U-Parlament fordert EU-Siegel für nachhaltige Geldanlagen und vergleichbare Informationen für alle Anleger. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
20.11.2013 17:53 Uhr
SIEGEL FÜR NACHHALTIGE GELDANLAGE

EU-Parlament: Einheitliches Informationsblatt für Finanzprodukte kommt

Brüssel/Straßburg, 20.11.2013 17:53 Uhr (Finanzredaktion)

Die EU-Abge­ord­neten haben heute über die Verord­nung zu Basis­in­for­ma­ti­ons­blät­tern für Anla­ge­pro­dukte abge­stimmt. Es geht vor allem um Invest­ment­fonds, Zerti­fi­kate, Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rungen, private Renten­ver­si­che­rungen und Unter­neh­mens­an­leihen.

Ziel der Verordnung ist ein EU-weiter rechtlicher Rahmen für Dokumente, die KleinanlegerInnen Informationen zu Finanzprodukten bereitstellen. Die Grünen im Europäischen Parlament finden es gelungen - die CDU/CSU (EVP-Fraktion) dagegen "überzogen".

Der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher und Schattenberichterstatter der Grünen im Europaparlament Sven Giegold: "Die heute verabschiedeten Regeln für Kurzinformationen verschaffen PrivatanlegerInnen mehr Durchblick und eine bessere Vergleichbarkeit von Finanzprodukten. Im Dschungel der Anlageprodukte bekommen sie einen prägnanten und einheitlichen Wegweiser an die Hand, der unterschiedliche Geldanlagen vergleichbar macht. Die Informationspapiere verdeutlichen Chancen, Risiken und Kosten wichtiger Finanzprodukte und stärken so den Wettbewerb im Interesse der Anlegerinnen und Anleger. Das Dokument verhindert, dass bestimmte Anlageprodukte wegen langatmiger Info-Zettel im Beratungsgespräch auf dem Abstellgleis landen, während vergleichbare Produkte mit kürzerem Informationsblatt als einfacher und weniger riskant wahrgenommen werden."

"Darüber hinaus bringt das Informationsblatt Licht ins Dickicht der als Kleinanleger-Produktegetarnten Geldanlagen. Das Dokument enthält deshalb einen Warnhinweis für besonders komplexe Produkte, um Kleinanleger auf die Gefahren hoher Komplexität hinzuweisen, ohne ihre Auswahlmöglichkeiten zu beschränken. Zudem müssen die Hersteller zukünftig nachweisen, dass Finanzprodukte den Bedürfnissen der Konsumenten dienen. Dies weist die Verschleierungstaktik der Investmentfirmen in ihre Grenzen."

Mehr Durchblick auch bei den Kosten: Das Informationsblatt legt alle Abschluss- und Folgekosten offen. Eine jährliche Übersicht zur Wertentwicklung des Produkts zeigt, wie sich die eigene Geldanlage im Vergleich zu ähnlichen Produkten entwickelt *.

* Der Vorschlag einer jährlichen Übersicht zur Wertentwicklung der eigenen Geldanlage im Vergleich zu Konkurrenzprodukten geht zurück auf eine Idee von Prof. Roman Inderst von der Frankfurt School of Finance, die wir eingebracht haben.

Gegenargument

Als "bürokratisch vollkommen überzogen" hat der CDU-Abgeordnete Dr. Werner Langen die Vorlage für Produktinformationsblätter für Kleinanleger (PRIPS) bezeichnet, die unter der Verantwortung der französischen Sozialistin Berès erarbeitet wurden.

Dr. Werner Langen EU-Abgeordneter der CDU/CSU
Dr. Werner Langen
In der Aussprache im Plenum betonte der CDU-Wirtschaftspolitiker Werner Langen, dass sowohl der Anwendungsbereich als auch der Umfang der Produktinformationsblätter nicht mehr Transparenz, sondern neue Verbraucherirritationen und Fragen hervorrufen würden.
Die Einbeziehung von betrieblichen Pensionsleistungen, von Versicherungen, Unternehmensanleihen und auch normalen Spareinlagen sei weder "sinnvoll noch zielführend." Das ursprüngliche Ziel, mehr Transparenz für komplexe Finanzanlageprodukte für Kleinanleger zu schaffen, werden damit konterkariert. Auch der Versuch, die Zulassung von Produkten zu regeln und ökologische Standards für Finanzanlagen zu definieren, gehe weit über das gemeinsame Ziel hinaus.

Die Berichterstatterin wolle darüber hinaus Regelungen für Versicherungen durchsetzen, die der Besonderheit von Versicherungen im Allgemeinen und von Lebensversicherungen im Besonderen als langfristige Altersvorsorge nicht gerecht werden. Die EVP-Fraktion wolle nur solche fondgebundenen Versicherungen in diese Transparenzvorschrift einbeziehen, bei denen das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen werde.

Langen unterstrich, dass die Zulassung von Finanzprodukten in der MiFID II-Richtlinie und die Transparenzvorschriften für Versicherungen in der IMD II-Richtlinie geregelt würden. Sollte die linke Mehrheit im Parlament mit knappem Votum die überzogenen Berès-Vorschläge billigen, seien Rat und Kommission gefordert, dies im Sinne der Kleinanleger und mündigen Verbraucher zu korrigieren.


(Quelle: Greens/EFA und EVP-Fraktion; alle im Europäischen Parlament)

 

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