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Derivate-Kolumne Lars Brandau: Trend im Juni - Rendite-Begehrlichkeiten

Dokument: Frankfurt/Main, 03.07.2013 11:23 Uhr (Lars Brandau)

Anleger, die auf das gute alte Sparbuch, Tages- oder Festgeld setzen, verlieren Geld. Die Inflation macht ihr angespartes Vermögen zunichte. Die Hoffnung auf höhere Renditen rückt verständlicherweise derzeit offenbar für viele deutsche Privatanleger verstärkt in den Vordergrund.

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Lars Brandau
Lars Brandau ist Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes.

So könnte der Umkehrschluss aus den Ergebnissen der Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands im Juni lauten. Gemeinsam mit mehreren großen Finanzportalen durchgeführt, beteiligten sich daran immerhin etwas mehr als 5000 Personen. Dabei handelt es sich in der Regel um gut informierte Anleger, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren.

Die meisten Käufer von Anlagezertifikaten erwarten nämlich ausgesprochen hohe Renditen oberhalb von acht Prozent. Lediglich ein geringer Teil von drei Prozent ist mit einer Rendite von bis zu zwei Prozent zufrieden. Die Renditeerwartungen von neun Prozent der Befragten liegen zwischen zwei und vier Prozent. Jeder Vierte wünscht sich Erträge zwischen vier und sechs Prozent. Knapp ein Fünftel der Umfrageteilnehmer erwartet von seinem Anlagezertifikat derzeit eine Rendite zwischen sechs und acht Prozent.

Zertifikate mit Kapitalschutz sind im jetzigen Niedrigzinsumfeld für sicherheitsorientierte Anleger eine gute Alternative zu Fest- und Tagesgeld. Renditeorientierte Anleger, die das Risiko einer direkten Aktieninvestition scheuen, sind mit defensiven Aktienzertifikaten gut bedient. Wer aber auf mehr als acht Prozent Rendite setzt, der muss auch entsprechend höhere Risiken in Kauf nehmen. Denn mit höherer Renditechance steigt auch das potenzielle Risiko.

Hier ist die Risikokennzahl des DDV für Privatanleger hilfreich, die für etwa 550.000 Zertifikate auf der Webseite des Verbands veröffentlicht wird. Sie erlaubt es jedem Anleger, sofort zu erkennen, ob ein Produkt seiner individuellen Risikoneigung entspricht oder ob er lieber die Finger davon lassen sollte.

Insgesamt gilt: Im Gegensatz zu Aktien und Fonds haben Zertifikate den Vorteil, dass Anleger nicht nur in steigenden, sondern auch in seitwärts tendierenden oder gar fallenden Märkten attraktive Renditen erwirtschaften können. Insofern finden Zertifikate und Optionsscheine sowohl zur Absicherung des eigenen Depots Berechtigung, als auch zur Beimischung und Renditeoptimierung, und lassen am Ende die ambitionierten Renditeerwartungen der deutschen Privatanleger durchaus realistisch erscheinen.

 
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