Berlin, 05.07.2013 16:25 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Volker Treier sieht durch die jüngstigen Entwicklungen bezüglich Ausspähaktionen der USA, sowie Großbritannien, Handlungsbedarf für deutsche Unternehmen. Auch Wirtschaftsspionage könnte an der Tagesordnung sein.
Die Unternehmen seien sehr besorgt über die jüngsten Spionage-Enthüllungen, sagte Treier am gestrigen Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Die Freihandelsverhandlungen zwischen den USA und der EU sieht der DIHK-Außenwirtschaftschef "belastet".
Es gehe ja nicht nur um den Abbau von Zöllen, sondern auch um den Zugang zu öffentlichen Aufträgen oder geistige Eigentumsrechte – "und wir müssen das Gefühl haben, dass der Partner schon viel mehr über uns weiß" – etwa, wie in den Unternehmen die Kalkulationen aussähen.
Er rechne damit, dass die Unternehmen jetzt auch bei der Suche nach Partnern für Cloud-Dienstleistungen oder IT-Anwendungen vorsichtiger würden, sagte Treier. Der Blick werde jetzt "auch stärker zu europäischen Anbietern" gehen.
Kritik übte der DIHK-Außenwirtschaftschef an der vorgeblichen Unwissenheit der deutschen Nachrichtendienste bei diesem Thema. "Es ist fast ein Offenbarungseid, wenn unsere Dienste sagen, wir haben von alledem nichts gewusst. Das erschreckt uns", sagte er.
Volker Treier im ARD-Morgenmagazin: Hier geht zum Video.
Kleinen und mittleren Unternehmen riet er zu einer Bestandsaufnahme. Sie sollten sich bewusst machen, dass auch sie von Ausspähung betroffen sein können und sich fragen: "Was habe ich an Informationen, die nicht in die Hände von Dritten gelangen sollen – am wenigsten in die Hände von Konkurrenten?"
Es gelte, darüber nachzudenken, was das "Herzstück" des Unternehmens sei, und wie an Geschäftspartner zu sendende Informationen durch Verschlüsselung geschützt werden könnten. Wichtig sei, auf IT-Lösungen zurückzugreifen, "die hier Sicherheit "reinbringen", sagte Treier.
(Quelle: DIHK)
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