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GoBD im Mittelstand: Buchhaltung in Zeiten der Digitalisierung

Dokument: Berlin, 26.04.2017 13:08 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Welche Erfahrungen vor allem kleine- und mittlere Unternehmen mit den Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Buchführung (GoBD) machen, zeigt eine Umfrage des DIHK unter 732 Unternehmen.

Bereits vor dem Inkrafttreten der "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff" (GoBD) zum 1. Januar 2015 hatte die Bundesregierung in Aussicht gestellt, die Vorschriften auf Praxisprobleme hin zu überprüfen.

Dass dies dringend erforderlich ist, belegt die DIHK-Erhebung "Buchführung in Zeiten der Digitalisierung - Erfahrungen mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung", an der sich im vergangenen Sommer 732 Unternehmer beteiligten.

Die GoBD umfassen 37 Seiten und 184 Einzelvorschriften, darunter Spezialvorschriften für besondere Situationen wie z. B. Datenbank- und Hard-/ Softwarewechsel. Mehr als die Hälfte der Unternehmen empfinden die GoBD insgesamt als kaum oder schwer verständlich sowie unübersichtlich und können die wichtigen Passagen der GoBD nicht auf Anhieb finden. Gründe für die Unverständlichkeit liegen in den zahlreichen Querverweisen, im Umfang der Verwaltungsanweisung und in sprachlichen Mängeln. Einerseits wird die Sprache als technisch („Fachchinesisch“) und deshalb schwer verständlich, andererseits als unklar empfunden.

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Unnötige Aufbewahrung: Unternehmen können anhand der GoBD weder erkennen, welche Unterlagen vernichtet werden können, noch werden klare Kriterien genannt, wann Unterlagen als aufbewahrungspflichtig eingestuft werden müssen. In der Folge werden mehr Unterlagen als notwendig aufbewahrt, was zu unnötigen Belastungen führt.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele Regelungen praxisfremd, unklar, wenig verständlich und damit schwer zu befolgen sind. Die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen werden vielfach ausgeblendet. Entsprechend wünschen sich die Betriebe Vorschriften mit eindeutigen Formulierungen und verständlichen Erläuterungen, die sie ohne die Hilfe externer Berater mit eigenen Mitteln rechtssicher umsetzen können.

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Die hohen Anforderungen an die Verfahrensdokumentation sind auch ein Hauptgrund dafür, dass die elektronische Rechnung trotz des großen Einsparpotenzials noch nicht weit verbreitet ist. Die meisten der befragten kleinen und mittleren Betriebe setzen nach wie vor auf Papierrechnungen.

Die Politik könne die Digitalisierung also unterstützen, wenn sie die Anforderungen an die Verfahrensdokumentation klarer und deutlich einfacher fasse, betont der DIHK in der Umfrage, die rechts oben zum Download bereitsteht.

Die komplette Umfrage steht als pdf-Datei auf der Internetseite des DIHK kostenlos zur Verfügung.

(Quelle: DIHK Berlin)

 
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