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Generation Y | Darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen

Dokument: Dortmund, 15.09.2015 12:40 Uhr (Frank Schulz)

In Zeiten von Fachkräftemangel sind Arbeitgeber Konkurrenten um die besten Nachwuchskräfte geworden. Was treibt die Generation Y an? Eine Studie definiert vier Typen, auf die sich Personalabteilungen einstellen sollten.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Die aktuelle Studie kommt vom Kienbaum Institut@ISM. Es wurden gut 600 Hochschulabsolventen zu ihren Zielen, Wertvorstellungen und Erwartungen für das Arbeitsleben befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Generation Y präsentiert sich heterogen und setzt sich aus vier verschiedenen Typen zusammen: Den Erlebnisorientierten, den Ambitionierten, den Orientierungssuchenden und den klassisch Karriereorientierten.

Karriereorientierte und Ambitionierte gehören danach zu den Berufseinsteigern, bei denen Arbeitgeber mit klassischen Karriereangeboten punkten können: Für sie hat Karriere und beruflicher Erfolg nach wie vor einen hohen Stellenwert, der Leistungswille ist sehr ausgeprägt. Beide Typen eigenen sich auch für führende Rollen. Sie machen rund 58 Prozent der aktuellen Absolventen aus.

Erlebnisorientierte (29 Prozent) und Orientierungssuchende (13 Prozent) gehören dagegen zu den Berufseinsteigern, für die die Erwerbstätigkeit derzeit keinen großen Stellenwert in der Lebensplanung einräumt und die keine Führungsposition anstreben.

Kienbaum Studie Generation Y

Die vier Typen der Generation Y im Überblick

Karriereorientierte

Die Gruppe der Karriereorientierten weist eine hohe Übereinstimmung zum klassischen Bild des ehrgeizigen Berufseinsteigers auf: Das wichtigste Ziel im Leben sind Karriere und Erfolg. Familie, Freunde und Gesundheit haben für den Karriereorientierten zwar auch eine hohe Bedeutung, dennoch hat für ihn die berufliche Weiterentwicklung höchste Priorität. Sein Traum: Eine gut bezahlte Stelle als Führungskraft. Auf dem Weg nach oben motivieren ihn regelmäßiges Lob und Anerkennung von seinem Vorgesetzten. In dieser Gruppe gibt es deutlich mehr Männer als Frauen. Insgesamt zählt jeder fünfte Befragte dazu.

Ambitionierte

Die Ambitionierten möchten alles und das möglichst gleichzeitig: Erfolg und Karriere spielen eine große Rolle, aber Familie und Freunde sollen nicht vernachlässigt werden. Um beides möglichst gut miteinander zu vereinbaren, sind sie bereit, hart zu arbeiten. Die Anforderungen an den zukünftigen Arbeitgeber sind eine Aussicht auf ausreichend Karrieremöglichkeiten und vielfältige Aufgabenanforderungen, aber auch eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und eine gute Work-Life-Balance. Um seine Leistung einschätzen zu können und um sich zu verbessern, ist ihnen ein regelmäßiges Feedback wichtig. Die Ambitionierten stellen mit 38 Prozent die größte Gruppe innerhalb der Absolventen dar, Männer und Frauen sind gleichermaßen vertreten.

Erlebnisorientierte

Für Erlebnisorientierte stehen Familie und Freunde an erster Stelle der Werteskala. Sie sind immer wieder auf der Suche nach Abwechslung, die sie am liebsten mit ihrem privaten Umfeld erleben. Dabei ist das Bedürfnis nach Harmonie stark ausgeprägt. Von ihrem zukünftigen Arbeitgeber erwarten Erlebnisorientierte die Möglichkeit zur Weiterbildung sowie eine abwechslungsreiche Tätigkeit in kollegialer Arbeitsatmosphäre mit flachen Hierarchien. Das Streben nach einer großen Karriere ist bei dem Erlebnisorientierten gering ausgeprägt. Wichtiger ist ihm eine gute Work-Life-Balance. Jeder Dritte Absolvent (29 Prozent) zählt zu diesem Typus, darunter mehr Frauen als Männer.

Orientierungssuchende

Orientierungssuchende, immerhin 13 Prozent in der Umfrage, stellen Arbeitgeber vor die größte Herausforderung: Die eigene Gesundheit sowie Familie und Freunde sind für diese Gruppe am Wichtigsten. Dabei sind sie noch unschlüssig über Werte und Ziele im Leben. Viele Dinge sind gleichzeitig wichtig, aber es fällt ihnen schwer, zu priorisieren und ein Ziel zu fokussieren. Von ihrem Wunscharbeitgeber erhoffen sich Orientierungssuchende klare Zielvorgaben und Weiterbildungsmöglichkeiten, um die eigenen Ziele herauszufinden. Zudem ist es dieser Gruppe wichtig, sich mit der Arbeit zu identifizieren ohne Verantwortung übernehmen zu müssen. Zu dem Typ des Orientierungssuchenden zählen Männer und Frauen gleichermaßen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitgeber differenzierte Aussagen über ihre Leistungen und Inhalte parat haben sollten“, so Prof. Dr. Julia Frohne, die Leiterin der Studie und Akademische Direktorin des Kienbaum Institut@ISM. „Sinnvoll ist, wenn Unternehmen sich Gedanken machen, welche Absolventen zu ihnen passen und welche Bestandteile ihres Angebotes sie ihnen gegenüber hervorheben wollen. Das sind je nach Typus unterschiedliche Themen, beispielsweise Karrieremöglichkeiten, Arbeitsklima, Eigenverantwortung oder Abwechslung.“

Business-Profil:

Prof. Dr. Julia Frohne ist seit 2010 Professorin für Wirtschaftspsychologie und Management an der International School of Management in Dortmund und verantwortet darüber hinaus als Akademische Direktorin des Kienbaum Institut @ ISM für Leadership & Transformation den Aufbau und die Entwicklung und Durchführung der wissenschaftlichen Forschungsaufgaben des Institutes.

(Quelle: ISM International School of Management GmbH)

 
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