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Studie belegt: Immobilienbesitz macht Menschen zufriedener

Dokument: Düsseldorf, 05.05.2015 11:22 Uhr (Frank Schulz)

In Deutschland ist die Kultur einer eigenen Immobilie nicht sehr ausgeprägt. Nun belegt die Projekt-Studie - Macht Wohneigentum glücklich? - dass Eigentümer von Immobilien glücklicher sind.

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Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

"Immobilienbesitzer sind deutlich zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Mieter", erklärt Prof. Dr. Brettschneider, "und damit auch glücklicher." Brettschneider ist Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim und leitet das Projekt "Macht Wohneigentum glücklich? Immobilien und Glück in Baden-Württemberg."

Für ihre Studie im Auftrag der Stiftung Bauen und Wohnen der LBS Baden-Württemberg ließen die Wissenschaftler 2.788 Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg und 1.442 im restlichen Deutschland befragen.

Das Ergebnis: Immobilienbesitzer sind glücklicher als Mieter. "Und das gilt auch, wenn man Einkommen, Bildung und Alter der Befragten berücksichtigt", so Prof. Dr. Brettschneider. "Selbst dann hat Wohneigentum einen signifikanten, eigenständigen Effekt für das Glücks-Gefühl." Knapp zwei Drittel der Wohneigentümer in Deutschland geben an, dass Wohneigentum sie glücklicher mache. Auch 36 Prozent der Mieter meinen, sie wären mit Wohneigentum glücklicher.

Ob man zufrieden ist mit seiner Wohnung, ist jedoch nicht nur eine Frage des Eigentums, sondern auch des Wohnumfeldes an sich. Bei der Entscheidung für einen Wohnort sind den Menschen eine ruhige Lage, eine gute Infrastruktur und eine gute Verkehrsanbindung am wichtigsten. Ob sie mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind oder nicht, hängt vor allem von drei Faktoren ab: Größe, Preis und Ausstattung der Wohnung.

Für und Wider des Immobilienkaufs

Mieter wie Eigentümer sehen Vorteile und Risiken im Kauf einer Immobilie. Als Aspekte für einen Erwerb geben sie an:

Hemmnisse sind insbesondere: Die Politik sei gefordert, Bedingungen für eine größere Zufriedenheit von Mietern und Wohneigentümern zu schaffen, stellt Prof. Dr. Brettschneider fest. "Eine gute Infrastruktur sowie hervorragende Verkehrsanbindungen sind hier essentiell."

Auch kann die Politik Hemmnisse für den Erwerb von Wohneigentum abbauen, etwa die hohe Grunderwerbsteuer. "Das Ausweisen von Baugebieten oder die Beschleunigung der Abläufe, die zu einer Baugenehmigung führen, fallen in diesen Bereich."

Die Immobilien-Finanzierer könnten ebenfalls Wohneigentümer unterstützen - vor allem in den Phasen, in denen Glücks-Dämpfer auftreten. "Beispielsweise könnte hier eine Übersicht über infrage kommende Handwerker oder auch ein Wohneigentümer-Stammtisch hilfreich sein", empfiehlt Prof. Dr. Brettschneider.

(Quelle: Universität Hohenheim, Fachgebiet Kommunikationswissenschaft)
(Foto: ARAG SE)

 
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