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Mittelstand: Sicherheits-Tipps für Blockchain Technologie und Internet der Dinge

Dokument: Berlin, 14.08.2017 11:04 Uhr (Gastautor)

Digitalisierung im Mittelstand und Industrie 4.0 erfordern nicht nur zusätzliche Fähigkeiten der Menschen. Dr. Katrin Sobania, IT-Sicherheitsexpertin des DIHK, rät gerade kleineren Betrieben, den Schutz ihrer entsprechenden Infrastrukturen nicht zu vernachlässigen.

In einem Interview bekräftigte Dr. Katrin Sobania "... das mit dem Digitalisierungsprozess auch eigene Investitionen der Unternehmen in neue Technik und in die Weiterbildung der Mitarbeiter verbunden sind."

"Ein gutes Maß an Sicherheit ist erreichbar, wenn man einige grundlegende Aspekte berücksichtigt", betonte Sobania. "Zu Beginn sollte sich jeder Geschäftsführer fragen: "Was kann passieren, wenn diese und jene Informationen beziehungsweise Daten verfälscht werden, bekannt werden oder nicht mehr verfügbar sind?" Anhand der Antwort könne man dann gezielt entscheiden, gegen welche Risiken man etwas unternehmen wolle, und welche man bereit sei zu akzeptieren.

DIHK Dr. Katrin Sobania
DIHK Dr. Katrin Sobania

(Quelle: Breitbandbüro des Bundes / BBB-Florian Schuh)

Derzeitige Haupt-Einfallstore für Angriffe sind nach Einschätzung der DIHK-Expertin Spam-Mails, das Surfen auf infizierten Web-Seiten sowie Apps für Smartphones. Als geeignete technische Maßnahmen nannte sie "einen einzigen Übergang vom internen Netz zum Internet, eine handelsübliche Firewall, eine Anti-Malware-Lösung und ein System zum Aktuell-Halten der Betriebssysteme und Anwendungen".

IT Sicherheit durch Wissen der Mitarbeiter

Die derzeit verfügbare Standard-Software zur Abwehr von Attacken sei, wenn sie regelmäßig aktualisiert werde, "schon so gut, dass es regelmäßig der unbeabsichtigten Beihilfe der Nutzer bedarf, damit die Angriffe erfolgreich sind", lobte Sobania. "Mitarbeiter sollten deshalb dazu angehalten werden, sensibel zu sein, um auffällige E-Mails und Web-Seiten zu identifizieren und zu vermeiden."

Dafür gelte es Regeln aufzustellen: "Selbstverständlich sollte sein, dass der Schreibtisch abends aufgeräumt ist, dass vertrauliche Dokumente unter Verschluss gehalten und auch keine Passwörter rund um den PC aufgeschrieben werden - und dass der Bildschirmschoner aktiviert wird, wenn man auch nur kurz den Rechner verlässt." Einen ganz wichtigen Aspekt sieht die IT-Sicherheitsexpertin zudem im Vorhandensein eines Notfallplanes, wie er "für analoge Havariefälle ja auch selbstverständlich" sei.

Als Möglichkeit, bei digitalen Transaktionen für mehr Sicherheit zu sorgen, nannte Sobania die sichere elektronische Identifizierung von Personen und Unternehmen mittels elektronischer Siegel, wie sie die europäische eIDAS-Verordnung regele. "Die technischen Lösungen sind vorhanden und bezahlbar", betonte sie. Nun sei der nationale Gesetzgeber gefragt, Anwendungsfälle zu definieren.

Grundsätzlich sind Geschäftsführer nach Ansicht der IT-Sicherheitsexpertin "gut beraten, Daten- und Informationssicherheit als strategisches Thema mitzudenken". Entwicklungen wie das Internet der Dinge, die Blockchain-Technologie oder auch künstliche Intelligenz hielten zunehmend Einzug in den unternehmerischen Alltag, erinnerte sie. Unternehmen sollten deshalb regelmäßig eine "Sicherheitsinventur" durchführen, die entsprechenden Risiken immer wieder neu bewerten und geeignete Maßnahmen treffen - "oder manchmal auch ganz bewusst Abstand von einer neuen IT-Lösung nehmen". Nicht zuletzt könne man mit digitalem Schutz auch beim Kunden punkten.

(Quelle: DIHK Berlin)

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