München, 17.02.2014 10:43 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern hat eine aktuelle Infrastrukturstudie vorgestellt. Bis zum Jahr 2031 werden im Großraum München rund 260.000 mehr Einwohner erwartet. Zur Bewältigung der strukturellen Herausforderungen müssen Bürger, Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen.
Die IHK-Studie „Wachstumsdruck erfolgreich managen“ betrachtete als Großraum München die Landkreise Aichach-Friedberg, Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg, Miesbach, München, Pfaffenhofen, Rosenheim, Starnberg und Weilheim-Schongau sowie die fünf Städte München, Rosenheim, Ingolstadt, Augsburg und Landshut. Es wurden 50 Bürgermeister interviewt.
Bis zum Jahr 2030 wird die Bevölkerung um 6,5 Prozent auf 4,36 Millionen Einwohner anwachsen. Die Zunahme um rund. 260.000 Einwohner ist mit der Größe der Stadt Augsburg vergleichbar. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt gleichzeitig um 15 Prozent auf rund 2 Millionen.
Allerdings wird der Fachkräftemangel trotz des Bevölkerungswachstums deutlich zunehmen, da das Durchschnittsalter weiter sinkt. Während heute rund 114.000 Fachkräfte im Großraum München fehlen, werden es 2030 bereits 150.000 sein. Bei diesem erwarteten Fachkräftemangel wurde schon unterstellt, dass die Region tatsächlich um 260.000 Einwohner wachsen wird.
"Wachstum darf kein Schimpfwort sein“, warb Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, für einen grundsätzlichen, neuen Schulterschluss zwischen Bürgern, Politik und Wirtschaft. „Der große Wohlstand, die überdurchschnittlichen Einkommen und die sicheren Arbeitsplätze in der Region fallen nicht vom Himmel“, so der IHK-Chef.
Konkret fordert die IHK-Studie im öffentlichen Nahverkehr einen größeren Verkehrsverbund mit einem vereinfachten Tarifsystem, um die zunehmenden Pendlerströme zu bewältigen. Dreh- und Angelpunkt dafür ist laut Studie nach wie vor die 2. Stammstrecke der Münchner S-Bahn, um den drohenden Verkehrsinfarkt abzuwenden.
In der Planungspolitik ist ein Ende des Kirchturmdenkens notwendig. „Der Konkurrenzkampf zwischen den Münchner Umlandkommunen behindert die Entwicklung der Region“, so der IHK-Chef. Auch die Landeshauptstadt müsse den Dialog mit dem Umland auf Augenhöhe führen, mahnte Driessen. Zusätzlich fordert die IHK eine neue „Konzeptregion Großraum München“, in der die Siedlungs- und Verkehrsplanung aus einem Guss erfolgt. Dies sei dringend notwendig, um Wohnraum für die zuziehenden Menschen zu schaffen und Druck aus dem Immobilien- und Mietmarkt zu nehmen.
Die Studie "Wachstumsdruck erfolgreich managen" steht als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.
(Quelle: IHK München und Oberbayern)