München, 19.02.2008 15:26 Uhr (redaktion)
Der Vorsitzende der bayerischen Landesbank (Bayern LB), Werner Schmidt, tritt zurück. Schmidt werde sein Amt zum 1. März niederlegen, teilte die Bank in München mit. Nachfolger wird Bayern-LB-Vorstand Michael Kemmer.
Die Bayern LB ist die zweitgrößte deutsche Landesbank. Sie gehört je zur Hälfte den bayerischen Sparkassen und dem Freistaat Bayern. Die Informationspolitik der Bank hatte die bayerische Regierung in den letzten Tagen in eine Krise gestürzt.
Die Bank hatte in der letzten Woche Wertberichtigungen durch die US-Hypothekenkrise in Höhe von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Am Montag bestätigte sie zudem, dass sie für rund 4 Milliarden Euro Wertpapiere des sogenannten US-Subprime-Segments hält. Im Raum steht auch noch eine mögliche Kapitalerhöhung um 650 Millionen Euro.
Die Informationspolitik der Bank hatte die bayerische Regierung in den letzten Tagen in eine Krise gestürzt. Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) hatte in der letzten Woche gegenüber dem Parlament behauptet, es lägen noch keine Zahlen vor. Wenige Stunden später gab Bankchef Schmidt jedoch Auskunft über die Belastungen durch die Hypothekenkrise.
Die Opposition warf Huber eine Verschleierungstaktik vor und forderte den Rücktritt des Ministers, der zugleich stellvertretender Chef des Bayern-LB-Verwaltungsrates ist. Huber soll sich heute Nachmittag wieder den Fragen des Parlaments stellen.