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Fremdfinanzierte Renten - Sparmix beinhaltet erste Probleme

Dokument: Freiburg, 20.07.2008 12:11 Uhr (redaktion)

Finanzfachleute haben schon seit mehr als einem Jahrzehnt davor gewarnt, jetzt scheint es so weit zu sein. Fremdfinanzierte Renten bekommen ernste Probleme.

Die fremdfinanzierte Rente faszinierte die Anleger, weil gleich zwei äußerst positiv besetzte Argumente für sie sprachen: „Riesenrendite“ und „Steuervorteil“. Ein Bankkredit, möglichst in einer Niedrigzinswährung (Schweizer Franken oder Yen) plus mehrere Lebens- und Rentenversicherungsverträge und gelegentlich noch ein Investmentsparplan wurden so kombiniert, dass für die Altersversorgung des Anlegers eine dicke Rente herauskam, obwohl nur ein geringes Eigenkapital aufgebracht werden musste.

Funktionieren konnte dieses Modell nur dann, wenn die Ablaufprognose der Versicherungen stimmte, die Kreditwährungen durchgehend die niedrigen Zinsen aus der Konzeptphase boten und die Währung zur DM und später zum Euro keinen Kursanstieg aufwies und wenn die für das Modell wichtigen Steuergesetze unverändert geblieben wären. Es kam wie es kommen musste: Einige Bedingungen traten ein, andere nicht - insbesondere der Ablauf der Lebens- und Rentenversicherungen enttäuschte.

„Performance online“ hat einen undatierten Bericht zum aktuellen Stand der Fremdfinanzierten Renten veröffentlicht, der für die betroffenen Anleger und deren Berater/Vermittler Schlimmes befürchten lässt. Das OLG Hamm habe bereits 2007 einen Vermittler der Schnee-Gruppe zu Schadenersatz verurteilt.

Vermittler muss Schadenersatz zahlen
Das Urteil sei zwischenzeitlich rechtskräftig geworden. Die Richter hätten die Unterlagen der Schnee-Gruppe kritisiert, weil sie nicht „in geeigneter Form über die Chancen und Risiken der in ihrem Kern spekulativen „SKR-Rente“ aufgeklärt hätten. Das Gericht verschaffte deshalb dem Anleger einen Anspruch auf Schadenersatz gegen seinen Berater/Vermittler.

Wie der Homepage der Kanzlei Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft, Hamburg, zu entnehmen ist, bereitet Rechtsanwalt Hahn derzeit eine Musterklage gegen die Schnee-Gruppe vor. Der Anwalt sieht gute Erfolgsaussichten für ein erfolgreiches rechtliches Vorgehen gegen die Meinerzhagener Gruppe, aber auch gegen die finanzierenden Banken und die Versicherungen.

Gefahr für weitere Modelle
Die Problematik kann alle Modelle der fremdfinanzierten Rente betreffen, die unter Bezeichnungen wie System-Rente, Individual-Rente, LEX-Konzeptrente, Europlan, Novarent Profit-Plan oder Spa-Renta Kombi-Rente insbesondere in den Neunziger Jahren angeboten wurden. Aufgrund der Niedrigzinsphase und der Börsencrashs 2000 und 2003 sind die Abläufe von Lebens- und Rentenversicherungsprodukten meist niedriger, als seinerzeit erwartet.

(Haufe Finanzdienstleister)

 
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