Die anhaltend niedrigen Oelpreise setzen zunehmend auch den Staatsfonds zu. Ein Marktkommentar von der Baader Bank. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
17.12.2015 12:22 Uhr
OELPREIS UND STAATSFONDS

Baader Bank Marktkommentar | Niedrige Ölpreise setzen Staatsfonds zu

FrankfurtamMain, 17.12.2015 12:22 Uhr (Klaus Stopp)

Nachdem die Ölpreise am Montag auf mehr­jäh­rige Tief­stände abge­sackt waren, haben sie sich in den vergan­genen Tagen wieder etwas erholt. Dennoch bringt das anhal­tend nied­rige Preis­ni­veau Staats­fonds von Ländern wie Saudi-Arabien, Russ­land und Norwegen, die darüber unter anderem die Sozi­al­aus­gaben finan­zieren, in Bedrängnis.

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Klaus Stopp
Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds der Baader Bank und stellt seine Analysen seit 15 Jahren vor.

Nach den Tiefständen am Montag von 36,33 US-Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent und 34,53 US-Dollar der US-Sorte WTI hat sich inzwischen eine technische Gegenbewegung eingestellt. Dennoch bleibt unterm Strich seit Jahresbeginn ein Preisrückgang von rund 30 Prozent. Die OPEC-Staaten fluten den Weltmarkt mit Öl, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen. Dabei lastet nicht nur der hohe Angebotsüberschuss auf den Preisen, sondern auch eine allgemein schlechte Stimmung innerhalb der Branche, die sich nach den Klimaverhandlungen in Paris noch verstärkt haben dürfte.

Vor diesem Hintergrund warnt Goldman Sachs, dass der Ölpreis der Sorte WTI auf unter 20 Dollar fallen könnte. „Bei einem milden Winter, einem langsameren Wachstum in den Schwellenländern und der potenziellen Aufhebung der Iran-Sanktionen könnten die Lagerbestände weiter steigen“, sagen die Goldman-Analysten, die mit früheren Preis-Prognosen häufig richtig lagen. Allerdings sagt die allgemeine Marktmeinung etwas anderes. Im Schnitt sehen von Reuters befragte Analysten den Brent-Preis im kommenden Jahr bei 57,90 US-Dollar und WTI bei 52,80 US-Dollar.

Oelpreis Brent Stand 17122015

Aufgrund des anhaltenden Ölpreisverfalls sind jedenfalls einige Staatsfonds dabei, in die Bredouille zu geraten. Denn zum Teil benutzen Regierungen die Kassen der Fonds, um die gesunkenen Einnahmen aus dem Ölgeschäft auszugleichen und ihre Budgetlücken zu schließen. Laut der US-Investmentbank Morgan Stanley liegt das Vermögen der Staatsfonds weltweit bei bis zu sieben Billionen US-Dollar. Ländern wie Saudi-Arabien, Russland und Norwegen, deren Fonds hauptsächlich aus dem Ölgeschäft gespeist werden, brechen nun aber die Einnahmen weg. Norwegen verfügt durch seinen Fonds über Anteile an 9.000 Unternehmen und hält damit 1,3 Prozent des Aktienbesitzes weltweit. Im zweiten und dritten Quartal 2015 hatte der Fonds Verluste geschrieben, weshalb nicht mehr auszuschließen ist, dass Oslo demnächst an Verkäufe denken wird. So wie Moskau bereits angekündigt hat, 2017 seinem Staatsfonds Gelder entziehen zu müssen, um seine Haushaltslöcher zu stopfen.

Und Saudi-Arabien hat angesichts des Preisverfalls bereits damit begonnen, seine Reserven anzuzapfen. So war das Vermögen des saudischen Staatsfonds Sama im Oktober auf den niedrigsten Stand seit Ende 2012 gesunken. Nach Schätzungen von Analysten braucht das Land einen Rohölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel, um dauerhaft seinen Haushalt ausgleichen zu können. Kein Wunder also, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt, dass das Königreich sein finanzielles Polster in weniger als fünf Jahren aufbrauchen könnte. So wie es scheint, haben die auf Öl gebauten Staatsfonds ihre besten Zeiten bald hinter sich. Auch die Karten der Macht im Nahen Osten würden dann neu gemischt werden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

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