.
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(Quelle: ARAG SE)
(Foto: Thorben Wengert/pixelio.de)