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Welche Geldanlage ist sicher und was passiert mit meinen Versicherungen?

Dokument: Düsseldorf, 09.10.2008 08:54 Uhr (redaktion)

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche. Da wundert es nicht, dass viele private Anleger zutiefst verunsichert sind und sich fragen, worauf in diesen turbulenten Zeiten überhaupt noch Verlass ist. Die Verbraucherzentrale gibt Antworten auf häufig auftretende Fragen zur Sicherheit von Geldanlageprodukten.

Wie sicher sind die Banken in Deutschland überhaupt noch?
Wenn eine Bank in Schwierigkeiten gerät, springen zunächst einmal je nach Institutszugehörigkeit die Sicherungssysteme der Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder Privatbanken ein. Reicht dies nicht aus, wofür nach den milliardenschweren Stützungsaktionen des Staates einiges spricht, können sich Anleger auf die politische Zusage der Bundesregierung verlassen, notfalls in vollem Umfang die Spareinlagen von Bankkunden staatlich abzusichern.
Dass die Bundesregierung von dieser Zusage, die kein einklagbares Recht darstellt, bei weiteren Hiobsbotschaften politisch abrückt, erscheint wenig wahrscheinlich. Es spricht zur Zeit einiges dafür, die Bankguthaben als sicher zu bezeichnen.

Welche Anlageprodukte werden von der Einlagensicherung gedeckt?
Abgesichert sind Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern, sonstigen Sparverträgen, Tages- und Festgeldkonten. Auch so genannte Namensschuldverschreibungen – dazu zählen in erster Linie Sparbriefe – sind über den Feuerwehrfonds abgesichert.

Welche Anlageprodukte sind nicht abgesichert?
Nicht unter die Einlagensicherung fallen von den jeweiligen Banken emittierte Aktien, Inhaberschuldverschreibung, Anlagezertifikate, Genussscheine.

Was ist mit Wertpapierdepots?
Wertpapierdepots sind nicht dem Bankvermögen zuzurechnen, sondern werden von der Bank nur treuhänderisch für den jeweiligen Kunden geführt. Damit haben die Gläubiger der Bank bei einer Pleite keinen Zugriff auf den Inhalt von Kundendepots.

Ich besitze Fondsanteile und Anlagezertifikate. Was geschieht mit diesen Anlagen im Fall einer Bankenpleite?
Anlagezertifikate sind eigentlich Schuldverschreibungen, deren Wert an bestimmte Aktien oder Indizes gekoppelt wird. Selbst wenn die Bank einen Kapitalschutz garantiert, ist die Anlage nur so sicher wie die Bank, die sie herausgibt. Im Fall einer Bankenpleite müssen Inhaber von Anlagezertifikaten daher mit Verlusten rechnen, weil die Bank die Zahlungen bei Fälligkeit nicht mehr leisten kann.

Fonds sind dagegen so genannte Sondervermögen. Die Investmentgesellschaft muss das Anlegerkapital im Fonds strikt getrennt von ihrem eigenen Vermögen verwalten, und im Konkursfall haben die Gläubiger darauf keinen Zugriff. Abgesehen von den bei Fonds üblichen Wertschwankungen gehen Anleger in Bezug auf die Bonität des Fondsverwalters kein zusätzliches Risiko ein.

Wäre es nicht sicherer, das Geld von der Bank zu holen und dafür Gold zu kaufen?
Abgesehen davon, dass aufgrund der Kombination von Einlagensicherung und Staatsgarantie Sparguthaben sicher sind, ist die Flucht ins Gold durchaus mit Risiken verbunden. Da Gold ein börsennotiertes Edelmetall ist, kann der Preis täglich schwanken und bei sinkender Nachfrage auch deutlich abrutschen. Dazu kommt, dass Gold in US-Dollar gehandelt wird. Damit wird der Goldpreis noch zusätzlich von den Devisenkursschwankungen zwischen Dollar und Euro beeinflusst.

Wie sicher sind Bundeswertpapiere?
Für die Bundeswertpapiere haftet die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem gesamten Staatsvermögen. Trotz der aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten gilt der deutsche Staat immer noch als äußerst zuverlässiger und bonitätsstarker Schuldner. Bundeswertpapiere zählen derzeit zu den sichersten Anlageprodukten, die es am Markt gibt.

Muss ich um meine Lebens- oder Privatrentenversicherung fürchten?
Bei Versicherungssparplänen fließt das Geld größtenteils in den so genannten Deckungsstock, der nur zu einem geringen Teil aus Aktien bestehen darf. Allerdings stellen nach Aussagen von Branchenexperten Anleihen von Banken rund die Hälfte der dort dominierenden festverzinslichen Wertpapiere. Weil die Zinsen jeweils für das laufende Jahr garantiert werden, ist für 2008 wenig zu befürchten. Im kommenden Jahr droht jedoch ein deutlicher Renditeknick bei vielen Anbietern. Für unruhige Kapitalmarktzeiten haben die meisten Assekuranzen stille Reserven. Im Pleitefall übernimmt die Auffanggesellschaft der Lebensversicherer namens Protektor die Verträge und sorgt zumindest für den Kapitalerhalt und die Zahlung des garantierten Mindestzinses.

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

 
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