Der dritte Bericht zur Demografie der EU zeigt, wie sich die Struktur der europäischen Bevölkerung wandelt. Die Zahl der Menschen, die älter als 60 Jahre sind, steigt jedes Jahr um 2 Millionen. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
04.04.2011 11:00 Uhr
DEMOGRAFIE-BERICHT DER EU

Demografie: Struktur der europäischen Bevölkerung wandelt sich

Brüssel, 04.04.2011 11:00 Uhr (EU Redaktionsteam)

Der dritte Bericht zur Demo­grafie der EU zeigt, wie sich die Struktur der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung wandelt. Die Zahl der Menschen, die älter als 60 Jahre sind, steigt jedes Jahr um 2 Millionen.

Der Bericht bestätigt die jüngsten Trends und liefert neue Daten über Geburtenziffern, Lebenserwartung und Bevölkerungs-wanderung unter besonderer Berücksichtigung von Mobilität und Migration. Dabei zeigen sich eine geringfügige Zunahme der Geburtenziffern und ein Anstieg der Lebenserwartung, da die Europäer nunmehr für jedes Jahr eine zwei bis drei Monate höhere Lebenserwartung aufweisen. Außerdem wird die Europäische Union vielfältiger, und die Familienmuster verändern sich. Die neuen Eurobarometer-Ergebnisse lassen darauf schließen, dass immer mehr junge Europäer zum Arbeiten ins Ausland gehen. Dabei zeichnet sich klarer denn je die Notwendigkeit ab, die EU‑Politik auf diese Entwicklungen abzustimmen. Der Bericht enthält aktuelle Daten, die in die europäische Diskussion über den demografischen Wandel einfließen werden.

Als positiver Trend zeichnet sich in dem Bericht ab, dass die Geburtenziffer weiterhin langsam steigt. Sie hat sich bereits von weniger als 1,45 Kinder je Frau auf 1,6 erhöht. Damit die Bevölkerungszahl stabil bleibt, sind jedoch 2,1 Kinder je Frau notwendig. Der Bericht verweist auf moderne Familienpolitik als gute Möglichkeit, um die Beschäftigung zu verbessern, indem für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesorgt wird. Er zeigt auch eine positive Korrelation zwischen der Berufstätigkeit von Frauen und höheren Geburtenziffern.

Auch die Lebenserwartung ist beinahe stetig und einheitlich um etwa 2-3 Monate jedes Jahr angestiegen (2008 betrug die Lebenserwartung in den 27 EU‑Mitgliedstaaten 76,4 Jahre bei Männern und 82,4 Jahre bei Frauen). Sie bildet die Hauptursache für die Alterung der Bevölkerung. Gleichzeitig gibt es geografische Unterschiede, denn in vier Mitgliedstaaten (BG, LT, LV, RO) ist die Bevölkerungszahl durch die natürliche Entwicklung (mehr Sterbefälle als Geburten) und durch Auswanderung stark rückläufig. Die Bevölkerung Mitteleuropas altert zurzeit langsam; dies wird sich jedoch ab 2030-2040 beschleunigen, und sie wird zur ältesten in der EU werden (am ältesten in der Slowakei).

Der Bericht legt auch dar, wie das Bevölkerungswachstum in Europa immer noch hauptsächlich durch die Einwanderung getragen wird. Etwa 1 bis 2 Millionen Nicht-EU-Bürger kommen pro Jahr in die EU-Mitgliedstaaten, und auch die Mobilität innerhalb der EU hat sich verstärkt. Bis 2060 wird sich der Anteil der Migranten und ihrer Nachkommen verdoppeln. Obwohl sich die Netto-Einwanderung in die EU infolge der Krise halbiert hat, steigt die Zahl der Nicht-EU-Bürger innerhalb der Union immer noch an. Wie die Datenlage zeigt, ist dies durch einen Rückgang der Migration zu Beschäftigungszwecken bedingt; gleichzeitig ist die Zahl der Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen zu Bildungszwecken jedoch gestiegen.

Der Demografie-Bericht wird alle zwei Jahre von der Europäischen Kommission veröffentlicht und enthält die neuesten Fakten und Zahlen, die notwendig sind, um zu beurteilen, wo die Mitgliedstaaten angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels stehen. Dieses Jahr wurde der Bericht gemeinsam mit Eurostat herausgegeben, und er legt besonderes Gewicht auf Mobilität und Migration.

(Quelle: EU-Kommission)

 

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