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Branchen und Innovationen | FinTechs sind die neuen Wachstumstreiber

Dokument: Berlin, 19.04.2018 16:37 Uhr (redaktion)

Einstige Start-ups haben sich etabliert. Die jungen, frechen FinTechs haben in den vergangenen Jahren ihren Siegeszug fortgesetzt.

Robo Advisory wurde immer wichtiger; Anbieter für Crowdinvesting sind stark gewachsen; und manche Anbieter bauen ihr Bankingsortiment aus, als wollten sie rasch zu den Etablierten gehören. Und genau das passiert nun auch. "Die früheren Newcomer sind dabei, sich zu konsolidieren und echte Unternehmen mit hohem Rang am Markt zu werden“, sagt Frank S. Jorga, FinTech-Pionier und Co-CEO des Identifikationsspezialisten WebID.

Was oft in der Studentengruppe begann und in der Fabriketage am Kicker fortgeführt wurde, wird jetzt zum ernsten Marktfaktor. Auch finanziell spielen manche - nicht mehr ganz so jungen - Unternehmen nun in einer anderen Liga: Nach einer weiteren Finanzierungsrunde wird der Berliner Banking-Shootingstar N26 gar mit 750 Millionen Dollar bewertet. Und obwohl das reichlich vorhandene Risikokapital immer noch recht locker sitzt, ist nun eine neue Entwicklungsstufe notwendig.

Wie erwachsen die Branche geworden ist - oder zumindest so wahrgenommen wird -, zeigt auch der Flankenschutz durch die Politik: „Der vom früheren Finanzstaatssekretär und heutigen Gesundheitsminister Jens Spahn ins Leben gerufene FinTech-Rat hat der Branche mehr Gewicht und eine Stimme gegeben“, freut sich WebID-Co-Chef Jorga. Dass FinTechs die neuen Wachstumstreiber sind, zeigt er mit seinem Finanzdienstleister WebID gleich selbst. Seine Schlüsseltechnologien, die rasche Personenidentifizierung per Video und per biometrischem Datenbankabgleich, ermöglichen Registrierungen im Handumdrehen - und damit sofortige Transaktionen aus Sicht der Businesskunden, welche die Legitimationsservices der WebID nutzen. Solche modernen Dienstleistungen und patentierten Innovationen sind damit vergleichbar mit der Einführung des Handys. Kein Wunder, dass Jorgas Dienste immer stärker und von immer mehr Branchen nachgefragt werden.

Wachstum des FinTech WebID

WebID Fintech Webscreen

Die alteingesessenen Finanzinstitute sind im Zuge dieser Dynamik zwar unter Druck geraten, doch sie haben klug reagiert. Rasch wurden Firmen aufgekauft, Inkubatoren gegründet oder Kooperationen beschlossen. Der Markt hat sich also auch an dieser Front gefestigt, zumal nicht jedes FinTech überlebt hat. Mit angetrieben wird die Konjunktur mitunter auch vom Staat und durch Regulierungen, so etwa beim Mobilfunk durch die Änderung des Telekommunikationsgesetzes: Seit dem Sommer 2017 muss sich jeder Inhaber einer Bezahl-SIM-Karte vor dem Freischalten legitimieren. Es sind Tausende Käufer pro Tag, und so greifen Mobilfunkunternehmen dafür auf Dienstleister wie die WebID zurück. Der Wachstumschampion hat allein im vergangenen Jahr sein Personal um 200 Mitarbeiter aufgestockt, vor allem Identcall-Agents, und kann nun mit 500 Mitarbeitern heute mehr als 10.000 Kunden pro Tag verifizieren.

Auch Jorgas Chef-Kollege Franz Thomas Fürst ist vom FinTech-Boom begeistert: „Ob Bonitätsprüfungen, Geldanlagen, Factoring oder moderne Videoidentifikationen, wie es die WebID macht - die Neuen am Markt haben den Wettbewerb mit klugen Produkten und Leistungen bereichert. Neben der Regulierung hat dabei paradoxerweise auch die Deregulierung an anderer Stelle geholfen. Wir haben einst davon profitiert, so dass man für Identifikationen heute nicht mehr zur Post laufen muss, sondern es per Videocall durchführen kann. Im letzten Jahr waren es die ‚Nichtbanken’, die durch die EU Payment Services Directive (PSD2) einen modifizierten Zugang zum riesigen Markt der Zahlungsdienstleistungen erhalten haben. Das befeuert wiederum auch unser Geschäft – denn Hunderttausende neuer Kunden müssen verifiziert werden.“

Neue Standorte im Visier

Investoren sind von der FinTech-Entwicklung ebenso angetan, was sich auch 2018 fortsetzen wird: Allein die Risikokapitalgeber haben in manchen Quartalen 2017 weit über drei Milliarden Dollar weltweit in Fintechs investiert. „Dabei konzentrieren sich die Investoren eher auf reifere Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sich bereits bewährt haben“, schätzt Fürst ein. Aus seiner Sicht ist dies Kalkül: „Denn erprobte Technologien aus einem Markt lassen sich auch in anderen Ländern gewinnbringend einsetzen. Wir als WebID verfolgen ebenfalls dieses Prinzip und gehen in diesem Jahr verstärkt ins Ausland, und zwar zu allererst in die USA mit zwei Standorten an der Ost- und Westküste.“

(Quelle: WEBID SOLUTIONS GMBH)

 
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